Reuters

Neues Datenleck bei der NSA: Mitarbeiter klaute Spionagesoftware

von Peter Winkler / 06.10.2016

Ein Mitarbeiter des amerikanischen Abhördienstes NSA hat offenbar streng geheime Computerprogramme entwendet. Nach der Verhaftung zeigt sich das Weisse Haus besorgt über die Sicherheits von Staatsgeheimnissen.

Die amerikanische Regierung hat nach der Festnahme eines externen Mitarbeiters des Abhördiensts National Security Agency (NSA) zu Wachsamkeit im Umgang mit Staatsgeheimnissen aufgerufen. Alle Geheimnisträger müssten Informationen schützen, welche die nationale Sicherheit gefährden könnten, sagte ein Sprecher des Weissen Hauses. Präsident Barack Obama betrachte die Lage als ziemlich erst.

Software im Internet

Zuvor war bekannt geworden, dass die amerikanische Bundespolizei FBI einen Mitarbeiter der NSA verhaftet hatte, der offenbar für das Leck von Spionage-Software im August verantwortlich war. Laut der am Mittwoch veröffentlichten Anklageschrift wurde der 51-jährige Mann bereits Ende August verhaftet, nachdem an seinem Wohnsitz nicht weit vom NSA-Hauptquartier in Maryland Dokumente und Speichermedien mit streng geheimem Material gefunden worden waren.

Die „New York Times“ berichtete, der Mann habe wie Edward Snowden für die Firma Booz Allen Hamilton gearbeitet, die einen erheblichen Teil der geheimen Internet-Operationen der NSA ausführt. Er habe Software entwendet, die speziell fürs Ausspionieren von gegnerischen Nationen wie Russland, China oder Nordkorea entwickelt worden sei. Das entspricht genau der Art von Material, das im August von einer Gruppe namens Shadow Brokers im Internet placiert worden war, mit der Ankündigung, weiteres Material werde an den Meistbietenden versteigert.

Unklare Motive

Laut der „Times“ entsprach der Mann in keiner Art und Weise dem Profil eines gefährlichen Insiders. Es sei auch nicht klar, ob er wie Snowden politische Motive gehabt habe. Weiter ist unklar, ob der Mann die Unterlagen zum Teil schon entwendet hatte, bevor Snowden 2013 geheime NSA-Dokumente veröffentlichte.