Was heute wichtig ist

29.10.2015

Paul Ryan wird Sprecher des US-Repräsentantenhauses. Der 45-jährige Republikaner ist nach einem Machtkampf innerhalb der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus als Sieger hervorgegangen. Der einstige Vizepräsidentschaftskandidat neben Mitt Romney beerbt John Boehner, der von Hardlinern aus dem Amt getrieben wurde. Er ist der jüngste „Speaker of the House“ seit 1869.
Die New York Times hat seinen Aufstieg analysiert

EU lockert Sanktionen gegen Weißrussland. Die Europäische Union wird einige der Sanktionen gegen den weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko und rund 170 seiner Anhänger bis Februar aussetzen, teilte der EU-Rat mit. Damit soll anerkannt werden, dass es im Vorfeld der jüngsten weißrussischen Präsidentschaftswahlen zu weniger Menschenrechtsverletzungen gekommen ist als üblich. Das Waffenembargo bleibt hingegen aufrecht.
Spiegel

China verabschiedet sich von Ein-Kind-Politik. Zum Abschluss des viertägigen Parteitags der chinesischen Kommunisten hat die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bekannt gegeben, dass die in den 1970ern eingeführte Ein-Kind-Politik aufgehoben wird. Das Zentralkomitee werde allen Paaren zwei Kinder erlauben, heißt es in der Meldung.
Bloomberg

Noch 38 Vermisste in der Ägäis. Mehrere Flüchtlingsboote sind am Mittwoch bei schwerem Seegang vor der Insel Lesbos gekentert. Dabei sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder. Derzeit gelten noch mindestens 38 Personen als vermisst. Die griechische Küstenwache hat nach eigenen Angaben 242 Personen gerettet.
Der Guardian hat mit Augenzeugen gesprochen

US-Wirtschaft kühlt ab. Das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt ist nach 3,9 Prozent im zweiten Quartal auf 1,5 Prozent im dritten Quartal gesunken. Der Rückgang wird als temporär eingeschätzt. Die privaten Konsumausgaben sind weiterhin solide geblieben. Es wird erwartetet, dass die US-Notenbank den Leitzins im Dezember anheben wird.
CNBC

Deutsche Bank streicht 9.000 Stellen. Die Deutsche Bank präsentiert schlechte Quartalszahlen und streicht 9.000 der gut 100.000 Vollzeit-Arbeitsplätze bei der Bank selbst, 4.000 davon in Deutschland. Bei externen Dienstleistern sollen 6.000 von gegenwärtig 30.000 Stellen wegfallen. Die Aktionäre müssen für die Jahre 2015 und 2016 auf eine Gewinnausschüttung verzichten.
Claudia Aebersold Szalay aus Frankfurt mit Details

Faymann trifft am Freitag Hollande. Bundeskanzler Werner Faymann trifft am Freitagnachmittag den französischen Präsidenten François Hollande in Paris. Bei dem Vier-Augen-Arbeitsgespräch soll es um die Bewältigung der Flüchtlingskrise, die europäische Zusammenarbeit mit der Türkei und den EU-Handelsvertrag mit Kanada (CETA) gehen.

4.000 übernachteten in Spielfeld. 4.000 Flüchtlinge haben die Nacht auf Donnerstag in Spielfeld im steirischen Bezirk Leibnitz verbracht. Alle Frauen und Kinder konnten in beheizten Zelten untergebracht werden, etwa 300 Personen mussten die Nacht jedoch im Freien verbringen.
In Passau wächst die Belastung – und die Wut auf Österreich

Faymann: Kein Zaun. Mikl-Leitner: Zaun. Bundeskanzler Faymann hat am Mittwochabend nach einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker klargestellt, „dass Zäune keinen Platz in Europa haben“. Im Widerspruch dazu plant die Regierung Sperren zur besseren Kontrolle an der steirisch-slowenischen Grenze. Innenministerin Mikl-Leitner hatte von einem Zaun als technische Sperre in Spielfeld gesprochen.
NZZ: Faymann dementiert Grenzzaun-Pläne
Meinung: Eine Gesellschaft, die andere aussperrt, sperrt sich selbst ein

Kerry: Syrien-Gipfel soll „Weg aus der Hölle“ finden. Die Außenminister von Russland, Saudi-Arabien, den USA und der Türkei treffen einander heute zu neuen Beratungen über den Syrien-Konflikt in Wien. US-Außenminister John Kerry erklärte, der Syrien-Gipfel solle einen „Weg aus der Hölle“ finden. Die Gespräche werden am Freitag in größerer Runde fortgesetzt, erstmals sollen auch Vertreter des Iran teilnehmen.

Herumtreibendem US-Militärluftschiff ging die Luft aus. Über Pennsylvania hat die Jagd auf ein unbemanntes US-Militärluftschiff ein Ende gefunden, dessen Verankerung gerissen war. Der Zeppelin, Teil eines Radarsystems zur Raketenabwehr, war mehrere Stunden lang durch den Staat getrieben und hatte mit einem herunterhängenden Seil mehrere Stromleitungen gekappt, bevor ihm schließlich die Luft ausging.
Quartz erklärt das JLENS-System, zu dem das Luftschiff gehört