Kattingers Grenzgänge

Etappe 29: Von Rechnitz über Burg und Eisenberg nach Bildein

von Matthäus Kattinger / 13.11.2015

 


Credits: GG, FL

Die heutige Etappe führt uns von den Ausläufern des Naturparks Geschriebenstein über die Pinkataler Weinberge in das von der ungarischen Grenze an drei Seiten umgebene „Dorf ohne Grenzen“.

Von der Ortsmitte in Rechnitz folgen wir für einige Minuten der Straße in Richtung Markt Neuhodis, biegen noch vor dem Ortsende von Rechnitz links in die Prangergasse ab. Durch diese verlassen wir den Ort, danach wird sie von einem kerzengeraden Güterweg zwischen Feldern und Wiesen fortgesetzt. Die aufgetürmten Heurollen lassen fast schon auf eine industrielle Form der Bewirtschaftung schließen.

Südlich von Rechnitz wird Heu in fast schon industrieller Manier gesammelt
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Danach marschieren wir durch die Unterführung der Schnellstraße von Oberwart nach Szombathely, um dahinter in südwestlicher Richtung den kleinen Ort Dürnbach anzuvisieren. Der ziemlich holprige Güterweg trifft bei Kirche und Friedhof am Nordrand von Dürnbach auf die Hauptstraße.

Wir folgen der Hauptstraße bis an die südliche Peripherie von Dürnbach, queren die Landesstraße von Großpetersdorf nach Schachendorf und setzen unsere Wanderung dahinter auf einem Feldweg fort. Die folgende knappe Stunde wandern wir ohne „besondere Vorkommnisse“ zunächst nahe bzw. direkt am Dürnbach südlich, nach Querung einer Nebenstraße wird der Abstand zum Dürnbach größer, an der Richtung (Süden) ändert sich nichts.

Es wird nun etwas hügeliger (wofür in diesem Gebiet schon einige Höhenmeter ausreichen), zeitweise sind wir auch im Niederwald unterwegs. Wenn wir schon die Konturen von Burg vor uns sehen, queren wir noch die wie ein bilanzieller Restwert aus der Zeit funktionierender Regionalbahnen vor sich hin gammelnden Schienen der Eisenbahn von Oberwart nach Schachendorf. Wo auf der Nordseite von Burg mehrere Straßen aufeinandertreffen, folgen wir geradeaus der an Burg links vorbeigehenden Straße zunächst über den Dürnbach dann über die Pinka hinweg

Wenn die Straße nach rechts dreht, nehmen wir nach dem Steinbruch zur Linken den Waldweg hinauf zum Eisenberg.

Im Aufstieg von Burg auf den Eisenberg
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Der Aufstieg durch farbenprächtigen, herbstlichen Wald bringt uns in rund 20 Minuten an das nordseitige Ende des praktisch zur Gänze dem Weinbau gewidmeten Eisenberg-Plateaus. Wir treten an der Kreuzung Obere Kellergasse/Schauka-Wanderweg sowie Jubiläumsradweg aus dem Wald, folgen der Kellergasse, ziemlich nahe der (nur zu vermutenden) Grenze zu Ungarn. Die schmale Straße führt uns durch die fast nur aus Hauerhäusern, Buschenschenken und modernen Vinotheken bestehenden Siedlung. Zur linken Seite fällt der Blick über die Weingärten in die ungarische Ebene, in die sich auch die Pinka für einige Kilometer zurückzieht, um dann wieder nach Österreich zurückzukehren.

Blick über die Weingärten vom Eisenberg in Richtung Ungarn

Ein Stück weiter hat man eine Aussichtswarte („Weinblick“) weit in die Weingärten hinausgebaut

Aussichtswarte Weinblick
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Diese bietet nicht nur die Möglichkeit eines genaueren Blicks in das Innenleben der Weingärten, sondern auch eine Abschätzung der Länge des Eisenberg-Kamms

Blick von der Aussichtswarte über die Weingärten auf den Eisenberg-Kamm in Richtung Süden
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Nach einem Stück Wald marschieren wir durch das angesichts nicht so guter Sonnenlagen weniger am Weinbau hängende Eisenberg an der Pinka, um dann mit Deutsch-Schützen wieder eine vom Weinbau lebende Gemeinde zu erreichen. Dort halten wir uns nahe den Weingärten an der Westseite der Gemeinde (Ortsteil Deutsch-Schützner-Bergen), um nach dem Sportplatz links den Güterweg nach Höll zu nehmen.

Eine knapp halbe Stunde später trifft unser Güterweg am Anfang der kleinen Gemeinde Höll auf die Landesstraße von Deutsch-Schützen, die wir queren und halblinks in den Güterweg Höll-Oberbildein schwenken. Diesem folgen wir die nächsten 25 Minuten zwischen weiten Feldern in das Etappenziel Bildein.

Knapp vor dem Ortseingang und der Brücke über die hier leicht aufgestaute Pinka treffen wir auf die erste Station des Grenzerfahrungsweges. Von hier ist es knapp einen Kilometer zur Grenze.

Am Ortsanfang findet sich die erste Station des Grenzerfahrungsweges
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Mehr über das Projekt Grenzerfahrungsweg erfahren wir in der Ortsmitte gegenüber Kirche und Gemeindeamt im „Burgenländischen Geschichte(n)haus“

Geschichte(n)haus in Bildein
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