Sex ab 14, Wählen ab 16, Rauchen ab 18

von Michael Fleischhacker / 14.01.2015

Presse-Chefredakteur Rainer Nowak hat heute in seinem Seite-1-Kommentar erwähnt, warum derzeit der sogenannte Nichtraucherschutz in Österreich sehr hohe Priorität genießt: Kürzlich ist der Journalist Kurt Kuch an Lungenkrebs verstorben.

Kuch war starker Raucher und hat die Monate zwischen Diagnose und Tod genutzt, um eine Anti-Rauch-Kampagne zu starten. Mit Erfolg, wie man sieht: Wenn der Presse-Chefredakteur richtig informiert ist – und wer wollte daran zweifeln –, dann hat Kurt Kuch post mortem erreicht, dass es in Österreich zu einem generellen Rauchverbot in Lokalen kommt. Auch die von der Familienministerin ins Gespräch gebrachte Anhebung des gesetzlichen Mindestalters für Nikotinkonsum von 16 auf 18 Jahre könnte man, sollte es denn dazu kommen, auf Kuchs Konto verbuchen.

Für Besucher aus jenen Gegenden dieses Sonnensystems, in denen intelligentes Leben existiert, dürfte das, was sich da in Österreich abspielt, schwer einzuordnen sein: Weil ein Journalist an Lungenkrebs stirbt, wird die Gesetzeslage geändert. Dass der Tod eines 42-jährigen Familienvaters traurig und ein angemessener Anlass zum Überdenken der eigenen Gesundheitspraxis ist, steht vermutlich auch in den von intelligentem Leben bevölkerten Teilen der Galaxis außer Frage. Aber die Art und Weise, wie sich hier die Betroffenheitsübungen der politmedialen Filterbubble und der generelle Verbotsfuror der politischen Klasse verbinden, ist doch ziemlich außergewöhnlich.

SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger hat im Rahmen der Raucherdebatte gesagt: „Die Politik muss Mut haben und darf nicht immer nur zu schwammigen Formulierungen greifen.“ Wie wahr.

Wenn das alles so kommt, wie es derzeit diskutiert wird, schaut es in Österreich so aus: Sex und Gefängnis ab 14, Wählen ab 16, Rauchen ab 18. Viel mehr muss man über dieses Land nicht wissen.