Was heute wichtig ist

16.07.2016

Der Militärputsch ist gescheitert. Noch ist unklar, wer hinter der versuchten Entmachtung Erdogans steckt. Doch es häufen sich Meldungen von Verhaftungen in Armee und Justizapparat. Das Wichtigste in Kürze:

■ Teile der türkischen Armee haben versucht, gegen den türkischen Staatspräsidenten Erdogan zu putschen. Die Regierung meldet, sie habe die Lage unter Kontrolle.

■ Bei dem Putschversuch sind mindestens 194 Menschen ums Leben gekommen. 1563 Militärangehörige sind laut Regierungskreisen in Zusammenhang mit dem Putschversuch festgenommen worden.

■ In Ankara gab es am Samstagmorgen einen Luftangriff. Wie aus dem Umfeld des Präsidenten verlautete, griffen F-16-Kampfjets Panzer der Putschisten an. Über dem Stadtteil Bestepe, in dem der Präsidentenpalast liegt, stieg dichter schwarzer Rauch auf.

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu hatte sofort nach der Landung des Helikopters in Alexandroupolis die Rückführung der Soldaten gefordert. „Wir haben die Auslieferung der acht verräterischen per Helikopter nach Griechenland geflüchteten Soldaten verlangt“, schrieb er auf Twitter.

So lief der Putschversuch ab

Erdogan sprach am frühen Abend vor einer grossen Menschenmenge in Istanbul. Als aus der Menge Rufe erklangen, die nach der Todesstrafe für die Putschisten verlangten, antwortete Erdogan: «Dieses Anliegen würde im Parlament diskutiert werden.» Bereits zuvor hatte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim angedeutet, dass die Regierung nach dem Putschversuch die Wiedereinführung der Todesstrafe prüfe. Bei einem Auftritt in Ankara skandierten Anhänger am Samstag: «Wir wollen die Todesstrafe! Wir wollen die Todesstrafe!» Yildirim sagte darauf: «Eure Botschaft ist bei uns angekommen. Das Nötige wird veranlasst.»

19:58

Der Chef der Richtergewerkschaft Yargiclar, Mustafa Karadag, hat der türkischen Führung vorgeworfen mit dem Vorgehen gegen die Justiz nach dem Putschversuch auch Kritiker ausschalten zu wollen. Es würden nicht nur mutmassliche Unterstützer des Putsches, sondernauch Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen, die mit all dem nichts zu tun hätten, sagte Karadag der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

Offiziellen Angaben zufolge wurden in einer ersten Aktion mehr als 2800 Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte, zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats – eines der obersten Gerichte – festgenommen. Nach Angaben aus Regierungskreisen befindet sich ausserdem ein Richter des Verfassungsgerichts in Gewahrsam. Ferner wurden fünf Mitglieder des Hohen Rats der Richter und Staatsanwälte und mehr als 2700 Richter abgesetzt. Nach Angaben des Gewerkschaftschefs gibt es in der ganzen Türkei schätzungsweise etwa 14’500 bis 15’000 Richter.

19:42

Der türkische Präsident Erdogan spricht in Istanbul vor einer Menschenmenge und fordert US-Präsident Obama auf, den islamischen Prediger Fethullah Gülen auszuliefern. Gülen lebt in den USA im Exil. Erdogan macht Gülen und dessen Netzwerk für den Putschversuch verantwortlich.

19:38

Die Putschisten in der Türkei haben nach Angaben aus Regierungskreisen bereits mehr als 100 Posten in der geplanten Militärjunta an Mitstreiter vergeben gehabt. „Die Listen umfassten mehr als 100 Namen“, sagte ein Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, am Samstag. „Sie hätten Militärgouverneure für jeden Distrikt ernannt und die Chefs aller staatlichen Stellen ersetzt.„

Das unmittelbare Ziel der Putschisten sei gewesen, strategisch wichtige Stellen wie die Bosporusbrücke oder den Taksim-Platz in Istanbul unter Kontrolle zu bringen. „In Ankara haben sie versucht, den Präsidentenpalast, das Amt des Ministerpräsidenten, den Geheimdienst MIT und das Parlament zu stürmen.„Sie hätten auch versucht, die Satelliten-Infrastruktur zu sabotieren.

Hätten die Umstürzler Erfolg gehabt, hätte es nach der im Staatssender TRT verlesenen Putsch-Erklärung eine Mediensperre gegeben. Kampfflugzeuge wären im Tiefflug über Wohngebiete geflogen, um Anwohner in den Häusern zu halten.

19:00

Auf der Lufwaffenbasis Incirlik, die auch von der Anti-IS-Koalition genutzt wird, ist eine Säuberungsaktion im Gang. Der türkische Aussenminister erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass mehrere Soldaten des Stützpunktes Incirlik in den Putsch verwickelt gewesen sein sollen. Sobald die Anti-Putsch-Operation auf dem Stützpunkt abgeschlossen sei, werde die Türkei den Kampf gegen den IS von Incirlik aus wieder aufnehmen.

Auch die USA haben auf der Basis Kampfflugzeuge und Drohnen stationiert. Die Türkei hatte den Luftraum für Militärflugzeuge gesperrt und weitere Operationen gegen den IS von Incirlik aus so verunmöglicht.

18:58

Die acht türkischen Soldaten, die sich per Helikopter nach Griechenland abgesetzt und dort politisches Asyl beantragt haben, sollen nach türkischer Darstellung bald wieder zurückgeschickt werden. Der griechische Aussenminister Nikos Kotzias habe ihm am Telefon die Auslieferung „der acht Verräter“ in kürzester Zeit zugesagt, teilte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu am Samstag auf Twitter mit. Athen bestätigte das Telefonat, äusserte sich aber zurückhaltender.

Für die Soldaten, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren, würden die internationalen Regeln gelten, sagte der Sprecher des griechischen Aussenministeriums, Stratos Efthymiou, der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich liess Athen die Möglichkeit einer Auslieferung offen: „Es wird sehr ernst genommen, dass die Festgenommenen in ihrem Land der Verletzung der Verfassungslegalität und des Versuches, der Demokratie zu schaden, beschuldigt werden“, heisst es in einer Erklärung des griechischen Aussenministeriums.

18:37

Auf den Putschversuch folgt eine Verhaftungswelle. Ein Richter des Verfassungsgerichts in Ankara soll festgenommen worden sein. Alparslan Altan befinde sich in Gewahrsam, meldete der Sender CNN Türk, ohne weitere Details zu nennen.

Zuvor waren mehr als 2500 Richter entlassen worden. Zusätzlich wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mindestens zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats – eines der obersten Gerichte in der Türkei – festgenommen. Ihnen wird Unterstützung des Putschversuchs vorgeworfen.

Auch der Oberbefehlshaber der Zweiten Armee wurde verhaftet. General Adem Huduti ist der bisher höchstrangige Soldat, der nach dem Putschversuch festgenommen wurde. Die Zweite Armee hat ihr Hauptquartier in Malatya und ist für das Grenzgebiet zu Syrien, dem Irak und dem Iran verantwortlich.

18:32

Amnesty International warnt vor einer Wiedereinführung der Todesstrafe. „Die Türkei hat sich vereint, um die Rechte gegen eine vermeintliche Junta zu verteidigen“, teilte der Türkei-Experte der Menschenrechtsorganisation, Andrew Gardner, am Samstag auf Twitter mit. Eine Wiedereinführung der Todesstrafe würde diesen „Sieg“ zunichte machen. Unterstützer von Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten bei Demonstrationen gegen den Putschversuch von Teilen des Militärs in Sprechchören die Todesstrafe für Umstürzler gefordert.

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte am Samstag auf die Frage eines Journalisten, ob die Todesstrafe wieder eingeführt werden solle, diese sei aus dem türkischen Gesetz gestrichen worden. Es werde jedoch über „zusätzliche Massnahmen“ diskutiert, die solche „Verrücktheiten“ in Zukunft verhindern sollen. Aus der Regierungspartei AKP waren Forderungen laut geworden, über die Todesstrafe für Putschisten zu diskutieren.

17:35

Ministerpräsident Binali Yildirim dankt allen Parteien. Bei der Sondersitzung des Parlaments nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat Ministerpräsident Binali Yildirim der Opposition und türkischen Bürgern für ihre Unterstützung gedankt. Er erklärte den 15. Juli – den Tag des gescheiterten Putsches – zum künftigen„Demokratie-Festtag“.

Yildirim sagte in Ankara: „Ich bedanke mich einmal mehr bei den Führern unserer Parteien, den Fraktionschefs und allen Abgeordneten.“ Er betonte zudem: „Ich danke jedem türkischen Bürger, der auf die Strasse gegangen ist, um die Demokratie zu verteidigen. Ich bin so stolz, Teil dieser Nation zu sein.„

17:30

In Ankara feiern die Menschen auf der Strasse, dass der Putsch misslungen ist.

16:58

Vor der Nationalversammlung gebraucht der türkische Ministerpräsident Yildirim drastische Worte: „Die Putschisten sind keine Soldaten, sondern Terroristen.“

16:47

Sondersitzung des türkischen Parlaments. Die Nationalversammlung ist im beschädigten Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Ankara zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Abgeordneten verharrten in einem Moment der Stille, bevor die Nationalhymne abgespielt wurde, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim betrat unter dem Applaus der Abgeordneten den Sitzungssaal. Am Samstagabend hatten Putschisten das Parlament in Ankara aus der Luft bombardiert. Das Gebäude ist schwer beschädigt.

16:31

Luftwaffenbasis abgeriegelt. Nach dem Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs haben die türkischen Behörden nach offiziellen Angaben des US-Konsulats den Zugang zur Luftwaffenbasis Incirlik abgeriegelt. Die lokalen Behörden erlaubten keinen Zugang zur Basis, teilte das Konsulat am Samstag in der südtürkischen Stadt Adana in einer Nachricht an amerikanische Staatsbürger mit. „Auch der Strom dort ist abgestellt worden. Bitte meiden Sie die Luftwaffenbasis, bis der normale Operationsbetrieb wiederhergestellt ist.“

Die Basis Incirlik unweit der syrischen Grenze dient als Stützpunkt im internationalen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die US-Luftwaffe hat mehrere Dutzend Kampfflugzeuge und Drohnen auf dem Stützpunkt. Auch die deutsche Bundeswehr hat dort mehrere Tornados und rund 240 Soldaten stationiert.

15:49

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Putschversuch in der Türkei „aufs Schärfste“ verurteilt. „Es ist tragisch, dass so viele Menschen diesen Putschversuch mit dem Leben bezahlt haben. Das Blutvergiessen in der Türkei muss jetzt ein Ende haben“, sagte Merkel am Samstag in Berlin. „Es ist und bleibt das Recht des Volkes, in freien Wahlen zu bestimmen, wer es regiert. (…) Panzer auf den Strassen und Luftangriffe gegen die eigene Bevölkerung sind Unrecht“, erklärte sie weiter.

15:18

Geflüchtete Soldaten stellen Griechenland vor ein Dilemma. Griechenland will den Helikopter, mit dem sich eine Gruppe der mutmasslichen Putschisten nach Nordgriechenland abgesetzt hatte, „so schnell wie möglich“ an die Türkei zurückgeben. Die Asylgesuche der geflüchteten Soldaten will Griechenland allerdings prüfen. Die Anträge müssten nach den Regeln des internationalen Rechts bearbeitet werden, sagte die griechische Regierungssprecherin Olga Gerovasili dem staatlichen Fernsehsender ERT. Andererseits hätten die Männer, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren, gegen die türkische Verfassung verstossen.

15:10

Nach dem Putschversuch in der Türkei sind zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats in der Hauptstadt Ankara festgenommen worden. Ihnen werde Unterstützung des Putsches vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Ob es sich bei den Festgenommenen um Richter oder Staatsanwälte handelte, war zunächst unklar.

Der Staatsrat ist eines der obersten Gerichte in der Türkei. Das türkische Parlament hatte erst kürzlich für eine umstrittene Justizreform gestimmt, die den Staatsrat und den Kassationshof betrifft. Demnach soll die Zahl der Mitglieder der Gerichte gesenkt werden. Kritiker befürchten, dass diese dann durch regierungstreue Richter und Staatsanwälte ausgetauscht werden. Das Gesetz tritt erst mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

15:02

Die französische Regierung verurteilt den Putschversuch in der Türkei. „Die Türkei wurde Ziel eines versuchten Gewaltstreichs gegen ihre verfassungsmässige Ordnung, was Frankreich aufs heftigste verurteilt“, sagte Aussenminister Jean-Marc Ayrault am Samstag.

„Die türkische Bevölkerung hat ihre grosse Reife und ihren Mut bewiesen, indem sie sich für den Respekt der Institutionen einsetzte“, fügte er hinzu. Sie habe dafür den Preis bezahlt mit zahlreichen Opfern. Frankreich hoffe, dass die türkische Demokratie gestärkt aus dieser Prüfung hervorgehen werde. Letzteres erachtet unser Auslandredaktor Daniel Steinvorth als eher unwahrscheinlich, wie er in seinem Kommentar zu den Ereignissen von letzter Nacht schreibt.

14:53

Der islamische Prediger Fethullah Gülen, dessen Bewegung Erdogan für den Militärputsch verantwortlich macht, distanziert sich von den Ereignissen von vergangener Nacht. Die Regierung müsse durch faire und freie Wahlen bestellt werden – und nicht durch Gewalt. Und: „Für jemand, der unter mehreren Militärputschs leiden musste, ist es besonders verletzend, beschuldigt zu werden, in einen solchen Komplott verwickelt zu sein.“

14:00

Trotz all der Toten und inmitten des anhaltenden Chaos gebe es eine gute Nachricht, schreibt NZZ-Auslandredaktor Daniel Steinvorth in seinem Kommentar: „Nicht nur Erdogans eingeschworene Anhänger, auch seine Gegner haben den Staatsstreich fast unisono abgelehnt. Dass sich das Militär unter zivile Kontrolle begibt, ist trotz allem Zorn auf Erdogan und aller Verunsicherung der Wunsch der meisten Türken. Erdogan sollte das begreifen und endlich auf seine Gegner zugehen.“

13:50

Mehr als 2700 Richter werden nach dem Putschversuch suspendiert. Das berichtet der Sender NTV unter Berufung auf den Hohen Rat der Richter und Staatsanwälte, der die Gerichte kontrolliert. Gleichzeitig sind auf dem Luftwaffenstützpunkt Diyarbakir im Südosten der Türkei nach Angaben von Sicherheitskreisen rund hundert Angehörige der Streitkräfte festgenommen worden.

13:27

Der Bosporus, der das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet, ist für Tanker wieder freigegeben. Der Verkehr sei zur Normalität zurückgekehrt, teilte die internationale Reederei GAC mit. Die etwa 30 Kilometer lange Meerenge zwischen Europa und Asien ist eine der wichtigsten Wasserstrassen.

13:25

Der türkische Staatspräsident Erdogan äusserte sich am Samstagvormittag auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul zum Putschversuch: „Im Sinne von ,alles hat auch etwas Gutes‘ ist dieser Aufstand, diese Bewegung letztendlich ein Segen Gottes.Warum ein Segen Gottes? Diese Bewegung ist eine, die als Anlass dazu dienen wird, dass unsere Streitkräfte, die vollkommen rein sein müssen, gesäubert werden.“

13:15

Die Militärstützpunkte und Soldaten der Nato sind auch dem offenbar gescheiterten Militärputsch in der Türkei sicher und geschützt. Das teilte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Samstag nach einem Gespräch mit dem Nato-Oberbefehlshaber Curtis Scaparrotti via Twitter mit.

12:30

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim droht den Unterstützern des Erdogan-Widersachers Fethullah Gülen. Jedes Land, das den Muslim-Führer unterstütze, sei kein Freund der Türkei und würde sich im Kriegszustand mit dem Land befinden, sagte er.Gülen, ein ehemaliger Verbündeter des türkischen Präsidenten, lebt im amerikanischen Gliedstaat Pennsylvania.

12:10

In Nordgriechenland sind acht Insassen eines dort gelandeten türkischen Militär-Helikopters festgenommen worden, teilte die griechische Polizeibehörde mit. Sie hätten politisches Asyl beantragt.

11:55

Die Zahl der Toten bei dem Putschversuch in der Türkei ist nach Regierungsangaben auf insgesamt 265 gestiegen. Bei 161 der Toten handelt es sich laut Ministerpräsident Binali Yildirim um regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Hinzu kommen 104 getötete Putschisten, wie es am Samstag aus Regierungskreisen in Ankara hiess.

11:50

Der türkische Ministerpräsident Yildirim sagt, die Todesstrafe sei in der Verfassung nicht vorgesehen. Die Türkei werde aber Gesetzesänderungen erwägen, um sicherzustellen, dass sich ein Putschversuch nicht wiederholen könne.

Yildirim spricht von 161 Toten und 1440 Verletzten. 2839 Angehörige der Streitkräfte seien festgenommen worden. Darunter seien einfache Soldaten und ranghohe Militärs.

11:45

Die türkische Regierung hat die Lage nach dem Putschversuch nach eigenen Angaben wieder vollständig unter Kontrolle. Das sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Samstagmittag in Ankara. „Unsere Militärkommandeure haben die Kontrolle.“

11:35

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim bezeichnet den Putschversuch vor den Medien als Schandfleck für die türkische Demokratie. Die Nation habe die bestmögliche Antwort für Terroristen gefunden.

11:30

Die türkische Militärspitze will nach dem Putschversuch gegen Anhänger des im Ausland lebenden islamischen Geistlichen Fethullah Gülen in den eigenen Reihen vorgehen. Der amtierende Generalstabschef Ümit Dündar sagte in einer am Samstag vom TV-Sender CNN Türk übertragenen Erklärung, die Streitkräfte seien entschlossen, Mitglieder einer „Parallel-Struktur“ zu entfernen. Damit bezeichnen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und Mitglieder der Regierung in der Regel Anhänger des islamischen Geistlichen Gülen. Erdogan hatte seinen in den USA lebenden Erzfeind für den Putschversuch verantwortlich gemacht.

11:20

Turkish Airlines meldet, dass der Betrieb am Atatürk-Flughafen in Istanbul wieder aufgenommen worden sei.

11:15

Die Lage nach dem Putschversuch ist dem türkischen EU-Minister Omer Celik zufolge „zu 90 Prozent unter Kontrolle“. Allerdings würden noch einige Armeekommandeure von Putschisten als Geiseln gehalten.

11:12

Das russische Aussenministerium sieht in der sich verschlechternden politischen Lage und in terroristischen Bedrohungen in der Türkei einewachsende Gefahr für die internationale und regionale Stabilität. Russland bekräftige seine Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit mit der legitimen Führung der Türkei.

11:10

Zypern hat sich erleichtert über das Scheitern des Militärputsches in der Türkei gezeigt. Hintergrund ist die jüngste erfolgreiche Annäherung führender zypriotischer Politiker, um gemeinsam eineLösung für die geteilte Insel zu finden, hiess es am Samstag aus zypriotischen Regierungskreisen.

10:20

Bei dem Putschversuch in der Türkei sind nach Angaben des Militärs insgesamt 194 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien 47 Zivilisten und 104 Putschisten, sagte der kommissarisch zum Militärchef ernannte General Ümit Dundar am Samstag.

09:32

Iran hat den versuchten Putsch im Nachbarland Türkei verurteilt.„Wir unterstützen die vom türkischen Volk demokratisch gewählte Regierung und verurteilen den Putsch“, sagte der Sprecher des iranischen Sicherheitsrats am Samstag.

09:20

Einige Leute in der Türkei sagen, sie hätten am Samstagmorgen SMS-Nachrichten der Regierung erhalten, die dazu aufrufen, erneut auf die Strassen zu gehen um die Demokratie zu unterstützen.

08:50

Laut einem Regierungsvertreter seien inzwischen landesweit 1563 Militärs festgenommenen worden.

08:45

Der türkische Geheimdienst wurde während des Putschversuchs in der Nacht ebenfalls angegriffen, sagte ein Vertreter des Geheimdienstes. Dabei wurden von Militärhelikopter Schüsse abgegeben. Zudem stand der Geheimdienst unter Beschuss aus Maschinengewehren. Drei Menschen seien verletzt worden. Der Chef des Geheimdienstes, Hakan Fidan, sei an einem sicheren Ort gewesen und habe konstant Kontakt zu Präsident Erdogan und Ministerpräsident Yildirim gehalten.

07:50

Sicherheitskräfte haben den türkischen Armeechef Hulusi Akar aus der Gewalt von Putschisten befreit. Das verlautete am Samstag aus Regierungskreisen. Ministerpräsident Binali Yildirim hatte in der Nacht General Ümit Dundar kommissarisch zum neuen Militärchef ernannt.

Akar sei an einen sicheren Ort gebracht worden, berichtete der private Fernsehsender CNN Türk. Demnach fand die Befreiung während eines Einsatzes am Luftwaffenstützpunkt Akinci nordwestlich der Hauptstadt Ankara statt.

07:35

Mehrere Fluggesellschaften in der Schweiz und in Deutschlandsetzen bis auf weiteres Flüge zu und von mehreren Flughäfen in der Türkei aus. Der Grund dafür ist die weiterhin unsichere Lage.

07:30

Das Hauptquartier des Militärs ist nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters unter der Kontrolle von Regierungstruppen. Eine kleine Gruppe leiste aber noch Widerstand. Die Putschisten hätten noch einige Hubschrauber unter ihrer Kontrolle, aber keine Kampfjets. Fünf Generäle seien ihre Posten entzogen worden. Die Angriffe auf das türkische Parlament und den Präsidentenpalast hätten weitgehend aufgehört.

07:10

Nach dem Putschversuch in der Türkei sind 754 Militärangehörige festgenommen worden. Dies teilte das Justizministerium in Ankara am Samstag mit.

07:05

EU-Kommissionspräsident Donald Tusk hat sich besorgt über den Putschversuch in der Türkei und die Konsequenzen geäussert.„Die Lage scheint unter Kontrolle, aber die Situation ist weit von einer Stabilisierung entfernt“, sagte Tusk am Samstag zum Abschluss des Asien-Europa-Gipfels (Asem) in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. „Die Spannungen und die Herausforderungen in der Türkei können nicht mit Waffen gelöst werden“, sagte Tusk. „Ein Militärputsch hat keinen Platz in der modernen Türkei.“

6:28

Putschisten erklären in einer E-Mail, dass sie weiterkämpfen. Sie riefen die Bevölkerung auf, zu ihrer eigenen Sicherheit in Räumen zu bleiben. Die Gruppe nennt sich „Bewegung für Frieden in der Heimat“. Die Mail hat den Absender des Pressebüros des Generalstabs des Militärs. Der Chef des Generalstabs, Hulusi Akar, soll früheren Meldungen zufolge entführt worden sein. Über seinen Verbleib gibt es bisher keine Informationen.

6:20

Mindestens 60 Menschen sind bei dem Putschversuch in der Nacht ums Leben gekommen, wie ein hochrangiger Regierungsvertreter sagt.

6:00

Der Kommandant der 1. Armee, General Umit Dundar, ist zum amtierenden Generalstabschef ernannt worden, berichtet CNN Türk. Unklar bliebt, wo Generalstabschef Hulusi Akar ist. Laut früheren Berichten wurde er von den Putschisten als Geisel genommen.

5:59

In Istanbul haben sich mehrere an dem Putschversuch beteiligte Soldaten offenbar ergeben. Im Fernsehen war laut Meldungen der Presseagentur dpa zu sehen, wie einige an der Bosporus-Brücke von Polizisten abgeführt wurden. Auf der Brücke, die Asien und Europa verbindet, waren in der Nacht Panzer aufgefahren.

5:55

Militärjets haben nach einem Bericht des Fernsehsenders NTV in der Nähe des Präsidentenpalastes in Ankara Bomben abgeworfen.Ob es Verletzte gab oder die Gebäude beschädigt wurden, war zunächst unklar. In Istanbul waren noch im Morgengrauen am Samstag immer wieder Schüsse zu hören.

5:37

Dem Sender CNN Türk zufolge haben die türkischen Behörden einen Militärhubschrauber abgeschossen, der auf Büros des staatlichen Satellitenbetreibers Türksat feuerte.

5:24

Ministerpräsident Binali Yildirim hat alle Abgeordneten zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen. Das Treffen sei für den (heutigen) Samstag angesetzt, teilte Yildirim am frühen Morgen mit. Zuvor hatte Parlamentssprecher Ismail Kahraman gemeldet, dass eine Bombe den Gebäudekomplex in Ankara getroffen habe. Es gebe keine Todesopfer, alle Abgeordneten befänden sich in Schutzräumen des Parlaments.

4:55

Regierungskreisen zufolge gibt es auch in Istanbul Todesopfer. Angriffe auf das Parlament in Ankara hielten noch an. Der örtliche Widerstand von Putschisten in Ankara und Istanbul werde aber bald beendet. Der Flughafen von Istanbul befinde sich unter Kontrolle regierungstreuer Soldaten.

4:30

Alleine in Ankara sind laut einem Bericht des Fernsehsenders NTV infolge des Putschversuches mindestens 42 Menschen getötet worden. Der Kanal berief sich auf Angaben des Büros der Staatsanwaltschaft der Hauptstadt. Dort habe es „Attacken“ gegeben, die 42 Todesopfer gefordert hätten. Laut Reuters sollen die meisten Opfer Zivilisten sein.

Es seien 13 Soldaten festgenommen worden, die versucht hätten, den Präsidentenpalast zu betreten.

4:15

Die NZZ-Korrespondentin in der Türkei, Inga Rogg, twittert vom Taksim-Platz in Istanbul. Ihre Fotos zeigen kleine Gruppen von Soldaten, die von Unterstützern der Regierung umgeben sind, die diese anschreien.

4:00

Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek twittert aus der südanatolischen Stadt Gaziantep: „Die Demokratie wird siegen.“ 250’000 Menschen hätten sich versammelt und der höchste Armeegeneral der Region sei mit ihm und dem Volk, schreibt Simsek.

3:32

Beim Putschversuch in der Türkei sind offenbar Dutzende Menschen verletzt und mehrere Menschen getötet worden. Allein in das Haydarpasa-Numune-Krankenhaus in Instanbul seien mindestens 150 Verletzte aufgenommen worden, sagte ein Vertreter der Klinik in der Nacht zum Samstag der Nachrichtenagentur AP. Er wollte nicht sagen, ob es Tote gab. Der Sender NTV hatte aber gemeldet, dass sechs Tote in die Einrichtung gebracht worden seien.

3:00

Der türkische Sender NTV zeigt Bilder von Präsident Recep Erdogan am frühen Samstagmorgen vor einer Gruppe von Anhängern am Atatürk-Flughafen. Dem Sender Fox TV sagt Erdogan, es habe den Versuch eines Aufstandes gegeben gegen die Solidarität und die Einheit des Landes. Diejenigen, die daran beteiligt seien, würden die nötige Antwort erhalten, unabhängig davon, aus welchen Institutionen sie stammten, ergänzt Erdogan.

Er nennt den Putschversuch einen Akt von Landesverrat, für den eine Minderheit innerhalb des Militärs verantwortlich sei. Dies sei Anlass für eine Säuberung der Armee. Einige Militärs hätten Anweisungen aus dem amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania erhalten. Dort lebt Erdogans Widersacher Fethullah Gülen, ein religiöser Führer und einstiger Verbündeter Erdogans. Beide haben sich aber 2013 überworfen. Gülen – der in der Türkei inzwischen als Terrorist gilt – verurteilte den Putschversuch auf das Schärfste.

2:45

Der private Fernsehsender CNN Türk hält die Ausstrahlung von Nachrichten an. Der Moderator sagt, Soldaten im Studio hätten die Kontrolle übernommen. Etwa zehn Minuten später sind aus dem Studio während der Live-Übertragung Schüsse zu hören.

2:36

Weitere Explosionen erschüttern laut Reuters-Reportern die Türkei: Um 2:27 seien im Parlamentsgebäude in Ankara zwei weitere Explosionen zu hören gewesen, kurz danach soll es zwei laute Explosionen in Istanbul in der Nähe des Taksim-Platzes gegeben haben. Um 2:43 sei der Atatürk-Flughafen von einer gewaltigen Explosion erschüttert worden.

2:20

Einem Regierungsvertreter zufolge landet Erdogans Flugzeug in Istanbul. Die Spitzen der EU fordern eine schnelle Rückkehr zur staatlichen Ordnung der Türkei. „Die EU unterstützt die demokratisch gewählte Regierung, die Institutionen des Landes und die Rechtsstaatlichkeit“, heisst es in einer am Rande des Asem-Gipfels in der Mongolei veröffentlichten Erklärung. „Die Türkei ist ein Schlüsselpartner der EU.“

2:19

Laut dem Sender NTV sind bei Zusammenstössen in Istanbul zwei Menschen getötet worden.

02:00

Ein Sprecher des türkischen Geheimdienstes MIT sagte dem Sender CNN Türk, der Putschversuch sei „abgewendet“. Der türkische Ministerpräsident Yildirim sagt, die Situation sei grösstenteils unter Kontrolle. Er spricht erneut von einem Akt der Rebellion seitens Gülen-Bewegung. Der staatliche Fernsehsender TRT ist wieder auf Sendung.

01:55

US-Präsident Barack Obama hat zur Unterstützung der demokratisch gewählten Regierung in der Türkei aufgerufen. Er rief alle Parteien auf, sich hinter die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stellen.

01:47

Alle vier Parteien im türkischen Parlament – auch die drei Oppositionsparteien – sprachen sich gegen den Putschversuch aus. Das teilten sie in Stellungnahmen im Fernsehen und bei Twitter mit. Die ultrarechte Oppositionspartei MHP erklärte in dem Kurznachrichtendienst, sie sei „gegen jede Art von nicht demokratischen Bestrebungen.“ Die Putschisten sollten vor Gericht gebracht werden.

01:46

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu wird das Parlamentsgebäude in Ankara von einer Bombe getroffen. In Istanbul ist Reuters-Reportern zufolge eine grosse Explosion zu hören.

01:31

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, vier Soldaten – darunter ein Offizier – seien beim Versuch, das Gebäude des staatlichen Senders TRT in Istanbul einzunehmen, von Bürgern und Polizisten „neutralisiert“ worden.

01:29

Der Putschversuch in der Türkei ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von einem kürzlich aus dem Generalstab abberufenen Stabsoffizier geplant worden. Der Name wurde mit Muharrem Köse angegeben. Auch weitere Mitputschisten wurden namentlich genannt. Der entlassene Stabsoffizier habe im Generalstab die Funktion eines juristischen Beraters inne gehabt.

01:28

Eine dem Erdogan-Widersacher Gülen nahestehende Gruppe mit Sitz in den USA nennt Anschuldigungen, sie sei in den Putschversuch in der Türkei involviert, „hochgradig unverantworlich“.

01:12

In der Zentrale der Spezialeinheiten in Ankara sind der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge 17 Polizisten getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

01:05

Ein Kampfjet hat einem TV-Bericht zufolge über Ankara einen Militärhelikopter abgeschossen, der sich in der Hand der Putschisten befand. Das meldet der Sender NTV.

01:04

Angesichts des Militärputsches in der Türkei hat der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos seinen Generalstab einberufen und für Militärpersonal eine Urlaubssperre verhängt. Das berichtete der Fernsehsender Skai in der Nacht zum Samstag. Zudem habe sich der griechische Aussenminister Nikos Kotzias umgehend auf die Rückreise aus der Mongolei gemacht, wo er am Asien-Europa-Gipfel teilgenommen hatte. Es bestünde keine Gefahr, hiess es in dem Bericht weiter, bei den Massnahmen gehe es lediglich darum, die Entwicklung in der Türkei zu verfolgen.

01:02

Nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim sind einige Anführer des Putschversuchs festgenommen worden. „Einige Rädelsführer des Putsches sind festgenommen worden. Die Demokratie wird gewinnen“, sagte Yildirim nach Angaben aus dem Präsidentenpalast. Die Verantwortlichen würden bestraft werden.

01:00

Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu sprach sich gegen den Putschversuch aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA sagte er am Freitag: „Dieses Land hat viel unter Putschen gelitten. Wir wollen nicht, dass es die gleichen Probleme wieder erlebt.“ Kilicdaroglu ist Chef der Mitte-Links Partei CHP, die traditionell dem Militär nahe steht.xz

00:55

Türkische Soldaten haben in Istanbul laut Berichten auf Gegner des Militärputschs geschossen. Es habe Verletzte gegeben. Die Demonstranten hätten versucht, aus Protest gegen den Umsturz die Bosporus-Brücke zu überqueren, hiess es.

00:51

In Istanbul ertönten in der Nacht die Rufe von Muezzinen aus zahlreichen Moscheen, mehr als zwei Stunden vor dem normalen Morgengebet.

00:47

Ministerpräsident Yildirim nennt den Umsturzversuch einen terroristischen Akt. Hinter dem Putsch stünden „Banden und illegale Gebilde“.

00:44

Russland zeigt sich äusserst besorgt über die Entwicklungen. Die Türkei müsse so schnell wie möglich wieder den Weg der Stabilität und Ordnung einschlagen, sagt ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin.

00:42

Angesichts des Militärputsches in der Türkei hat die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini zum „Respekt vor demokratischen Institutionen“ aufgerufen. Zugleich mahnte die ehemalige italienische Aussenministerin in der Nacht zum Samstag in einer Erklärung zu Zurückhaltung. Mogherini hält sich derzeit beim Asem-Gipfel in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator auf.

00:41

Der US-Fernsehsender CNN International und die britische BBC zeigen Live-Bilder aus Istanbul: Menschen strömen in Massen auf die Strasse und schwenken türkische Fahnen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte das Volk in einem live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk zu öffentlichen Versammlungen gegen die Putschisten aufgerufen.

00:35

Iran hat sich „zutiefst besorgt“ über die Lage im Nachbarland Türkei geäussert. Besonnenheit und Sicherheit der türkischen Bevölkerung seien derzeit besonders wichtig und notwendig, schrieb Aussenminister Mohammed Jawad Sarif in der Nacht zum Samstag bei Twitter. Die Nachrichtenagentur Fars meldete, dass nach dem Militärputsch in der Türkei Präsident Hassan Rohani eine Krisensitzung des Sicherheitsrats in Teheran einberufen habe. Eine offizielle Bestätigung jedoch liegt in den frühen Morgenstunden noch nicht vor. Laut Fars wurden auch zumindest zwei iranische Grenzübergänge zur Türkei vorläufig geschlossen.

00:33

Hinter dem Umsturzversuch stehen nach den Worten des türkischen Justizministers Anhänger des Geistlichen und Erdogan-Widersachers Fethulla Gülen.

00:31

Am Istanbuler Flughafen fielen Reuters-Reportern zufolge Schüsse. Ausserdem haben Panzer unweit des türkischen Parlaments Reuters-Reportern zufolge das Feuer eröffnet.

00:29

Das Internet scheint in der Türkei zur Zeit nur begrenzt nutzbar zu sein.

00:18

Eine Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM mit 184 Menschen an Bord hat ihren Flug nach Istanbul abgebrochen und ist in Wien gelandet. Das hat die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben vom Freitagabend wegen der unsicheren Lage in der Türkei entschieden. Weitere Umleitungen internationaler Flüge, laut Flightradar24:

00:16

Österreichische Vertretungen in der Türkei sind folgendermaßen zu erreichen:

00:01

Ein Militärhelikopter eröffnet Reuters-Reportern zufolge das Feuer über Ankara.

23:52

Zeugen berichten von einer Explosion in der türkischen Hauptstadt Ankara.

23:51

Die Putschisten haben eine Ausgangssperre im ganzen Land verhängt. Die Ausgangssperre diene der Sicherheit der Bürger, hiess es in einer Erklärung.

23:46

Über Istanbul fliegen Kampfjets im Tiefflug.

23:42

Der türkische Staatssender TRT stellt den Sendebetrieb ein.

23:33

Staatschef Erdogan spricht via Mobiltelefon im Sender CNN Türk vom Putschversuch einer Minderheit innerhalb des Militärs. Auf diesen werde die nötige Antwort gegeben. Der Putsch wird nach den Worten Erdogans binnen kurzer Zeit niedergeschlagen sein. Die Verantwortlichen würden vor Gericht einen hohen Preis dafür zahlen, kündigt er an. Zugleich ruft er die Bevölkerung auf, auf die Strassen zu gehen, um ein Zeichen zu setzen. Erdogan ist nach eigenen Worten auf dem Weg nach Ankara.

23:28

Ministerpräsident Yildirim erklärt auf Twitter, es werde alles getan, um den Putsch niederzuschlagen, auch wenn dies Todesopfer bedeuten sollte.

23:26

Der Putschversuch des türkischen Militärs hat die Landeswährung am Freitag abstürzen lassen. Ein Euro kostete zuletzt 33671 Lira. Am Donnerstag hatte der Kurs noch 15 Cent niedriger gestanden. Der US-Dollar legte zur Lira um 14 Cent zu.

23:25

Das amerikanische Aussenministerium ruft US-Bürger in der Türkei zu verstärkter Wachsamkeit auf. Sie sollten Schutz suchen und das Haus nicht verlassen, schrieb das Ministerium am Freitagabend im Kurznachrichtendienst Twitter. Die US-Botschaft in Ankara habe bestätigt, dass Schüsse gefallen seien. Die türkischen Streitkräfte haben gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan geputscht und nach eigenen Angaben vollständig die Macht übernommen. Nach Angaben aus Kreisen des Präsidialamtes ist Erdogan dagegen weiter an der Macht.

23:21

Ein Ansager des türkischen Senders TRT erklärt, in der Türkei sei das Kriegsrecht verhängt worden. Das Land werde jetzt von einem „Friedensrat“ geführt. Dieser werde für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen.

23:15

Soldaten sind der regierenden AKP zufolge in ein Parteigebäude eingedrungen. Das meldet der Sender CNN Türk unter Berufung auf einen Parteivertreter.

Dem Sender TRT zufolge ist in der Türkei das Kriegsrecht ausgerufen worden.

Türkische Soldaten befinden sich im Gebäude von TRT.

23:06

Der Zugang zu Internet-Diensten wie Facebook, Twitter und Youtube in der Türkei ist nach Angaben von Internet-Beobachtergruppen eingeschränkt.

23:00

Unter den Geiseln im Armee-Hauptquartier in Ankara befindet sich der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge der Militär-Stabschef.

22:53

Das türkische Militär hat nach eigenen Angaben die „volle Kontrolle“ über das Land übernommen. Eine entsprechende Erklärung habe das Militär am Freitagabend verbreitet, meldeten türkische Medien.

22:50

Alle Flüge vom Atatürk-Flughafen in Istanbul sind offenbar gestrichen worden. Das berichtet ein Zeuge unter Berufung auf einen Piloten. Soldaten hätten den Tower am grössten Flughafen des Landes am Freitagabend unter ihre Kontrolle gebracht, meldete die private Nachrichtenagentur DHA.

22:45

Im Militär-Hauptquartier in Ankara sind nach einem Bericht des Senders CNN Türk einige Geiseln genommen worden. In der Nähe des Polizei-Hauptquartiers seien Schüsse zu hören gewesen.

22:40

Der Sender CNN Türk meldet, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sei in Sicherheit.

22:34

In der Türkei hat das Militär nach eigenen Angaben die Macht übernommen. Das erklärte die Armee am späten Freitagabend.

22:21

Nach den Worten von Ministerpräsident Binali Yildirim ein Putschversuch im Gange. Yildirim sagte dem Sender NTV am Freitagabend, die Sicherheitskräfte täten alles Notwendige, um die Situation zu entschärfen.

In der türkischen Hauptstadt Ankara sind am späten Freitagabend Schüsse zu hören gewesen. Ein Reuters-Reporter berichtete zudem von Kampfhelikoptern und Militärjets über der Stadt. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor. Kurz zuvor hatten örtliche Fernsehsender berichtet, dass zwei Brücken in Istanbul über den Bosporus geschlossen seien. Ein Grund wurde nicht genannt.

Augenzeugen in Istanbul berichteten von schwer bewaffneten Sicherheitskräften in den Straßen. Über Istanbul kreisten Hubschrauber. Türkische Fernsehsender meldeten, eine der Bosporus-Brücken sei teilweise gesperrt worden. Der internationale Flughafen in Istanbul ist geschlossen.