REUTERS/Stefano Rellandini

UniCredit

Die Sparpläne der UniCredit in 5 Charts

von Lukas Sustala / 12.11.2015

Die UniCredit hat gestern Sparpläne angekündigt, die auch ihre Österreich-Tochter Bank Austria stark betreffen. Im Kern geht es darum, dass die Bank nach schwachen Jahren gegensteuert. Die notleidenden Kredite sind seit 2012 noch einmal um 44 Prozent gestiegen, die Gewinnsituation ist deutlich schlechter als vor der Krise und der Aktienkurs im Keller.

 

Die Strategie der UniCredit, in möglichst vielen Märkten möglichst groß zu sein, ist offensichtlich gescheitert. Das Institut ist mit knapp 875 Milliarden Euro Bilanzsumme eines der größten in Europa. In Zentral- und Osteuropa, Deutschland, Polen, Italien und Österreich zählt die Bank zu den Top-3-Playern nach Marktanteil an den vergebenen Krediten.

Doch der Fokus auf die Profitabilität hat bei der expansiven Kritik offenbar eine untergeordnete Rolle gespielt. Bank-CEO Federico Ghizzoni stellt sie jetzt in den Vordergrund und Teile mit geringer Profitabilität auf den Prüfstand. Das Privatkundengeschäft in Österreich ist aber derart verlustbringend, dass es umstrukturiert oder verkauft werden muss.

In welchen Bereichen die UniCredit ein Profitabilitätsproblem hat
In welchen Bereichen die UniCredit ein Profitabilitätsproblem hat
ROAC = Return on Allocated Capital.
Das Privatkundengeschäft und das Leasing in Italien sind für die UniCredit Verkaufs- oder Restrukturierungskandidaten.
Credits: UniCredit

Erreicht werden soll die höhere Profitabilität vor allem über einen Kostenabbau. Im Bankgeschäft sind das vor allem die Personalkosten, und die sollen über Stellenkürzungen gesenkt werden. Bis 2018 will die UniCredit 1,6 Milliarden Euro einsparen, die Hälfte soll alleine aus den Personalkosten kommen. 18.200 Menschen werden ihre Jobs bei der UniCredit verlieren. Wie viele Mitarbeiter das am Bankenstandort Österreich betreffen wird, hängt auch von der Zukunft der Retail-Sparte ab.

Dazu kommt ein weiterer Einschnitt. Die Struktur der UniCredit-Gruppe soll „einfacher“ werden, findet man in Mailand. Das bedeutet vor allem: Die Osteuropazentrale wandert nach Mailand. Die Bank Austria verschwindet so aus dem internationalen Organigramm.

Die Zielstruktur der UniCredit
Die Zielstruktur der UniCredit
Die Sub-Holding der Osteuropatöchter in Wien wandert ab.
Credits: UniCredit