Was heute wichtig ist

08.08.2016

Erdoğan lässt sich feiern – und stellt die Todesstrafe in Aussicht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat vor seinen Anhängern in Istanbul die Einheit seines Landes beschworen und sich gegen Kritik aus dem Westen gewehrt. Auf der Massenkundgebung hat er sich erneut für die Todesstrafe ausgesprochen. Er würde diese bestätigen, sollte das Parlament dafür stimmen, sagte Erdoğan am Sonntag.
NZZ.ch: Erdoğan lässt sich feiern

Der Ton zwischen Ankara und Wien bleibt schroff. Nach der Kritik durch Bundeskanzler Christian Kern am Vorgehen der Türkei nach dem missglückten Putschversuch setzt das offizielle Ankara auf verbale Eskalation. Burhan Kuzu, Berater des türkischen Präsidenten, twitterte in Richtung des Bundeskanzlers: „Verpiss dich, Ungläubiger!“ Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte Österreich als „Hauptstadt des radikalen Rassismus“ bezeichnet. Österreichs Außenminister Sebastian Kurz kündigte in einem Zeitungsinterview an, ein Veto gegen das Eröffnen weiterer Kapitel in den EU-Türkei-Verhandlungen einzulegen.
NZZ: Kurz kündigt Veto an
Krone.at zu dem vulgären Tweet gegen Kern
Gastkommentar auf NZZ.at: Time to break up?
NZZ.at: Christian Kern verärgert Ankara

IS bekennt sich zu Machetenangriff in Belgien. Der Islamische Staat (IS) hat sich zur Macheten-Attacke im belgischen Charleroi bekannt. Der Täter, ein 33 Jahre alter Algerier, der seit 2012 in Belgien lebte, sei ein „IS-Soldat“ gewesen, teilte das IS-Sprachrohr Amak mit. Die Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag ein Ermittlungsverfahren wegen „terroristischen Mordversuchs“ ein, wie Regierungschef Charles Michel mitteilte. Bei dem Anschlag waren am Samstag zwei Polizistinnen verletzt worden, der Angreifer wurde niedergeschossen und starb im Krankenhaus.
NZZ: Der Angreifer ist identifiziert
Kommentar von Michael Fleischhacker: Worüber wir reden, wenn wir über Terror reden

Bank Austria tauscht Ost-Geschäft gegen eine Milliarde Euro. Die italienische Großbank UniCredit hat der Tochter Bank Austria im Zuge der Abspaltung des Ost-Geschäfts einen Barzuschuss von einer Milliarde Euro geleistet. Das gewinnbringende Ostbanken-Geschäft wird auf die UniCredit übertragen. Die Bank Austria verliert dadurch 8,2 Milliarden Euro anrechenbarer Eigenmittel und ist künftig auf das Osteuropageschäft geschrumpft. Im ersten Halbjahr hat die Bank dabei Verluste gemacht.
Die Zweiklassengesellschaft im österreichischen Banking – NZZ.at

Das thailändische Volk legitimiert die Militärjunta. Mehr als 60 Prozent der Wähler stimmten zwei Jahre nach dem Militärputsch für die von der Militärjunta vorgeschlagene Verfassung. Kritiker befürchten, die Rückkehr der Demokratie werde sich nun verzögern. Wie die Wahlkommission in Bangkok nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen mitteilte, votierten 62 Prozent der Wähler für den Verfassungsentwurf.
Scheinerfolg für Thailands Machthaber – NZZ

21 Tote nach Unwetter in Mazedonien. Bei heftigen Gewittern und Überschwemmungen sind in Mazedonien mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen und 56 weitere verletzt worden. Nach Polizeiangaben dauerte die Suche nach möglichen weiteren Opfern am Sonntag an. Ein heftiger Gewittersturm hatte am Samstagabend die Hauptstadt Skopje getroffen. Über Skopje und die Stadt Tetovo im Nordwesten des Landes verhängte die Regierung den Ausnahmezustand.
Deadly flood hits Skopje – BBC