Was heute wichtig ist

10.03.2016

Null Komma null. Die Europäische Zentralbank lockert die Geldpolitik weiter. Erstmals in ihrer Geschichte hat sie den Leitzins für die Eurozone auf null Prozent gesenkt. Zudem wird die EZB die Ankäufe von Staatsanleihen auf monatlich von 60 auf 80 Milliarden Euro ausweiten. Die Märkte haben den Eurokurs nach der überraschenden Ankündigung ins Schwanken gebracht.

NZZ-Wirtschaftsredakteur Christian Leisinger hat die Details der Entscheidung
Lukas Sustala zeigt die bisherigen Auswirkungen der lockeren Geldpolitik der EZB

Innenminister beraten Türkei-Lösung. In Brüssel beraten die EU-Innenminister über die Zusammenarbeit mit der Türkei in der Flüchtlingskrise. Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière erklärte in diesem Rahmen, dass der Flüchtlingsstrom nach Deutschland beinahe „zum Stillstand“ gekommen sei. Deutschland arbeite „daran, dass es so bleibt“. UNO-Hochkommissar für Menschenrechte Said Raad al-Hussein hat die EU unterdessen vor einer Umsetzung des Türkei-Plans gewarnt.
Deutschland sieht Ende des Flüchtlingsstroms
Said Raad al-Husseins Einwand

Nächste Eskalation in polnischer Verfassungskrise. Das polnische Verfassungsgericht hat die umstrittene Justizreform der Regierung für ungültig erklärt. Die Reform hätte das Gericht beschlussunfähig gemacht. Die nationalkonservative Regierung kündigte jedoch an, das Urteil nicht beachten zu wollen. Damit verschärft sich die institutionelle Krise in Polen. Die umstrittene Justizreform beschäftigt am Freitag und Samstag auch die Venedig-Kommission, ein Gremium von Rechtsexperten des Europarats.
NZZ-Korrespondentin Meret Baumann über die sich zuspitzende Verfassungskrise

Meilenstein der künstlichen Intelligenz. Die Google-Software AlphaGo hat den weltbesten Spieler des asiatischen Brettspiels Go im ersten von fünf Spielen besiegt. Der 33-jährige Koreaner Lee Sedol gab nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit auf. Go galt lange Zeit als zu komplex für Computer-Softwares.

Häupl zeigt Härte. Ab heute tagt die Wiener SPÖ bei ihrer Klubtagung in Wien-Floridsdorf. Auch wenn sie sich mit den Herausforderungen einer wachsenden Stadt beschäftigen will, wird es aktuell auch um die Flüchtlingsfrage gehen. Bürgermeister Michael Häupl hat dem Kurier ein Interview gegeben, in dem er ähnlich wie zuletzt Kanzler Faymann Härte in der Flüchtlingsfrage demonstriert.
Häupl: Kein Pardon für kriminelle Asylwerber

US-Chef von Volkswagen zurückgetreten. Knapp sechs Monate nach Bekanntwerden der Abgasaffäre ist der US-Chef von Volkswagen mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Michael Horn verlasse das Unternehmen, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden, teilte Volkswagen am Mittwoch mit. Der Manager stand seit 2014 an der Spitze von VW in den USA. Nachfolger wird übergangsweise Hinrich Woebcken, der jüngst zum neuen Chef der Region Nordamerika berufen worden war.
VW-Konzernchef Matthias Müller im Interview über die Zukunft des Autobauers auf NZZ.at

Anzeige gegen Brasiliens Präsident. Der brasilianische Korruptionsskandal rund um den Ölkonzern Petrobras weitet sich aus. Gegen den ehemaligen Präsidenten Brasiliens, Lula da Silva, soll heute, Donnerstag, Strafanzeige gestellt werden.
BBC: Charges filed against Brazil’s Lula