Was heute wichtig ist

13.10.2016
Syrischer Terrorverdächtiger al-Bakr beging in Gefängniszelle Selbstmord. Wenige Tage nach seiner Festnahme wegen mutmaßlicher Anschlagspläne hat sich der 22-jährige Syrer Jaber al-Bakr in der Justizvollzugsanstalt Leipzig das Leben genommen. Das teilte das sächsische Justizministerium mit. Al-Bakrs Pflichtverteidiger sprach von einem „Justizskandal“. Auch Politiker reagierten entsetzt. Al-Bakr war verdächtigt worden, einen islamistisch motivierten Anschlag auf Züge und Flughäfen in Deutschland geplant zu haben.
Spiegel Online: Albakr hat in Haft Suizid begangen
Die Zeit: Verteidiger: Suizid-Risiko war bekannt


Zwei Frauen werfen Trump sexuelle Übergriffe vor. 
Gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sind neue schwere Vorwürfe erhoben worden: Zwei Frauen beschuldigen ihn, gegen sie sexuell übergriffig geworden zu sein. In einem am Mittwochabend veröffentlichten Interview mit der New York Times beschuldigte die heute 74-jährige Jessica Leeds den Immobilienmogul, sie vor mehr als 35 Jahren während eines Fluges betatscht zu haben, als sie zufällig neben ihm gesessen habe.
New York Times: Two Women Say Donald Trump Touched Them Inappropriately
Der Standard: Zwei Frauen werfen Trump sexuelle Übergriffe vor
NZZ.at: Trump kämpft mit dem Rücken zur Wand

Terror-Prozess in Wien: Zehnjährige sollten als IS-Kämpfer angeworben werden. Fünf Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren müssen sich ab Donnerstag wegen Mitwirkung an einer terroristischen Vereinigung im Wiener Landesgericht verantworten. Die Burschen wollten sich laut Anklage in Syrien der radikalislamistischen Terrormiliz Islamischer Staat anschließen. Einer von ihnen soll außerdem versucht haben, zehn und elf Jahre alte Buben als IS-Kämpfer anzuwerben.
ORF: Prozess gegen jugendliche IS-Kämpfer

Erste parlamentarische Auseinandersetzung über das Budget 2017. Das am Mittwoch von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) präsentierte Budget 2017 wird am Donnerstag der ersten parlamentarischen Auseinandersetzung unterzogen. Nach der Ersten Lesung wird der Bundesvoranschlag ausführlich im Ausschuss beraten und am Freitag, 25. November, nach der eigentlichen Budgetdebatte beschlossen.
NZZ.at: Schellings Mühen der Ebene
NZZ.at: Budget: reden und reden lassen
NZZ.at: Das kann noch nicht alles gewesen sein

Deutsches Verfassungsgericht entscheidet über CETA. Das deutsche Verfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet heute in einem Eilverfahren, ob die deutsche Regierung am 18. Oktober der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens EU-Kanada (CETA) zustimmen darf. Es muss dabei abwägen, ob das Risiko einer CETA-Blockade oder einer Verletzung des deutschen Grundgesetzes größer ist. Das Gericht urteilt aber noch nicht, ob der Vertrag verfassungswidrig ist.
Tagesschau: CETA-Verhandlung am Bundesverfassungsgericht
NZZ.ch: Deutsches Verfassungsgericht verhandelt über Ceta-Klagen

Schottische Nationalisten beraten über Unabhängigkeitsreferendum. Mit dem Brexit-Problem als dominierendes Thema kommt die schottische Regierungspartei ab Donnerstag zu einem Parteitag zusammen. Regierungschefin Nicola Sturgeon hat bereits angekündigt, „alle Möglichkeiten“ auszuschöpfen, damit Schottland in der EU bleiben kann, auch wenn Großbritannien austritt. Die Mitglieder der Schottischen Nationalpartei (SNP) werden daher auch über einen Antrag beraten, in dem mit einem neuen Referendum über die Abspaltung Schottlands von Großbritannien gedroht wird.
Deutsche Welle: Scottish nationalists huddle to talk Brexit, independence
The Guardian: The Guardian view on the SNP conference: dominant amid the dilemmas

FARC-Rebellen wollen rasche Friedenslösung in Kolumbien. Trotz der Ablehnung bei einer Volksabstimmung geht die kolumbianische Guerillaorganisation FARC von einer raschen Einigung auf einen Friedensvertrag aus. FARC-Chef Rodrigo Londono sagte am Mittwoch in einem Radiointerview: „Es kann schon bald gute Nachrichten geben“. Die Gegner der Friedenslösung um Ex-Präsidenten Alvaro Uribe stoßen sich vor allem daran, dass die Guerillakämpfer auch für schwere Verbrechen nur milde Strafen bekommen sollen. Nun vermittelt Präsident Juan Manuel Santos, der für seine Bemühungen, den Konflikt zu beenden, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
NZZ.at: Wo ein Ego ist, ist auch ein Weg
The Wall Street Journal: FARC Says It Still Wants Peace, Despite Colombian Voters’ Rejection of Accord

Thailand bangt um schwerkranken König Bhumibol. Thailand bangt um seinen schwerkranken Monarchen Bhumibol Adulyadej. Der Königspalast erklärte am Mittwoch, der 88-Jährige sei an ein Atemgerät angeschlossen worden und bekomme eine Nierenersatztherapie. Sein Gesundheitszustand sei „weiterhin instabil“. Hunderte Thailänder zogen vor das behandelnde Krankenhaus in Bangkok und beteten für Bhumibol. Er ist seit 1946 König und damit der dienstälteste Monarch der Welt. Bhumibol hat zwar formal keine politische Macht, viele Thailänder verehren ihn aber fast wie eine Gottheit.
NZZ.ch: Beten für den König
FAZ: Kronprinz eilt ins Krankenhaus

Der Literaturnobelpreisträger 2016 wird bekanntgegeben. Die Schwedische Akademie gibt heute, Donnerstag, um 13 Uhr den Literaturnobelpreisträger 2016 bekannt. Wer sich heuer über die renommierte Auszeichnung freuen kann, ist noch streng geheim. Die Wettbüros sehen wie üblich Favoriten wie Haruki Murakami oder Adonis vorne. Im Vorjahr hatte die Weißrussin Swetlana Alexijewitsch die prestigeträchtigste Literaturauszeichnung der Welt erhalten.
NZZ.ch: Wer wird der 113. Preisträger?
Los Angeles Times: Will Don DeLillo win the Nobel Prize in literature?
Tagesschau: Geschichte des Nobelpreises: Stifter mit schlechtem Gewissen