Was heute wichtig ist

18.11.2015

Länderspiel Deutschland gegen Niederlande wegen konkreter Terror-Gefährdung abgesagt. Das Fußballstadion wurde noch vor dem Anpfiff evakuiert. Jemand habe die Absicht gehabt, „Sprengstoff zur Explosion zu bringen“. Details nannte der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière vorerst keine, nur so viel: „Ein Teil der Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.“ De Maizière hatte selbst um die Absage gebeten. Die Gefährdungslage sei so drastisch gewesen, dass er einen Anpfiff nicht verantworten hätte können. Der Hinweis soll vom französischen Geheimdienst gekommen sein. Die Polizei hat keine Sprengsätze gefunden.
DIE ZEIT fasst die Lage zusammen

Fahndung nach Mittätern: mehrere Schüsse in Pariser Vorort. Französische Anti-Terror-Einheiten haben eine Wohnung in St. Denis im Norden von Paris eingekesselt. Abdelhamid Abaaoud, der als möglicher Drahtzieher gilt, soll sich verschanzt haben. Ein zweiter mutmaßlicher Attentäter ist ebenfalls noch auf der Flucht. Sieben Terroristen sind bei dem Anschlag mit 129 Toten am Freitagabend gestorben.
Die Kollegen in der Schweiz berichten live

Hollandes neue Härte. Der französische Präsident François Hollande will die „einzig wahre Koalition“ gegen den Islamischen Staat formen. Dafür besucht der Staatschef am kommenden Dienstag US-Präsident Barack Obama in Washington und zwei Tage später den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. In der Nacht auf Mittwoch hat Frankreich erneut Luftschläge auf die IS-Hauptstadt Raqqa geflogen.
Nikos Tzermias berichtet aus Paris

EU-Kommission diskutiert Maßnahmen im Anti-Terror-Kampf. Waffenschmuggel und Finanzierungsquellen zu Extremisten sollen schneller unterbunden und gestoppt werden. Darüber werden EU-Innen- und Justizminister auch am Freitag bei einem Sondertreffen beraten.

Viele US-Bundesstaaten gegen Aufnahme syrischer Flüchtlinge. Primär republikanische Gouverneure haben wegen Sicherheitsbedenken Widerstand gegen die von US-Präsidenten Barack Obama geplante Umsiedlung von mindestens 10.000 Syrern in die USA angekündigt. Der Präsident selbst hält die Debatte für „hysterisch.“
Die New York Times fasst die Debatte zusammen

Bundesregierung hat Bildungsreform präsentiert. Die Eckpunkte: Schulen der Sekundarstufe sollen mehr Autonomie erhalten und ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr soll eingeführt werden. Außerdem soll es in jedem Bundesland eine Modellregion für die Gesamtschule geben.
Der Kommentar von Michael Fleischhacker
Das zweite Kindergartenjahr trifft vor allem Vierjährige aus Kärnten, Wien, Steiermark
Elisabeth Gamperl hat Österreichs Bildungspolitik seit den 40er-Jahren analysiert
Der Standard mit einem Überblick