Was heute wichtig ist

08.03.2016

UNO kritisiert Davutoğlus Plan. Die Regierung in Ankara ist bereit, alle Syrien-Flüchtlinge aus Griechenland zurückzunehmen, wenn die EU gleich viele Syrer direkt aus der Türkei aufnimmt. Für die Kooperation verlangt Davutoğlu von der EU zusätzliche drei Milliarden Euro. Ein Entscheid über den heiklen Plan steht nächste Woche an. Die Vereinten Nationen haben währenddessen Zweifel an der potenziellen Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei angemeldet. Der Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi befürchte, der Deal könnte Menschen zurück in die Kriegsgebiete drängen.
NZZ: Neuer Türkei-Plan bringt Dynamik
Türkei verlangt weitere drei Milliarden Euro
Guardian: EU-Turkey deal could see Syrian refugees back in war zones, says UN 

Mutmaßliche Mafiosi in der Schweiz verhaftet. In drei Schweizer Kantonen sind insgesamt 15 mutmaßliche Mafia-Mitglieder verhaftet worden. Das Bundesamt für Justiz kam damit einem italienischen Auslieferungsersuchen nach. Die Verdächtigen sollen der Frauenfelder Zelle der kalabresischen ’Ndrangheta angehören. Zwei der Verhafteten sind in Italien bereits zu Freiheitsstrafen von neun beziehungsweise sechs Jahren verurteilt worden.
NZZ: Schlag gegen Thurgauer Mafia-Zelle

Latinos suchen vermehrt um US-Staatsbürgerschaft an. Die Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidaturen in den USA haben einen Nebenffekt: Immer mehr Latinos suchen um die Staatsbürgerschaft an. Viele wollen gegen Donald Trump stimmen, der immer wieder Stimmung gegen Migranten macht. Das Weiße Haus fördert die Einbürgerungsbestrebungen. Alleine am Präsidententag wurden 20.000 neue Staatsbürgerschaften verliehen.
Die New York Times berichtet über das Phänomen

Bank of England sieht EU-Mitgliedschaft positiv. Der Präsident der Bank of England, Mark Carney, hat bei einer Anhörung vor dem britischen Unterhaus die Vorzüge einer EU-Mitgliedschaft hervorgehoben. Man wolle den Briten aber nicht vorschreiben, wie sie stimmen sollen, so der Notenbankchef. Kritik vonseiten der Austrittsbefürworter rief seine Aussage hervor, die Zentralbank werde den Geldinstituten Milliarden an zusätzlichen Liquiditätsmitteln zur Verfügung stellen, um eine mögliche Brexit-Krise zu verhindern.
Der Telegraph verfolgt die Anhörung mit einem Live-Ticker

Russland warnt Nordkorea. Die Russische Föderation hat die nordkoreanische Staatsführung ungewöhnlich scharf kritisiert. Das Land sei dabei, die rechtliche Grundlage für eine militärische Intervention zu schaffen, hieß es aus Moskau. Die Drohung, Nuklearwaffen auch präventiv einzusetzen, könne in diese Richtung gedeutet werden. Nordkorea begebe sich damit in völlige Opposition zur internationalen Gemeinschaft.
Russia warns North Korea over threats of nuclear strike