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Kattingers Grenzgänge

Etappe 13: Von Stift Geras über Langau nach Hardegg

von Matthäus Kattinger / 28.10.2015

Credits: GG, FL

Die Zusammenfassung der Zusammenfassung könnte lauten: Eine schöne Wanderung ohne große Höhenunterschiede und Anstrengungen, die im letzten Teil mit dem Eintauchen in den grenzüberschreitenden Naturpark Thayatal ihren unbestrittenen Höhepunkt findet.

Wir starten in der Ortsmitte auf der Hinterseite von Stift Geras, folgen der Hauptstraße zur Abzweigung nach Langau. Etwas später biegen wir halbrechts in einen schottrigen Feldweg ab. Durch die mit der Nähe zum Weinviertel üppiger werdenden Getreidefelder geht es in den Wald. Eine halbe Stunde später erreichen wir nach den sogenannten „Katzelwiesen“ die Straße von Oberhöflein nach Langau. Nach Querung der Gleise der einstigen Thayatalbahn schwenken wir in die Geraser Straße ein, folgen dieser über den Hauptplatz, um uns danach rechts nach Hardegg (15 Kilometer) bzw. Riegersburg (5 Kilometer) zu orientieren.

Von den „Viehhappeln“ ins „Hungerfeld“

Wenn die Straße links wegdreht, folgen wir der Sportplatzstraße, zweigen nach der Brücke über den Langauer Bach links ab. Nach einem kleinen Fichtenwäldchen. Etwas später queren wir bei einem Kreuz mit einem vergoldeten Jesus die Straße nach Riegersburg und steuern auf dem Güterweg den Wald an („Zum Schiessplatz“ bzw. „Freizeitzentrum um die Bergwerkseen“). Dort lädt links ein Umweg von 1,3 Kilometern zu den Bergwerkseen ein; wer das Angebot nicht annimmt, biegt drei Minuten später auf der Schotterstraße im Wald rechts auf einen – an der Höhe der Gräser gemessen – wenig frequentierten Schleichweg ein. Durch die sogenannten „Viehhappeln“ erreichen wir knapp zehn Minuten später wieder die Straße Langau-Riegersburg.

Jetzt heißt es aufpassen; denn direkt gegenüber lädt eine Forststraße der Bundesforste zum Weitermarschieren ein (und verleitet Unaufmerksame – wie auch den Chronisten – zu einem Umweg). Besser wäre es gewesen, für 200 Meter links in die Straße nach Riegersburg einzuschwenken und erst am Ende des Waldes rechts abzubiegen und der Markierung durch Getreidefelder zu folgen (auch wenn das Gebiet „Hungerfeld“ heißt). Gute zehn Minuten später mündet der Feldweg bei einem Kreuz in die Straße von Fronsdorf nach Riegersburg.

Wenig später überqueren wir ein weiteres Mal die Straße von Geras/Langau nach Hardegg und marschieren auf der Nebenstraße durch die kleine Siedlung zum Barockschloss Riegersburg (samt großem Teich).

Barockschloss Riegersburg
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Danach geht es für eine Viertelstunde neuerlich durch Getreidefelder, bis wir eine Steinsäule mit aufgesetztem Kreuz erreichen. Etwas später bringt uns der Güterweg auf die schon bekannte Straße nach Hardegg – und kurze Zeit später in das langgezogene Straßendorf Felling. Dieses ist vor allem für die einzige Perlmuttknopf-Drechslerei Österreichs bekannt – die Werkstatt findet sich etwa 200 Meter nach der Kirche rechts zurückgesetzt.

Skulptur als Werbung für Perlmutt-Fabrik Felling beim Hardegger Thayasteg
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Wir bleiben ab dem Ortsende von Felling noch etwa 1,5 Kilometer auf der Straße nach Hardegg; am Forsthaus Felling (bei Kilometer 3,6) vorbei, schwenken wir 200 Meter später halblinks in den dichten Wald und damit auch in den Naturpark Thayatal/ Národní park Podyjí ein.

Auf einem schattigen Forstweg nähern wir uns Thaya und Hardegg. Zur Linken schimmert die Thaya zunächst nur ganz gelegentlich durch den noch sehr dichten Hangwald, nach zwei Schleifen ist sie auch zu sehen.

Thaya flussaufwärts von Hardegger Brücke aus
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Nach knapp einer halben Stunde auf breitem, aber fast völlig Natur-überdachtem Waldweg, wenn der Weg ansetzt, in mehreren Schleifen ans Thaya-Ufer runterzudrehen, sollten wir die Höhe halten und gerade aus in Richtung Max-Plateau weitergehen. Von dessen nach Osten und Süden hin steil abfallenden Felsen bietet sich ein prächtiger Blick über Hardegg, ein Stück Thaya und den wie eine steinerne Nase in die Landschaft ragenden – und fast zum Greifen nahen – Reginafelsen.

Blick von Hardegger Thayabrücke auf Burgruine Hardegg
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Für das letzte Stück Weg nach Hardegg gibt es dann mehrere Möglichkeiten: Entweder über den Hardegger Rundwanderweg und den Reginafelsen zur Brücke über die Fugnitz in die Ortsmitte oder den von mir genommenen etwas weiteren Weg am Ufer entlang. Deshalb bin ich zurück zur Gabelung, um dort die Serpentinen runter zur Thaya einzuschlagen. Nach gut zehn Minuten am Ufer entlang treffen wir bei der früheren Badewiese auf die ersten Häuser von Hardegg.

Ehemaliger Badestrand in Hardegg
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Am hinteren Ende der Badewiese baut sich der Brandles-Turm auf – eine mittelalterlicher Signalturm (mit Schiess-Scharten) der Befestigungsanlage.

Brandlesturm in Hardegg
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Und natürlich sind da die bereits ziemlich angerosteten Schilder „Staatsgrenze Flussmitte“ auf der ehemaligen Badewiese. Durch die Badgasse und über die Brücke der Fugnitz, die wenige Meter weiter in die Thaya mündet, kommen wir ins kleine Ortszentrum. Die Tafel vor dem Haus „Kulturpartner Hardegg“ eröffnet uns als Alternativen den Aufstieg rechts direkt zur Ruine oder zunächst den Besuch der berühmten Thayabrücke (einem Fußgängersteg, der auch für Einsatzfahrzeuge offen ist).

Blick auf Burgruine Hardegg von der Brücke aus
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Die zum Symbol gewordene Thayabrücke (genauer von Hardegg nach Čížov) war nach dem gescheiterten Prager Frühling auf beiden Seiten schrittweise demontiert worden; es dauerte bis zum Gründonnerstag des Jahres 1990, bis sie wieder für Fußgänger und Radfahrer eröffnet wurde.

Gedenkstein zur Wiedereröffnung der Hardegger Grenzbrücke
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Mehr zur Thayabrücke Hardegg hier.