Was heute wichtig ist

29.02.2016

Flüchtlinge stürmen mazedonische Grenze. Rund 300 Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien durchdrangen am Grenzübergang Idomeni die Absperrungen auf der griechischen Seite und liefen auf den Bahnübergang. Mit einem aus einem Metallschild improvisierten Rammbock riss eine Gruppe Teile eines Stacheldrahtzauns nieder. Die mazedonische Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas. Immer mehr Flüchtlinge stecken an der griechisch-mazedonischen Grenze fest. Ihre Zahl stieg zuletzt auf 7.000, wie mazedonische Medien am Montag berichteten. Demnach verschlimmert sich die humanitäre Lage: Es fehlt an Nahrung und medizinischer Hilfe. Die Behörden hatten am Vorabend 300 Flüchtlingen aus den Krisengebieten die Einreise genehmigt. Die zurückgebliebenen Flüchtlinge hatten zuvor für Montag die Blockade der Eisenbahnstrecke bereits angekündigt, sollten die Grenzen nicht wieder geöffnet werden.

Irak: 14 Tote bei Anschlag. Ein Selbstmordattentäter riss in Mukdadija 80 Kilometer nordöstlich von Bagdad mindestens 14 Menschen mit in den Tod. Der Attentäter habe bei einem schiitischen Begräbnis seine Sprengstoffweste gezündet, hieß es am Montag. Ein Bekennerschreiben liegt derzeit noch nicht vor.

Deflation in der Eurozone.
 Im Februar verzeichnete die Eurozone einen Preisrückgang von 0,2 Prozent, wie aus einer Schnellschätzung von Eurostat am Montag hervorgeht. Nachdem im Vormonat die Inflation noch bei 0,3 Prozent lag, schlug sich der starke Fall des Ölpreises im März stärker durch. Der Preisrückgang ist der stärkste seit Februar 2015. Damals hatte sich der Warenkorb um 0,3 Prozent verbilligt. Trotz des ausgedehnten Anleihekaufprogramms gelingt es der EZB mit ihrer Politik nicht, ihrem Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent näherzukommen.
Thomas Fuster erklärt den Blindflug der Geldpolitik

Starkes Votum für Reformer im Iran.
 Mit einem unerwartet deutlichen Votum schenken die Iraner dem moderaten Präsidenten Hassan Rohani das Vertrauen. Rohanis Verbündete holten alle 30 Sitze in der Provinz Teheran. Auch außerhalb der Hauptstadt gewannen die Gemäßigten deutlich hinzu.
Monika Bolliger berichtet

Merkel hält Kurs in der Flüchtlingskrise. Die deutsche Bundeskanzlerin hat nationale Alleingänge wie jenen Österreichs in der Flüchtlingskrise kritisiert. „Das ist genau das, wovor ich Angst habe: Wenn der eine seine Grenze definiert, muss der andere leiden. Das ist nicht mein Europa“, sagte sie am Sonntagabend in der ARD-Talkshow von Anne Will. „Meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit besteht darin, dass dieses Europa einen gemeinsamen Weg findet“, betonte Merkel. Am Montag zog der deutsche Außenminister nach: „Ich habe immer deutlich gemacht: Nationale oder regionale Alleingänge mögen nur auf den ersten Blick Abhilfe bieten“.
Unerschütterlich bis zur Schmerzgrenze: Markus Ackeret ordnet Merkels Aussagen ein
Das ganze einstündige Gespräch gibt es bei der ARD nachzusehen

„Pensionsgipfel“ der Koalition steht bevor. Die Koalition trifft sich am Montagnachmittag zu einem lange angekündigten „Pensionsgipfel“. Spektakuläre Ergebnisse sind dabei nicht zu erwarten. An den Verhandlungen nehmen u.a. Sozialminister Alois Stöger und Finanzminister Hans Jörg Schelling teil.
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