Was heute wichtig ist

26.10.2015

Viel bekränztes Österreich. Heute vor 60 Jahren wurde die österreichische Neutralität besiegelt. Der 26. Oktober ist seit 1965 Nationalfeiertag. Die Zeremonien haben mit Kranzniederlegungen begonnen, am Nachmittag werden 1.300 Rekruten am Wiener Heldenplatz angelobt. Wir wollen zur Feier des Tages einen besonders freundlichen Blick auf unser aller Vater- und Mutterland werfen.
Zehn Dinge, die wir an Österreich lieben

Erster Durchbruch in Brüssel. Das gestrige Asyl-Sondertreffen der EU-Staatschefs hat zu einem ersten Erfolg geführt. Entlang der Balkan-Route werden 100.000 Quartiere für Flüchtlinge geschaffen, alleine 50.000 davon in Griechenland. Damit soll eine geordnete Verteilung der Schutzbedürftigen gewährleistet werden. Unterdessen sind gestern 15.000 weitere Flüchtlinge in Slowenien angekommen. Das kleine Nachbarland ist zunehmend überfordert mit den Asylwerbern, die über Österreich Richtung Deutschland wollen. In der Nacht kamen 1.500 Menschen im überfüllten Notlager Spielfeld an.
Nikolaus Nuspliger: Regierungschefs einigen sich auf mehr Kooperation
Kleine Zeitung zur Situation in Spielfeld
FAZ-Analyse: Keine Registrierung, keine Rechte

Polen wandert nach rechts. Die rechtskonservative PiS-Partei hat bei den Parlamentswahlen in Polen unerwartet deutlich gewonnen. Die Spitzenkandidatin Beata Szydlo konnte die absolute Mehrheit im Sejm gewinnen, die regierenden Rechtsliberalen mussten massive Verluste hinnehmen. Szydlo wird Premierministerin. Als starker Mann in der PiS gilt aber weiterhin der Parteichef und Ex-Premier Jaroslaw Kaczynski, der im Wahlkampf mit islamfeindlichen Sprüchen aufgefallen war. Offen bleibt, ob sich die moderater auftretende Szydlo emanzipieren kann.
Meret Baumann mit einem Porträt der neuen Premierministerin
Matthias Benz: Die seltsame Unzufriedenheit der Polen

Erdbeben in Südasien. Im Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Indien gab es heute ein Erdbeben der Stärke 7,5. Das Epizentrum lag etwa 70 Kilometer entfernt von der Stadt Faisabad. Besonders schlimm betroffen war Pakistan. Nach ersten Angaben gibt es mehr als 100 Tote, die Zahl der opfer könnte sich aber noch dramatisch erhöhen.
Süddeutsche Zeitung: Zahl der Toten steigt auf mehr als 100
Ein Guardian-Reporter ist vor Ort (Englisch)

Ein rechter Komiker als Präsident. In Guatemala hat der TV-Komiker Jimmy Morales die Stichwahl um das Präsidentenamt mit 72 Prozent für sich entscheiden können. Morales trat für die nationalistische Partei FCN an, er hat im Wahlkampf der Korruption den Kampf angesagt. Kritiker warfen Morales Konzeptlosigkeit vor. Im Wahlkampf wurde er mit US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump verglichen.
BBC: Comic Jimmy Morales elected president

Attentatsversuch in Belgien. Die belgische Polizei hat ein Attentat auf eine Kaserne vereitelt. Ein maskierter Mann wollte mit seinem Auto das Tor zu einem Armeelager durchbrechen. Der mutmaßliche Terrorist ist flüchtig. Laut belgischen Medien könnte der Mann eine Bombe im Auto mitgeführt haben. Über seine Motivation ist bisher nichts bekannt.

Korrektur: In einer früheren Fassung dieses Briefings (und in unserem Newsletter) haben wir den Nationalfeiertag als Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrages bezeichnet. Tatsächlich wurde am 26. Oktober 1955 die immerwährende Neutralität Österreichs besiegelt. Wir bedauern den Fehler.