Eric Gujer wird Chefredaktor, Anita Zielina Chefredaktorin für neue Produkte

von NZZ.at / 11.03.2015

Der NZZ-Verwaltungsrat hat soeben die neue Chefredaktion der NZZ präsentiert – im Folgenden die Mitteilung von Verwaltungspräsident Etienne Jornod. Das NZZ.at-Team gratuliert und freut sich auf die Zusammenarbeit.

Die neue Chefredaktion
Die neue Chefredaktion
Die neue publizistische Leitung der NZZ: Eric Gujer, Chefredaktor NZZ (Mitte), Felix E. Müller und Anita Zielina.

Der Verwaltungsrat freut sich, heute die neue NZZ-Chefredaktion vorzustellen. Das prominent zusammengesetzte Führungsteam besteht aus Eric Gujer als Chefredaktor der „Neuen Zürcher Zeitung“, Felix E. Müller als Chefredaktor der „NZZ am Sonntag“ und Anita Zielina als Chefredaktorin neue Produkte.

Eric Gujer ist seit fast 30 Jahren Teil der NZZ. Er war unter anderem Korrespondent in der DDR, in Jerusalem, Moskau und Berlin. Seit Juli 2013 leitet er das Auslandressort.

Er ist nicht nur ein hervorragender Journalist und Buchautor. Als bedeutender Intellektueller hat er sich in der Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Der Verwaltungsrat ist einstimmig der Meinung: Er hat das Format, die NZZ nach innen zu führen und nach außen zu repräsentieren.

Felix E. Müller zählt zu den profiliertesten Journalisten der Schweiz. Bevor er zur NZZ wechselte, war er Stellvertretender Chefredaktor und Chefredaktor ad interim der „Weltwoche“. Er hat die „NZZ am Sonntag“ aufgebaut und führt sie seither mit großem Erfolg. Seine Position wird mit der neuen Struktur der publizistischen Leitung aufgewertet.

Anita Zielina wurde bereits als 27-Jährige Ressortleiterin bei der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ in Wien. Später war sie Stellvertretende Chefredaktorin des „Standards“ sowie – als erste Frau – Stellvertretende Chefredaktorin und Online-Chefin des „Sterns“. Anita Zielina zählt zu den führenden Online-Journalistinnen und Digital-Expertinnen im deutschsprachigen Raum.

Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass diese Chefredaktion einerseits die Tradition der bürgerlich-liberalen Qualitätspublizistik weitertragen und die NZZ andererseits modernisieren und erfolgreich in die Zukunft führen wird.

Beides ist notwendig. Angesichts der zunehmenden Informationsfülle gewinnen die solide Recherche, die klare Analyse und Einordnung an Bedeutung. In einer Zeit, in der extreme Positionen viel Beachtung finden, ist es umso wichtiger, dass die NZZ für die Werte der bürgerlichen Gesellschaft, der Freiheit und Selbstverantwortung eintritt. Die Linie der NZZ wird davon bestimmt, dass wir auf Argumente setzen statt auf Rhetorik. Dass wir abwägen, bevor wir urteilen. Dass wir etwas wissen, bevor wir darüber schreiben. Und dass wir dabei die höchsten fachlichen Standards anlegen. Genau für diese Linie der NZZ steht die neue Chefredaktion.

Traditionelle Zeitungen verlieren nicht Leser, weil ihre Standpunkte obsolet wären, sondern weil sich das Informationsverhalten der Menschen grundlegend wandelt. Elektronische Medien und soziale Netzwerke beschleunigen den Nachrichtenmarkt und machen ihn interaktiv. Die Zeitung muss sich deshalb neu erfinden. Sie muss ihre Themen auf allen nachgefragten Kanälen an die Leserinnen und Leser bringen. Eric Gujer, Felix E. Müller und Anita Zielina wissen darum und werden sich dieser Aufgabe mit ganzer Kraft widmen.

Die Erwartungen sind hoch, nicht zuletzt, weil viele der bisherigen Chefredaktoren in den letzten 235 Jahren publizistische Meilensteine gesetzt und die NZZ nicht nur zum Leitmedium der Schweiz, sondern zu einem Weltblatt von internationalem Renommee gemacht haben. Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass Eric Gujer, Felix E. Müller und Anita Zielina diesem hohen Anspruch gerecht werden.

Der Verwaltungsrat bedankt sich bei der interimistischen Chefredaktion, Luzi Bernet, René Zeller und Colette Gradwohl, für die hervorragende Arbeit, die sie seit dem Abgang von Markus Spillmann geleistet haben.

Damit kommt ein Prozess zum Abschluss, in dessen Verlauf es zu Unruhe gekommen ist. Der Verwaltungsrat bedauert dies und nimmt die Kritik ernst. Gleichzeitig hält er fest, dass verschiedene öffentlich geäußerte Mutmaßungen nicht den Tatsachen entsprechen. Namentlich ging es dem Verwaltungsrat nie darum, einen politischen Richtungswechsel vorzunehmen. Oberstes Ziel des Verwaltungsrats ist es, die NZZ-Mediengruppe erfolgreich in die Zukunft zu führen und damit ihre langfristige Unabhängigkeit und die publizistische Exzellenz zu sichern. Er ist überzeugt, dass der heutige Tag einen richtigen und wichtigen Schritt in diese Richtung bedeutet.