Was heute wichtig ist

27.11.2015

Spannungen zwischen Russland und der Türkei verstärken sich. Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein Gesprächsangebot seines türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan vorerst abgewiesen. In getrennten Interviews schieben sich die beiden Staatschefs weiterhin gegenseitig die Schuld am Abschuss des russischen Kampfjets durch türkische Streitkräfte zu. Putin hatte via CNN auch die USA in den Streit miteinbezogen, die laut seinen Angaben über die Flugroute informiert waren. Putin möchte erst mit Erdoğan sprechen, wenn dieser sich offiziell für den Vorfall entschuldigt.
NZZ: Die Türkei als neues russisches Feindbild
Spiegel: Putin lehnt Erdoğans Gesprächsangebot ab

Polanski wird nicht an USA ausgeliefert. Nun ist es endgültig fix, dass Polen dem Auslieferungsgesuch der USA nicht nachkommt. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Krakau heute mit. Die US-Justiz wirft dem Regisseur vor, 1977 in Kalifornien eine damals 13-Jährige vergewaltigt zu haben. Polanski bekannte sich wegen Sex mit einer Minderjährigen schuldig und saß dafür zunächst 42 Tage im Gefängnis, bevor er auf Kaution freikam. Vor der Urteilsverkündung floh der Filmemacher nach Europa.
Guardian: Roman Polanski victim: extradition refusal ‚the right thing‘

Frankreich gedenkt der Opfer. Die Namen der 130 Menschen, die bei dem Terroranschlag vor zwei Wochen ums Leben kamen, wurden am Freitag bei einer Gedenkzeremonie vor dem Pariser Invalidendom verlesen. Später wurden Fotos jeder einzelnen Person gezeigt. Zu der Trauerfeier kamen Politiker aller Parteien und Angehörige, Präsident François Hollande hatte die Franzosen zuvor gebeten, Häuser und Wohnungen mit der französischen Nationalflagge zu schmücken. In Deutschland wurde indes ein Waffenhändler verhaftet, er soll den Attentätern automatische Waffen verkauft haben.
NZZ: Waffen für Pariser Anschläge aus Deutschland?

Hollande erwägt Zusammenarbeit mit Assad. Am Donnerstag vereinbarten Frankreich und Russland eine militärische Zusammenarbeit gegen den IS. Heute wurde bekannt, dass Frankreich dafür erstmals auch eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Regime erwägt. Hollande wünscht sich eine „Koalition“ der Weltmächte gegen die Drahtzieher hinter dem Anschlag von Paris.
NZZ-Korrespondent Daniel Wechlin aus Moskau

Flüchtlinge hängen am Balkan fest. Schärfere Grenzkontrollen, aber auch das winterliche Wetter sind der Grund, dass derzeit weit weniger Flüchtlinge nach Österreich kommen als in den vergangenen Wochen. Seit zwei Tagen wird an den Transitstellen in der Steiermark wenig Zugang verzeichnet. Insgesamt kommen derzeit rund 3.000 Flüchtlinge pro Tag über die österreichische Grenze. Weil Mazedonien nach eigenen Worten „Wirtschaftsflüchtlingen“ die Einreise verweigert, sitzen dort rund 1.600 Menschen fest. Nur Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan dürfen weiter. In Österreich hält die Regierung weiter an den Plänen für ein „Türl mit Seitenteilen“ fest: Nächste Woche soll mit dem Bau des Grenzzauns begonnen werden.
NZZ: Die Flüchtlingsbewegung der letzten drei Wochen in Grafiken
NZZ: Flüchtlinge wohnen im Baumax, weil es nicht mehr anders geht