Was heute wichtig ist

25.03.2016

Sechs Festnahmen bei neuen Razzien in Brüssel. Zwei Tage nach den Brüsseler Anschlägen hat die Polizei bei mehreren Razzien in der belgischen Hauptstadt sechs Verdächtige festgenommen. Im Laufe des Freitags soll entschieden werden, ob gegen die Verdächtigen Haftbefehl erlassen wird. Ob unter ihnen noch flüchtige Komplizen der Attentäter sind, war zunächst unklar. Als Konsequenz der Terroranschläge von Brüssel plant die EU einen intensiveren Datenaustausch der Geheimdienste. Wie aus dem Entwurf der Abschlusserklärung des Sondertreffens der EU-Innen- und Justizminister vom Donnerstag hervorgeht, soll dies erstmals in „Echtzeit“ erfolgen.
NZZ über Terrorbekämpfung in der EU: Im Zweifel schützt sicher jeder selbst
Wie Terror, Angst und Alltag verschwimmen – NZZ.at
Dossier auf NZZ.at zu den Anschlägen

Karadžić wegen Kriegsverbrechen verurteilt. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal hat den ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadžić wegen Völkermord verurteilt. Als einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord von Srebrenica oder die Terrorkampagne gegen Sarajevo während des Bosnienkrieges erhielt der ehemalige Führer der bosnischen Serben 40 Jahre Haft. Die Entscheidung der Richter wurde kontrovers aufgenommen. Opfer finden das Strafmaß zu niedrig, während in Serbien von einem politischen Urteil die Rede ist.
NZZ: 40 Jahre ist nicht lebenslänglich

Schelling kritisiert „Linksruck der SPÖ“. Keinen Osterfrieden gibt es in der Großen Koalition. Finanzminister Hans Jörg Schelling kritisiert den Koalitionspartner für die fester angezogene Reformbremse. „Die SPÖ hat mit Alois Stöger im Sozialministerium einen Linksruck vollzogen. Stöger will eigentlich überhaupt nichts machen“, sagt er über den Nachfolger des SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer im Sozialressort.
Schelling im Kurier-Interview

Volkswagen in der Bredouille. In der Abgasaffäre hat das US-Bezirksgericht in Kalifornien Volkswagen bis zum 21. April Aufschub gegeben. Wenn bis dahin zwischen VW, der US-Umweltbehörde EPA und dem amerikanischen Justizministerium keine Einigung erzielt sei, erwäge das Gericht im Sommer einen Prozess, sagte Richter Charles Breyer am Donnerstag. Mitten im VW-Abgasskandal müssen Volkswagen und die Konzerntochter Porsche weltweit weitere rund 800.000 Fahrzeuge zurückrufen, davon 6.226 in Österreich. Die baugleichen Modelle des Typs VW Touareg und Porsche Cayenne werden wegen eines möglicherweise gelösten Sicherungsrings am Lagerbock der Pedale in die Werkstätten geordert.
VW und Porsche rufen 800.000 Fahrzeuge zurück – NZZ

Microsoft musste Twitter-Bot nach rassistischen Kommentaren abschalten. Der Twitter-Account @TayandYou war ein kurzes Experiment von Microsoft in Sachen künstlicher Intelligenz. Der Konzern startete am Mittwoch mit einer Chatbot-Software, die von Interaktion mit menschlichen Nutzern lernen sollte. Bereits am Donnerstag musste Microsoft „Tay“ aber vom Netz nehmen, nachdem Nutzer sie durch Tricks massenhaft zu rassistischen Entgleisungen verleiten konnten. Nutzer brachten „Tay“ unter anderem dazu, Adolf Hitler zu preisen, den Holocaust zu verneinen und Nutzer zu beleidigen.
FAZ zu @TayandYou: Zum Nazi und Sexisten in 24 Stunden
Mensch gegen Maschine: Gibt es für den Menschen noch eine Zukunft? – NZZ.at

829 Geiseln in Nigeria aus Gewalt von Boko Haram befreit. Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 829 Geiseln aus den Händen der Islamistengruppe Boko Haram befreit. In der Region Kala Balge hätten Soldaten „22 Terroristen“ getötet und 309 von ihnen festgehaltene Geiseln befreit, teilte ein Armeesprecher am Donnerstag mit. An einem anderen Ort seien 520 Geiseln befreit worden, nachdem sich Soldaten ein Feuergefecht mit den Entführern geliefert hätten.