Nachfolgekämpfe in Grossbritannien

Da waren’s nur noch drei

von Markus M. Haefliger / 05.07.2016

Der britische Arbeitsminister Stephen Crabb zieht sich aus dem Rennen um die Nachfolge David Camerons zurück und unterstützt nun Innenministerin Theresa May, die als Favoritin gilt.

Wer hätte das vor ein paar Jahren für möglich gehalten? Im Auswahlverfahren für den Parteivorsitz der Tories haben nach dem ersten Wahlgang zwei Bewerberinnen die Nase vorn, während zwei männliche Kandidaten über die Klinge springen mussten. Das Verfahren mit fünf Kandidaten fand am Dienstag unter den Abgeordneten der konservativen Unterhausfraktion statt. Nach Auszählung der Stimmen am Abend erhielt Innenministerin Theresa May erwartungsgemäß am meisten Zuspruch, das Glanzergebnis von 165 Stimmen übertraf die Erwartungen aber deutlich. Energieministerin Andrea Leadsom, die den Brexit befürwortet hat und am rechten Rand der Partei politisiert, kam auf 66 Stimmen.

Michael Gove musste sich mit 48 Stimmen zufriedengeben; ihm schadete der Ruf, unzuverlässig zu sein, den er sich mit dem Verrat an seinem früheren Verbündeten Boris Johnson eingehandelt hat. Stephen Crabb, ein EU-Befürworter wie May, machte 34 Stimmen und gab das Rennen noch am Abend auf. Er gab zudem bekannt, dass er nun Innenministerin Theresa May unterstütze. Mit 16 Stimmen schied als Letztplatzierter auch der rechtsgerichtete ehemalige Verteidigungsminister Liam Fox aus.

Nach höchstens zwei weiteren fraktionsinternen Wahlgängen am Donnerstag und in einer Woche stehen die beiden Spitzenkandidaten (beziehungsweise -kandidatinnen) fest. Sie werden bis Anfang September in einer Abstimmung unter den 150.000 Parteimitgliedern einer Stichwahl unterzogen.