APA/HERBERT NEUBAUER

Sparprogramm

Der Abbau der Bank Austria in 7 Zahlen

von Lukas Sustala / 15.12.2015

Die Bank Austria muss ihr Filialgeschäft doch nicht verkaufen. Stattdessen ist „Plan B“ in Kraft getreten: Die österreichische Großbank muss ihr Privatkundengeschäft kräftig sanieren, Filialen schließen, Personal abbauen. Das Sparpaket in Zahlen.

300

Millionen Euro muss die Bank Austria im Privatkundengeschäft bis 2018 sparen. Damit wird das bereits beschlossene Sparpaket von 150 Millionen Euro verdoppelt.

1.131

Millionen Euro hat die Kostenbasis des Privat- und Firmenkundengeschäfts im Jahr 2014 betragen. Zusammen mit den Aufwendungen des Private Banking, Corporate & Investment Banking und des Corporate Centers kommt man auf 1,7 Milliarden Euro an Aufwand bei der Bank. Die 300 Millionen sollen vor allem im Privatkundengeschäft und im Corporate Center eingespart werden. Rechnet man die Einsparung nur an diesen beiden Posten kommt man auf eine Quote von 26,5 Prozent.

3.500

Mitarbeiter beschäftigt die Bank Austria in diesem Bereich aktuell. Die UniCredit sieht als oberste Priorität ihres Sparplans eine Senkung der Personalkosten und weniger Mitarbeiter. Ob das rein über die natürliche Fluktuation gehen wird oder auch über Kündigungen, ist noch offen. Die Bank Austria kommt auf eine natürliche Fluktuation von mehreren hundert Mitarbeitern und hat eine interne Job-Plattform mit dem Namen „Move On“ ins Leben gerufen. Damit sollen die anvisierten Kosteneinsparungen gehoben werden.

65

Prozent soll die Kosten-Ertrags-Relation künftig betragen. Das wäre eine deutliche Verbesserung, die UniCredit selbst spricht in ihrer Aussendung von einer aktuellen Cost-Income-Ratio von 87 Prozent. Das zusammen ausgewiesene Privat- und Firmenkundengeschäft kommt auf knapp 75 Prozent (Daten aus dem Zwischenbericht der Bank Austria).

120

Filialen wird die Bank Austria 2018 noch haben, sagt Bankchef Willibald Cernko. Per Jahresende liegt die Filialzahl noch bei 190. Also schließt die BA zwischen 2016 und 2018 jede dritte Filiale. In Mailand stellt man sich vor, dass das Filialnetz zwar dünner gespannt wird, dafür teilweise größere Filialen übrig bleiben und das Online-Angebot aufgestockt wird. „Right sizing of the branch network with a view to reducing the number of branches while offering significantly larger branches, and expanding the online branch and the Online-Shop.

3.300

aktive Mitarbeiter der Bank werden in das allgemeine staatliche Pensionssystem übertragen. Cernko spricht von einer „strukturellen Kostenbelastung aus der Vergangenheit“, die nun beseitigt wird. Cernko betonte dabei wiederholt, dass es einen „fairen“ Ausgleich in Form von Abschlagszahlung gebe. Damit soll die Rückstellung im Ausmaß von 2,1 Milliarden Euro von der Bank-Austria-Bilanz verschwinden.

2042

ist das Jahr, in dem der letzte unkündbare Mitarbeiter in Pension gehen wird (laut Bankchef Willibald Cernko).

Dieser Artikel wird laufend aktuallisiert. Letztes Update um 11:00.