Was heute wichtig ist

11.11.2015

Bank-Austria-Mutter Uni Credit streicht 18.200 Stellen. Vorstandschef Federico Ghizzoni kündigte am Mittwochnachmittag noch drastischere Kürzungen an als erwartet. Insgesamt sollen 1,6 Milliarden Euro eingespart werden. Vor allem die Österreich-Tochter ist von dem Maßnahmen betroffen. Die Osteuropa-Holding der Bank Austria wird aufgelöst und an der Zentrale in Mailand angesiedelt. Dadurch erspart sich die Uni Credit einen erheblichen Teil der anfallenden Bankenabgabe. Die personelle Osteuropakompetenz am Standort Wien soll trotzdem erhalten bleiben. Das Privatkundengeschäft der Bank Austria soll bis 2016 restrukturiert oder verkauft werden. Die Bank Austria hat in den ersten drei Quartalen mit 660 Millionen Euro halb so viel Gewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode erwirtschaftet.
NZZ-Korrespondent Matthias Benz über den schweren Schlag für den Bankenplatz Österreich

EU und Afrika beraten über Flüchtlingskrise. Die Staats- und Regierungschefs der EU und afrikanischer Staaten beraten heute seit 17.15 Uhr bei einem Sondergipfel auf Malta über die Flüchtlingskrise. Die EU-Kommission versprach 1,8 Milliarden Euro als Unterstützung für afrikanische Länder bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme und erwartet weitere Mittel von den Mitgliedstaaten.
BBC: Migrant crisis: EU to offer Africa aid at Malta summit
NZZ-Korrespondent Niklaus Nuspliger über Europas Fleckerlteppich in der Asylpolitik (NZZ.ch)

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Slowenien beginnt mit Zaunbau an der Grenze zu Kroatien. Das südliche Nachbarland begann heute, Mittwoch, mit der Errichtung der angekündigten „vorübergehenden technischen Hindernisse“. Rechtzeitig vor der erwarteten Ankunft einer weiteren Flüchtlingswelle entlang der Balkanroute verluden Augenzeugen zufolge slowenische Soldaten im Grenzort Rigonce Stacheldrahtrollen. Der geplante Zaun soll mit einer Länge von bis zu 125 km entlang einer strategischen Strecke aufgestellt werden. Ljubljana hat zuvor wiederholt Zagreb vorgeworfen, den Flüchtlingsstrom unkontrolliert nach Slowenien zu leiten.
Bericht ORF.at

Myanmars Präsident gratuliert Opposition zum Wahlerfolg. Nach derzeit 40 Prozent ausgezählter Stimmzettel errang die Oppositionspartei, die Nationale Liga für Demokratie (NLD), mit 90 Prozent der Stimmen einen Erdrutschsieg bei der historischen Parlamentswahl in Myanmar. Laut BBC gratulierte der amtierende Präsident Thein Sein heute der Oppositionsführerin Aung San Sui Kyi zum Wahlerfolg. Eine Einladung der Friedensnobelpreisträgerin an die Regierung zu einem Gespräch der „nationalen Versöhnung“ könne erst nach Vorliegen eines offiziellen Endergebnisses berücksichtigt werden, so ein Sprecher des Präsidenten. Das Eingeständnis der Wahlniederlage mindert Befürchtungen, die vom Militär gestützte Regierungspartei werde einen demokratisch legitimierten Machtwechsel nicht zulassen.
BBC: Myanmar election: President congratulates Suu Kyi

Wien und München unterschreiben Heta-Generalvergleich. Heute Mittag wird in Wien der politische Generalvergleich zwischen der Republik Österreich und dem Freistaat Bayern unterzeichnet. Damit soll ein Milliardenstreit zwischen der früheren Hypo, nun Heta, und der BayernLB zumindest politisch beigelegt werden. Wien überweist zumindest einen „Ausgleichsbetrag“ von 1,23 Mrd. Euro nach München. Andere Heta-Gläubiger kritisieren diesen Vergleich.
Eine Grafik zeigt die Hypo-Bürde für das Budget
NZZ-Korrespondent Matthias Benz hat die rechtlichen Konsequenzen analysiert

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