Steve Paxton, Ljubljana, April 2014

Tanzen ist für alle da!

von Carolina Vinqvist / 26.02.2015

Alles loslassen, frei sein, den Alltag vergessen. Tanzen kann so befreiend sein. Und zwar in jeder Form, egal ob abzappeln im Technoschuppen am Sonntagmorgen oder beim Walzer in einem eleganten Lokal mit seinem Liebsten am Freitagabend. Es macht glücklich, egal ob man körperlich gesund, eingeschränkt oder körperlich behindert ist. Für viele vielleicht ein ungewöhnlicher Vergleich, und genau dagegen setzt sich die Initiative MAD (mixed-abled Dance & Performance) ein. Ins Leben gerufen wurde das Ganze von DanceAbility – einem Verein, der es sich bereits seit Jahren zum Ziel macht, Menschen durch Tanzworkshops und Performances einander näherzubringen.

Verantwortlicher für das Gesamtkonzept und einer der Tänzer ist der körperbehinderte Michael Turinsky. Der Wiener Philosoph und Choreograf performt heute, am 26. Februar sein Stück „heteronomous male“ und spielt mit Grenzen. Grenzen zwischen Erwachsen- und Kindsein, zwischen selbstständig und hilflos, zwischen mal lustig und mal ernst.
Gemeinsam mit zwölf weiteren Tänzerinnen und Tänzern will er zeigen, dass Freude an Bewegung und der Ausdruck von Gefühlen nicht von der körperlichen Verfassung abhängt. Sie wollen Vorurteile aus dem Weg räumen und mit einem Programm-Mix aus Vortrag, Tanz und Interaktion ein neues Denken anregen.

Die akuelle Aktion „SWAYING“ findet innerhalb der nächsten drei Tage statt. Bereits 2012 mitten auf der (bewussterweise) Invalidenstraße in Wien und 2013 am Schauspielhaus, wird SWAYING also „schwankend“ jetzt im Tanzquartier bis zum 28. Februar zu erleben sein. Aufgeführt wird das Ganze teilweise in ungleichen Paaren, die sich dann in der Bewegung ergänzen.

SWAYING im Tanzquartier Wien