Was heute wichtig ist

11.02.2016

Nordkorea kappt das „Rote Telefon“ zum Süden. Pjöngjang trennt zwei wichtige Kommunikationslinien, die in Notfällen zur raschen Schlichtung von Konflikten mit Südkorea beitragen sollten. Damit reagiert das Regime von Diktator Kim Jong-un auf den Rückzug Südkoreas aus dem gemeinsam bewirtschafteten Industriekomplex Kaesong nördlich der demilitarisierten Zone. Seoul hatte wiederum die einzige Wirtschaftskooperation zwischen den Ländern in Kaesong abgebrochen, um gegen einen Test einer Langstreckenrakete vom Sonntag zu protestieren. Den Rückzug Südkoreas wertete der Norden als Kriegserklärung und deklarierte das Kaesong-Areal als Militärzone, wie Medien berichteten. Südkoreanische Firmen haben bereits mit dem Abzug von Personal und Material begonnen.
Bericht der BBC

Prozess gegen Auschwitz-Wächter hat begonnen. Der 94-jährige Reinhold Hanning war von Januar 1943 bis Juni 1944 SS-Unterscharführer im KZ Auschwitz. In diesem Zeitraum wird ihm Beihilfe zum Mord an 170.000 Menschen vorgeworfen. Sein Prozess beginnt heute, Donnerstag, vor dem Landgericht Detmold (Nordrhein-Westfalen).
NZZ über den Prozess

Dramatische Lage in Aleppo. Die zuletzt intensiven Kämpfe um die syrische Provinz Aleppo sollen bereits 50.000 Einwohner vertrieben haben, schätzt das Rote Kreuz. Neben den Kampfhandlungen soll vor allem die schlechte Wasserversorgung die Menschen zur Flucht bewegen. Das Rote Kreuz könne aufgrund der intensiven militärischen Auseinandersetzung Zehntausende nicht versorgen. Die syrische Regierung versucht, mit Hilfe von russischer Luftunterstützung jene Teile der Stadt Aleppo, die von Rebellen kontrolliert werden, zurückzuerobern. Russland hat Insidern zufolge eine Waffenruhe in Syrien zum 1. März vorgeschlagen. Die USA glauben, dass sich Moskau damit ein dreiwöchiges Zeitfenster verschaffe, um die Rebellen in die Knie zu zwingen. Heute, Donnerstag, beginnen in München internationale Gespräche zur Beilegung des Bürgerkriegs.
50.000 durch Kämpfe in der Provinz Aleppo vertrieben – ICRC
Bericht der BBC
NZZ: Aleppo als Wendepunkt im syrischen Bürgerkrieg

Die NATO berät Anti-IS-Einsatz und Aufrüstung in Osteuropa. Heute treffen sich die NATO-Minister in Brüssel, um eine Beteiligung an der Anti-IS-Koalition zu prüfen. Dieser Einsatz ist allerdings nicht unumstritten. Klar ist hingegen, dass das Militärbündnis seine Präsenz ausbauen will, um Russland von einem Angriff auf die östlichen Bündnispartner abzuschrecken. In Osteuropa sollten laut der NATO pro Land bis zu 1.000 Bündnissoldaten stationiert werden. Die Verteidigungsminister haben beschlossen, entsprechende Planungen voranzutreiben.
NATO will Truppen in Osteuropa aufstocken – NZZ
Themen des NATO-Treffens

Feld bei den US-Republikanern lichtet sich. Nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire steigen zwei weitere Republikaner aus dem Rennen um das Weiße Haus aus. Chris Christie und Carly Fiorina beendeten am Mittwoch ihre Kampagnen für die US-Präsidentenwahl. Der 53-jährige Christie erklärte, er verabschiede sich ohne Bedauern. Die 61-jährige Fiorina sagte: „Ich werde weiterhin durch dieses Land reisen und für die Amerikaner kämpfen, die sich nicht damit abfinden, wie die Dinge gerade sind.“
Der aktuelle Stand der US-Vowahlen auf NZZ.ch

Twitter verliert aktive Nutzer. Wie der Kurznachrichtendienst mitteilte, sank die Zahl der aktiven Nutzer im letzten Quartal 2015 von 307 auf 305 Millionen. Investoren hatten mit einem Wachstum gerechnet. Nach Sparmaßnahmen des gebeutelten Unternehmens ist zwar auch der Verlust von 125 auf rund 90 Millionen Dollar geschrumpft. Auf das gesamte Jahr 2015 gesehen verbrannte das Unternehmen aber 500 Millionen Dollar. Der Aktienkurs ist seit Monaten im Rutschen, auch weil wichtige Manager das Unternehmen verlassen haben.
Twitter macht 500 Millionen Euro Jahresverlust – NZZ