Wenn Frauen wie Schweine schwitzen

von Elisabeth Gamperl / 31.03.2015

Kennen Sie die neue Werbung der Rasierfirma Gillette? Bis vor kurzem räkelten sich halbnackte Frauen mit ihrem Rasierer am Strand. Slogan: „Erwecke die Göttin in dir“. Glatt, schön, feminin war die Message. Mittlerweile wirbt Gillette mit feministischen Parolen. „Befrei dich aus der Schublade!“, sagt die taffe Frau im Clip. Du kannst alles sein, was du willst und dabei glatte Beine haben.

Solmaz Khorsand hat in der Wiener Zeitung einen Artikel über feministische Werbung geschrieben. Glatt rasierter Feminismus

Lesenswert!
Er zeigt, dass Feminismus im Mainstream schlechthin angekommen ist: der Werbung. In der Werbung spielt Ideologie keine Rolle, was zählt, sind Verkaufszahlen. Und feministische Parolen zahlen sich aus.

Denn wer heute Feministin sagt, denkt nicht länger an die lila Latzhose, sondern an Beyoncés Glitzerbody. Nicht mehr an unrasierte Achseln, sondern an den Lipstick der Harry-Potter-Mimin Emma Watson. Sie sind die Poster Girls einer neuen Generation, einer, mit der sich die Masse identifizieren will. Schön, berühmt, unabhängig und erfolgreich. Ein parfümierter Feminismus, der hie und da von gleichen Rechten spricht. Damit kann auch die Werbung leben. Auf diesen Zug kann sie gefahrenlos aufspringen. Und sie macht es im großen Stil.

Den Gegenentwurf bringt das britische Gesundheitsministerium mit seiner neuen Kampagne. „This Girl Can“. Sie animiert Frauen dazu, zu „schwitzen wie ein Schwein“, also Sport zu treiben. Die Frauen im Clip haben Cellulite, sie wabbeln mit ihrem Fettgewebe. Frauen sind eben nicht aus Plastik. Deal with it.