Was heute wichtig ist

13.11.2015

Paris ist in der Nacht auf Samstag von einer Anschlagsserie erschüttert worden, bei der zumindest 120 Menschen ums Leben gekommen sind. Frankreichs Präsident Hollande hat zum ersten Mal seit dem Algerienkrieg Ende der 1950er Jahre einen nationalen Ausnahmezustand ausgerufen und Frankreichs Grenzen geschlossen.

Die Anschläge – darunter zwei Sprengsatz- und Schussattentate – fanden an sieben in der Stadt verteilten Orten statt,  darunter auch nahe dem Stade de France bei Saint-Denis, wo gestern Abend ein Freundschaftsspiel Frankreichs gegen Deutschland angesetzt war. Bei mehreren weiteren Attacken eröffneten Angreifer mit automatischen Waffen das Feuer auf Gäste von Lokalen.

Die meisten Toten – mehr als 100 – gab es in der Bataclan-Konzerthalle, die nach einer Geiselnahme von der Polizei gestürmt worden war, wie Agence France-Presse berichtet. Dabei sollen zumindest drei Angreifer getötet worden sein, so AFP. Die Terroristen sollen Sprengstoffgürtel getragen und diese teilweise auch gezündet haben. Zum Zeitpunkt der Erstürmung hatten sie bereits begonnen, Gefangene zu ermorden.

Die Bevölkerung wurde aufgefordert, die Häuser nicht zu verlassen. Auf den Straßen von Paris ist sind 1.500 Soldaten im Einsatz, die öffentlichen Krankenhäuser haben den „Fall Weiß“ ausgerufen, mit dem sie sich für den Katastrophenfall rüsten, es gilt ein Versammlungsverbot. Fünf U-Bahn-Linien wurden eingestellt.

In Wien hat die WEGA Stellung vor der französischen Botschaft bezogen, auch andere diplomatische Vertretungen werden von der Polizei geschützt.

Über die Motive herrscht noch Unklarheit. Ein Journalist, der den Geiselnehmern im Theater entkommen konnte, habe gesagt, diese hätten über Syrien gesprochen. Währenddessen haben Anhänger des „Islamischen Staates“ die Anschläge begrüßt. Einige Attentäter sollen außerdem „Allahu akbar“ gerufen haben.

Unterdessen sollen alle Attentäter ausgeschaltet worden sein – die französische Staatsanwaltschaft warnt aber, dass Komplizen der Terroristen noch frei sein könnten.