Vienna Biennale – die Zweite

von Irina Nalis / 08.06.2015

Die Stadt Wien wirbt in Kooperation mit dem MAK, der Angewandten, der Kunsthalle Wien, dem Architekturzentrum Wien und der Wirtschaftsagentur für die „erste Vienna Biennale“, die von 11. Juni bis zum 4. Oktober stattfindet. Grundsätzlich eine tolle Idee, finden Irina Nalis und Mario Grubisic – doch nicht die erste ihrer Art. Die beiden haben bereits 2006 die erste Biennale in Wien aufgezogen – allerdings ohne öffentliche Unterstützung. 

++ VIENNABIENNALE++

Die Pioniere der ersten Biennale in Wien wünschen der Vienna Biennale 2015 einen glücklichen Start und der Stadt Wien die Umsetzung vieler „Ideas for Change“. Mit großem Engagement vieler Privatpersonen und einiger öffentlicher Institutionen gab es die Vienna Biennale mit über 120 Kunstschaffenden aus aller Welt schon 2006, 2008 und 2010 in Wien.

Nicht die erste Vienna Biennale

Nach fünf Jahren ist es wieder – und nicht, wie teilweise kommuniziert wird, erstmals – so weit: In Wien findet im Rahmen einer Biennale eine Umschau aktueller Positionen der Kunst, dieses Mal auch von Design und Architektur, statt. Die Initiatoren der ersten Vienna Biennale, Mario Grubisic und Irina Nalis, freuen sich über dieses Ereignis, da sie bereits zwischen 2006 und 2010 die Notwendigkeiten und Möglichkeiten einer solchen Biennale in und für Wien und vor allem für die hier lebenden Kunstschaffenden ausgelotet haben.

Der Impuls zur Veränderung

Der Impuls damals scheint auch heute noch als offene Frage: Wie kann eine Stadt, die sich mehrere anerkannte Universitäten für Kunst leistet, verhindern, dass Absolventinnen und Absolventen abwandern (in andere Städte oder andere Berufe), da in Wien die Sichtbarkeit für ihr Schaffen und der Austausch mit internationalen Institutionen fehlt? Zu diesem Zweck haben die damals unter 30-jährigen Grubisic und Nalis aus Eigeninitiative und dank der ehrenamtlichen Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer insgesamt drei Mal die VIENNABIENNALE organisiert.

Ein offenes Sammelbecken und Nährboden für junge Kunst

Die VIENNABIENNALE der Jahre 2006, 2008 und 2010 wollte den Zugang zu freier Kunst auf allen Seiten öffnen – deshalb gab es einen Open Call zur Einreichung und freien Eintritt bei sämtlichen Veranstaltungen. Die Themen sollten Tendenzen, die zur jeweiligen Zeit im Kunstmarkt unterrepräsentiert waren, in den Vordergrund stellen: Minimal Art 2008, Urban Art 2010. Unter den ausgestellten Künstlergruppen finden sich Namen wie Gelitin, der heutige Kurator im Künstlerhaus Graz Christian Egger und die mittlerweile in vielen Museen vertretenen Künstler Fiona Rukschio, Magda Tothova, Manuel Gorkiewicz oder auch Clemens Wolf. Viele dieser Künstler standen damals erst am Beginn ihrer Laufbahn und konnten sich seither in Österreich und international erfolgreich weiterentwickeln.

Eigeninitiative wurde (und wird?) in Wien nicht belohnt

Finanzielle Unterstützung hatte die damals stattfindende VIENNABIENNALE vonseiten des offiziellen Österreich gar nicht – auch war der Gegenwind einiger Player der Wiener Szene gegenüber einer Aktivität, die nicht von oben gesteuert, sondern direkt aus der Mitte der jungen Künstlerinnen und Künstler entstand, oft sehr stark. Dennoch konnte diese Veranstaltung drei Mal organisiert werden. Unser Dank gilt vielen engagierten Einzelpersonen aus Institutionen wie dem K’Haus, dem MAK, dem Kunsthistorischen Museum und auch der Kunsthalle Wien. Ebenso zu Dank verpflichtet sind wir den Bezirksvertretungen einiger Wiener Bezirke sowie Verantwortlichen der Kulturinstitute aus Slowenien, Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Italien, Frankreich, Pro Helvetia, dem British Council und auch der Vermittlungsarbeit von KulturKontakt Austria, ohne deren Einsatz es kaum möglich gewesen wäre, die Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt in Wien auszustellen.

Selbstbestimmte Veränderung möglich machen

Da das Motto der neuen Vienna Biennale „Ideas for Change“ lautet, hoffen wir, dass Veränderung in Wien in Zukunft nicht nur von etablierten Institutionen und Personen gelebt werden darf. Auch hoffen wir, dass Veränderung keine leere und unhinterfragte Worthülse bleibt, sondern wünschen uns, dass allen, die versuchen, mit eigenen Ideen Veränderung anzustoßen, weniger Steine in den Weg gelegt werden.

Mit den besten Wünschen für selbstbestimmte Veränderung von der VIENNABIENNALE 2008 freuen wir uns auf eine neue Vienna Biennale!

Mag.a Irina Nalis  und Mag. Mario Grubisic

Initiatoren der ersten VIENNABIENNALE