Was heute wichtig ist

20.11.2015

Geiseln in Mali. In Bamako, der Hauptstadt Malis, sind am Morgen zwei Bewaffnete in das Radisson Blu Hotel eingedrungen und haben 170 Geiseln genommen. Mittlerweile sollen einige Geiseln freigelassen worden sein. Die malische Polizei hat das Gelände Berichten zu Folge bereits abgeriegelt. Welcher Hintergrund hinter der Tat steckt, ist unklar. Reuters berichtet von arabischen „Gott ist groß“-Rufen der Geiselnehmer, als sie in das Hotel eingedrungen sind.
Die Kollegen in Zürich berichten live – NZZ

Europa reagiert auf den Terror. Eine Woche nach den Anschlägen von Paris beraten die EU-Innenminister heute auf Bitten Frankreichs über verstärkte Maßnahmen zur Terrorabwehr und besseren Schutz der EU-Außengrenzen. Dabei soll es genauso um die Speicherung von Daten von Flugreisenden gehen wie um die Eindämmung des Waffenschmuggels. Französische Behörden hatten zuvor bestätigt, dass der Drahtzieher hinter den Anschlägen bei dem Anti-Terror-Einsatz am Mittwoch getötet wurde. Der Belgier Abdelhamid Abaaoud soll bereits davor verschiedene Anschläge vorbereitet haben, etwa eine Attacke auf einen Hochgeschwindigkeitszug. Die Polizei hat in Frankreich und Belgien gestern weitere Verdächtige festgenommen.

Frankreich will nach den Anschlägen von Paris aber auch an einer anderen Front Unterstützung. Paris fordert die internationale Gemeinschaft in einem UNO-Resolutionsentwurf auf, sich dem Kampf gegen die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Zuvor hatte bereits Russland einen ähnlichen Entwurf eingebracht. Beide Länder haben ihre Luftschläge gegen den IS in Syrien und im Irak verstärkt.
Frankreich im Ausnahmezustand – NZZ.at
Spiegel Online mit einem Porträt von Abdelhamid Abaaoud
Belgien kündigt neue Anti-Terror-Maßnahmen an – NZZ
Europe must „wake up“ to terror threat – BBC

Integration, schwer gemacht. In Österreich lässt das gestern präsentierte Paket von Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) „zur Integration von Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich die Wogen hochgehen. Das Papier wurde mit Hilfe von zwölf Experten erarbeitet und versammelt auf 22 Seiten einen Großteil des Wissens, das derzeit zum Thema Integration verfügbar ist. Kurz will unter anderem mehr Sozialarbeit an Schulen, Orientierungs- und Wertekurse und eine gleichmäßige regionale Verteilung von Flüchtlingen. Michael Fleischhacker hat das Papier gelesen und hat zu dem 50-Punkte-Plan gleich 51 Fragen.
51 Fragen zum 50-Punkte-Integrationsplan des Außenministers

Brasiliens Wirtschaft im Krisenmodus. Die vermeintlich besonders aussichtsreichen Volkswirtschaften der BRIC (Brasilien, Russland, Indien und China) laborieren gerade an schweren Problemen. Für die inflationsscheuen Österreicher und Deutschen würde sich das, was sich gerade in Brasilien abspielt, wohl wie eine schwere Krise anfühlen. Erstmals seit zwölf Jahren ist die Inflationsrate auf über zehn Prozent gestiegen – und das wohlgemerkt während die Wirtschaft real gesehen geschrumpft ist.

Bloomberg zu der höchsten Inflationsrate in Brasilien seit 2003

USA wollen Steuerschlupfloch schließen. US-Finanzminister Jacob Lew hat am Donnerstagabend neue Maßnahmen gegen sogenannte Steuerinversionen vorgestellt. Sie sollen die Steuervorteile einer speziellen Form von Unternehmensübernahme ( InversionenTypischerweise erwirbt in einer solchen Transaktion ein US-Konzern eine kleinere ausländische Firma und verlegt den Sitz der neuen Gesellschaft aus steuerlichen Gründen außerhalb der USA, in ein Niedrigsteuerland wie Irland. ) reduzieren oder eliminieren. Die Richtlinien könnten steuersparende Transaktionen wie die vom New Yorker Pharmakonzern Pfizer angestrebte Übernahme des in Irland ansässigen Botox-Herstellers Allergan beeinflussen.
Der Kampf gegen die Steuerdeserteure auf NZZ.ch

Hotelier kämpft um seine Flüchtlingsunterkunft. Der Hotelier und NEOS-Abgeordnete Josef Schellhorn geht auf dem Rechtsweg gegen das Land Salzburg vor, das auf Wunsch des Gasteiner Bürgermeisters seinen Vertrag über die Unterbringung von 36 Flüchtlingen nicht mehr verlängern will.
„Der Bürgermeister will das eben nicht“

Streaming, nein danke. Die Künstlerin Adele bietet ihr neues Album „25“ nicht auf den Musikstreamingdiensten Spotify und Apple Music an. Adele ist dabei nicht die erste Sängerin, die auf die Plattformen verzichten will, wohl aber eine der bekanntesten. „25“ ist ihr erstes Album seit fast fünf Jahren.