Ich habe mit dem Bundeskanzler alles und nichts zu tun

von Michael Fleischhacker / 23.01.2015

Gerade kam elektronische Post aus dem NEOS-Lab. Die mochten meinen ersten Kommentar nicht so sehr:

Auf diese Frage, lieber Nicolas Stühlinger, gibt es zwei richtige Antworten. Erstens: alles. Zweitens: nichts.

Alles, weil ich der Überzeugung bin, dass man als Journalist im Sinne der immer noch gültigen Definition Max Webers in „Politik als Beruf“ (erschienen 1919) Berufspolitiker ist. Und als Berufspolitiker begleitet mich der Bundeskanzler als Ehrenoberhaupt der exekutiven Gewalt naturgemäß 24/7, falls er weiß, was das heißt.

Nichts, weil es meiner Meinung nach kaum Übereinstimmungen gibt zwischen dem vielfarbigen Bild, das Weber in seinem Essay vom Politiker malt, und dem des amtierenden Bundeskanzlers. In gewisser Weise ist er also in meinen Augen gar kein Politiker, sondern eher so eine Art Kanzleroid.

Das ist dann auch der Punkt, an dem wir uns vermutlich einig sind, obwohl es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Sie schreiben:

Bildschirmfoto 2015-01-23 um 14.08.35
Bildschirmfoto 2015-01-23 um 14.08.35

Nein, ich hebe nicht die Politiker vom Rest der Gesellschaft ab. Ich stelle fest, dass die Politiker sich vom Rest der Gesellschaft abgehoben haben, und es sich in einem korporatistisch-plüschigen Parallelwelthinterzimmer gemütlich gemacht haben. Dass das so ist, finde ich aber genauso wenig gut wie Sie. Und ich würde mir von einer Partei, die von sich sagt, es anders zu machen, erwarten, dass sie etwas grundsätzlicher agiert, als es die NEOS meiner Wahrnehmung nach tun.

Und damit zum letzten Punkt für diesmal:

Bildschirmfoto 2015-01-23 um 14.14.08
Bildschirmfoto 2015-01-23 um 14.14.08

Wieso sollten wir diese Diskussion „nie führen“? Sammeln Sie Diskussionsfreudige und kommen Sie zu uns in die Bräunerstraße. Bis zu hundert Personen haben Platz. Ich warte auf Ihre Terminvorschläge.