Was heute wichtig ist

08.11.2015

Mehrere Geständnisse im VW-Skandal. Weil die ambitionierten Ziele des zurückgetretenen VW-Chefs Martin Winterkorn anders nicht erreichbar gewesen wären, hätten die Ingenieure die Manipulationen an Dieselfahrzeugen vorgenommen, berichtet die Bild am Sonntag. Demnach gibt es erste Geständnisse im Skandal um falsche Abgaswerte bei Fahrzeugtests. Mehrere deutsche Manager des Automobilkonzerns durften laut Medienberichten die USA nicht verlassen, sie mussten ihre Pässe den Behörden aushändigen um für die Ermittlungen zur Verfügung zu stehen. VW hat angekündigt, für drohende Steuernachzahlungen der Kunden aufzukommen.
NZZ: VW-Chef schreibt an Widmer-Schlumpf
FAZ: Mitarbeiter bringen CO2-Betrug an den Tag

Sinai-Absturz ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Terroranschlag von IS: Zu 99,9 Prozent sei die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) für den Flugzeugabsturz der russischen Maschine über der ägyptischen Halbinsel Sinai verantwortlich, berichtet CNN. Britische und US-amerikanische Geheimdienste hätten die Kommunikation von Extremisten analysiert. IS soll einen Attentäter als Flughafenmitarbeiter eingeschleust haben, der den Sprengsatz im Flugzeug deponierte, lautet die These. Weiterhin werden Touristen aus dem ägyptischen Badeort Sharm-el-Sheikh ausgeflogen.
CNN: U.S. officials express growing confidence bomb downed Russian plane

In Kroatien und Myanmar wird heute gewählt. Die Bürger des jüngsten EU-Mitgliedsstaates Kroatien entscheiden heute über ein neues Parlament. Die letzten Umfragen zeigen, dass die regierenden Sozialdemokraten mit ihrer humanen Flüchtlingspolitik aufholen konnten, nachdem sie vor einem halben Jahr noch als chancenlos galten. Im südostasiatischen Myanmar finden heute die ersten demokratischen Wahlen seit 25 Jahren statt: Im Vorfeld war kritisiert worden, dass die EU-Wahlbeobachter nicht in die Kasernen durften, in denen 500.000 Militärs ihre Stimmen abgeben.  Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi gilt als Favoritin. Die Ergebnisse werden erst in einigen Tagen erwartet.
NZZ: Reaktionäre Tendenzen in Kroatien
Die Zeit: Suu Kyi hofft auf demokratischen Neubeginn


Credits: AFP

Deutschlands Innenminister handelte im Alleingang. Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland sorgt die Suche nach einer Strategie in der  Flüchtingspolitik für koalitionäre Verspannung. So soll sich Innenminister Thomas de Maizière (CDU) nicht mit dem Kanzleramt abgesprochen haben, bevor er seine Pläne zur Verschärfung des Asylrechts für Syrer der Presse mitteilte. De Maizière ruderte bereits zurück, für Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) ist der Vorschlag damit vom Tisch. Was bleibt, ist dicke Luft in Berlin.
Spiegel Online: De Maizières Asyl-Vorstoß – Innenminister soll das Kanzleramt umgangen haben

Die ÖBB reagieren auf Berichte über ihre Kostenersatzförderung für Flüchtlingstransporte. Es würden die Kosten für Sonderzüge und zusätzliche Reinigungskosten an den Bund weiterverrechnet, nicht aber entgangene Gewinne oder Kosten für Notschlafquartiere. Das Profil hatte geschrieben, dass die ÖBB fünf Millionen Euro fordern würden. Derzeit prüft das Verkehrsministerium die Forderung, bezahlt werden müsste es vom Innenministerium. Vor einigen Wochen sorgte die Westbahn für Empörung in den sozialen Netzwerken, weil sie von den ÖBB Rabatte für den Mehraufwand der Flüchtlingslogistik wollte.
Profil: ÖBB stellen Kosten für Flüchtlinge in Rechnung