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Brexit: Der schwarze Freitag in 10 Charts

von Lukas Sustala / 24.06.2016

Was Sie zum Brexit wissen sollten, in 10 Grafiken und Charts. Vom Crash der Währung bis zur Rolle älterer Wähler und dem drastischen Verfall von Bankaktien.

1. Geteiltes Großbritannien

Großbritannien hat entschieden. 51,9 Prozent der Wähler haben beim Referendum gegen den Verbleib in der Europäischen Union gestimmt. Wie es sich schon im Vorfeld abgezeichnet hat, hat Großbritannien nicht einheitlich gegen den Verbleib gestimmt. In Schottland etwa dominiert das „Remain“-Lager ebenso wie in der Hauptstadt London.

2. Eine Frage des Alters

3. Das britische Pfund stürzt auf das Niveau der 1980er Jahre ab

Langfristig ist die Bewegung noch spektakulärer, stürzte das Pfund doch auf das niedrigste Niveau seit mehr als 30 Jahren ab.

4. Aber das ist vielleicht auch gut so

Schließlich hat etwa der Ökonom Roger Bootle in einem Interview mit NZZ.at gemeint, ein schwächeres Pfund wäre aktuell durchaus sinnvoll. Der Grund? Großbritannien hat aktuell ein drastisches Leistungsbilanzdefizit, exportiert also viel weniger, als es importiert. Eine schwächere Währung macht allerdings Exporte attraktiver.

5. Der Euro sinkt in Solidarität

Euro-Dollar-Wechselkurs
Euro-Dollar-Wechselkurs

Credits: Factset

6. Hingegen sind Krisenwährungen gefragt

Der Goldpreis legt um knapp 50$ je Feinunze zu
Der Goldpreis legt um knapp 50$ je Feinunze zu

Credits: Factset

7. Aktienmärkte unter Druck

Wenn Sie ein Depot besitzen, werden Sie den heutigen Tag jedenfalls als „schwarzen“ Freitag zu spüren bekommen. Die Aktienmärkte haben mit schweren Verlusten den Handelstag begonnen. Sowohl der deutsche Aktienindex DAX, der österreichische ATX oder der europäische Eurostoxx 50 notierten kurz nach Handelseröffnung deutlich im Minus.

Europas Aktienmärkte tief im Minus
Europas Aktienmärkte tief im Minus
Stand: 11:32
Credits: Factset

Wobei man wohl dazusagen muss, dass der schwere Absturz nach einigen relativ guten Aktienjahren gekommen ist. Die jüngste Kurskorrektur passiert trotz großer Unsicherheiten in der Weltwirtschaft seit Jahresbeginn (Stichwort: China) von einem recht hohen Niveau aus. Und tatsächlich notiert der Euro Stoxx Aktienindex etwa noch nicht einmal auf dem niedrigsten Stand des Jahres.

8. Besonders stark hat es Bankaktien getroffen

9. Der britische Wachstumsausblick

Der britische Ökonom Richard Batley erwartet einen drastischen Wachstumseinbruch im Zuge des Brexit (siehe Grafik). Demnach könnte die Volkswirtschaft im zweiten Halbjahr bestenfalls stagnieren. Die Ratingagenturen haben bereits im Vorhinein angekündigt, im Brexit-Fall Großbritannien die Spitzenbonität, das AAA-Rating, zu entziehen.

10. Das britische „Wirtschaftswunder“

Viele Kommentatoren bezeichneten die Abstimmung als Schuss ins Knie, insbesondere da Großbritannien eigentlich wirtschaftslich gut durch die Krise gekommen ist. Das ist im Vergleich zur EU wohl richtig. Doch angesichts der hohen Zuwanderungszahlen ist in Großbritannien das Wohlstandsniveau (Wirtschaftsleistung dividiert durch die Einwohnerzahl) gar nicht so viel stärker gestiegen als in der EU.