Was heute wichtig ist

24.04.2016

Aktueller Stand des Briefings: 20.28 Uhr

Erdrutschsieg für FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. Die Bundespräsidentenwahl 2016 ist geschlagen, und das vorläufige Endergebnis liegt vor. Norbert Hofer, Kandidat der FPÖ, vereint 36,4 Prozent der Stimmen auf sich. Er ist damit vor Auszählung der Briefwähler uneinholbar Erster und steht fix in der Stichwahl.

Der Kampf um Platz zwei ist knapp geblieben. Alexander Van der Bellen hat 20,4 Prozent erreicht und ist damit laut Meinungsforschern uneinholbar vor Irmgard Griss. Die unabhängige Kandidatin Griss kommt demnach auf 18,5 Prozent.

Eine Analyse des Meinungsforschers Peter Hajek zu den Wahlmotiven der Österreicher bei dieser Wahl zeigt, dass die Gründe für die Stimmabgabe sehr unterschiedlich waren. Hofer etwa wurde von den Wählern als besonders dynamisch und sympathisch beurteilt.

Weit abgeschlagen und knapp beieinander liegen die beiden Vertreter der amtierenden Großen Koalition von SPÖ und ÖVP. Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol liegen bei knapp elf Prozent. Es war mit Abstand das schlechteste Ergebnis von zwei Kandidaten der amtierenden Regierungsparteien aller Zeiten.

Bei den Volksparteien wurde auch gleich am Wahlsonntag Kritik laut: Der Salzburger SPÖ-Vorsitzende Walter Steidl bezeichnete am Sonntag in einer ersten Reaktion den Wahlkampf als „völlig verunglückt“. Der Kärntner SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser bezeichnete das Ergebnis als „Debakel“. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) will die „empfindliche Niederlage“ seiner Partei bei der Bundespräsidentenwahl „nicht abstreiten“, springt aber zugleich dem Parteiobmann bei. Eine Obmanndebatte sei „absolut überflüssig“, genauso wie „jegliches Neuwahlgeplänkel“.

Das Ergebnis der aktuellen Hochrechnung ist dabei auch für die Meinungsforscher ein schwerer Schlag, denn die Meinungsumfragen hatten die klare Wählerpräferenz für Hofer nicht auf dem Schirm.
Über die Schwierigkeiten der Meinungsforschung diskutieren wir am Montag beim NZZ.at-Clubabend.


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