Was heute wichtig ist

07.10.2016

Hurrikan Matthew reißt hunderte Menschenleben mit sich. Der Wirbelsturm zieht eine Schneise der Verwüstung hinter sich her. Allein in Haiti sollen mindestens 283 Menschen getötet worden sein. Damit stieg die Zahl der Toten, laut offiziellen Angaben, von Donnerstag auf Freitag um rund 180 an. Allein in der Stadt Jérémie auf Haiti wurden 80 Prozent der Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Laut dem UN-Nothilfekoordinator UNOCHA sind derzeit rund 350.000 Menschen auf Versorgung angewiesen. Zuletzt wurde Matthew als Orkan der Stufe vier klassifiziert. Damit hat der Hurrikan die zweithöchste Einstufung für Wirbelstürme erreicht. Jetzt ist das Wetterphänomen auf dem Weg nach Amerika – US-Präsident Obama rief deshalb in zwei Bundesstaaten den Notstand aus. In den USA wurden insgesamt drei Millionen Menschen angehalten, ihre Wohnungen zu verlassen. Floridas Gouverneur Rick Scott warnte seine Bürger: „Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben.“
Die Zeit: Fast 300 Tote in Haiti – Obama ruft Notstand aus
BBC: Hurricane Matthew: Hundreds dead in Haiti storm disaster
UNOCHA: Hurricane Matthew: 350,000 people in need of assistance

Friedensnobelpreisträger verkündet. Am Freitag wird in Oslo der Friedensnobelpreisträger 2016 bekanntgegeben. 2015 gewann diesen das „Tunesische Quartett des nationalen Dialogs“. Der Preis ist mit rund 830.000 Euro dotiert. Er ist der einzige Nobelpreis der nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen wird.
BR: Für die Verbrüderung der Völker

Über 1.000 Polizeibeamte im Silvester-Einsatz in Köln. Mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen wappnet sich die deutsche Stadt Köln gegen erneute Übergriffe. Laut Polizeipräsident Jürgen Mathies sollen Polizisten in der Innenstadt überall in Sichtweite sein. Das jedenfalls kündigte er bei der Präsentation des Sicherheitsprogramms an. Außerdem wird um den Kölner Dom eine Schutzzone eingerichtet. Hinter einer 1,10 Meter hohen Absperrung wird hier jegliches Feuerwerk verboten sein. Erst vor wenigen Tagen erklärte ein Gutachten, dass das verspätete Eingreifen der Polizei bei den Vorfällen von 2015 die Übergriffe begünstigt habe.
Die Welt: 1.000 Polizisten sollen Kölner Silvesternacht sicher machen
Die Zeit: Silvesternacht in Köln – Was geschah wirklich

Deutschland begrenzt Sozialhilfeanspruch für EU-Ausländer. In Deutschland sollen EU-Bürger erst nach fünf Jahren Hartz IV oder Sozialhilfe bekommen – falls sie nicht in der Bundesrepublik arbeiten. Der Gesetzesentwurf  von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) soll in der kommenden Woche im Kabinett beschlossen werden. Ziel ist es, osteuropäische EU-Bürger an einer Zuwanderung ins deutsche Sozialsystem zu hindern. Schon Ende 2015 hatte Nahles eine entsprechende Gesetzesänderung annonciert.
Die Zeit: Darf sie das?
Die Welt: Nur begrenzter Anspruch auf Hartz IV für EU-Ausländer

Pakistan ringt sich zu Gesetz gegen „Ehrenmord“ durch. Wenn eine Frau die Ehre eines Mannes schwerwiegend verletzte, durfte dieser bisher, solange die Familie des Opfers es billigte, die Frau töten. Das geht jetzt nicht mehr: Der sogenannte „Ehrenmord“ wurde am Donnerstag endgültig verboten. Auch gegen die Vergewaltigung von Frauen wurde ein Gesetz erlassen. Konservative und religiöse Kreise hatten sich bis zuletzt gegen die Direktiven gewehrt. Frauenrechtler kritisieren immer noch sexistische Zustände in Pakistan. Zuletzt stieg die Zahl ermordeter Frauen drastisch an. Waren es 2010 noch 791 Fälle, so dokumentierte die Menschenrechtskommission 2014 bereits 1.004 Morde.
Der Standard: Pakistan: Ein Ehrenmord zu viel