Was heute wichtig ist

11.07.2016

Portugal ist Europameister. Die Portugiesen besiegten am Sonntagabend im Pariser Stade de France den favorisierten Gastgeber Frankreich mit 1:0. Eder erzielte in der 109. Minute das entscheidende Tor im Finalspiel, das die Franzosen lange Zeit dominiert hatten. Die Portugiesen hatten schon in der ersten Hälfte auf ihren Superstar Cristiano Ronaldo verzichten müssen: Nachdem er von Dimitri Payet in der 8. Minute am Knie verletzt worden war, hatte er in der 25. Minute unter Schmerzen und Tränen aufgeben müssen.
Stefan Osterhaus berichtet aus Frankreich
Kommentar: Erfolgreich statt schön
Videoserie „Zahlen bitte“ zum EM-Finale

Jubel und Randale. In Portugal löste der überraschende Sieg der Seleção einen Jubelsturm der Fans aus. Zehntausende Menschen feierten in der Nacht im ganzen Land den ersten EM-Titel der portugiesischen Fußball-Nationalmannschaft. Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa kündigte an, dass die Spieler mit einem Verdienstorden ausgezeichnet werden. In Frankreich ging die EM dagegen mit unschönen Szenen zu Ende. Am Eiffelturm und später auf den Champs-Elysees lieferten sich meist jugendliche Randalierer Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten im Gegenzug Tränengas und Wasserwerfer ein. 40 Personen wurden festgenommen.
Deutsche Welle: Krawalle rund um das EM-Finale

USA: Erneut Schwarzer durch Polizeischüsse getötet. Im texanischen Houston haben Polizisten am Samstag einen Afroamerikaner niedergeschossen, der später seinen Verletzungen erlag. Nach dem Tod zweier Schwarzer in den Staaten Minnesota und Louisiana und dem Mord an fünf Polizisten in Dallas ist die Stimmung im Land aufgeheizt, es wird eine Eskalation befürchtet. Sprengstofffunde in der Wohnung des 25-jährigen Polizistenmörders deuteten indes darauf hin, dass dieser eine noch größere Attacke geplant hatte.
Dallas hinterlässt ein verunsichertes Land

Shinzo Abe siegt in Japan. Der deutliche Wahlsieg des Regierungslagers in Japan hat den Weg für eine Reform der pazifistischen Verfassung geebnet. Die Koalition des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe sowie andere reformwillige konservative Kräfte kämen nach der Oberhauswahl vom Sonntag zusammen auf die für eine Verfassungsänderung nötige Zweidrittelmehrheit, berichteten Medien. Abe möchte jenen Artikel der Verfassung ändern, der dem Land unter allen Umständen Kriegsführung verbietet.
Naht das Ende von Japans pazifistischem Artikel?

Sicherheitsrat verurteilt Kämpfe im Südsudan. Der UNO-Sicherheitsrat hat die Bürgerkriegsparteien im Südsudan zur sofortigen Einstellung der Kämpfe aufgefordert. In einer am Sonntag einstimmig verabschiedeten Erklärung zeigten sich die 15 Ratsmitglieder bereit, die 16.000 Mann umfassende Blauhelmmission in dem afrikanischen Land weiter aufzustocken. Kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit waren Kämpfe zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und seinem Rivalen, Vizepräsident Riek Machar, ausgebrochen. Offiziellen Angaben zufolge starben dabei bereits 270 Menschen.
Die Welt: Kriegsfürsten verlieren Kontrolle über ihre Dämonen

Euro-Finanzminister beraten über Brexit-Folgen. Die Euro-Finanzminister diskutieren heute Nachmittag über die Folgen des Brexit-Referendums für das gemeinsame Währungsgebiet. Es ist das erste Treffen der Eurogruppe nach dem Votum in Großbritannien. Finanzminister Hans Jörg Schelling hatte jüngst mit der Aussage aufhorchen lassen, dass Großbritannien die EU nicht verlassen werde. Dagegen sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend im ZDF, sie gehe „ganz fest“ von einem Austrittsantrag Londons aus.
Angela Merkel im ZDF-Interview

TTIP-Verhandlungen gehen in nächste Runde. Die Verhandlungen der EU mit den USA über das transatlantische Freihandels- und Investitionsschutzabkommen TTIP werden am Montag in Brüssel wieder aufgenommen. In der 14. Verhandlungsrunde stehen unter anderem Energie und der Handel mit Rohstoffen auf der Agenda. Die Gespräche sollen bis Freitag dauern. Die Verhandlungen über TTIP waren zuletzt unter anderem vom Bekanntwerden geheimer Verhandlungspapiere belastet worden.
Die Ziellinie im Blick, die Kritiker im Nacken