Was heute wichtig ist

30.09.2016

Eine Tote bei Zugunglück in New Jersey. Donnerstagfrüh entgleiste am Bahnhof Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey ein Zug. Die Endstation wird besonders von Pendlern angesteuert, die hier auf ihrem Weg nach Manhattan umsteigen. Gegenüber dem Fernsehsender NBC erzählt ein Passagier, der Zug habe bei der Ankunft am Bahnhof einfach nicht gebremst und sei erst durch einen Prellblock am Ende des Gleises gestoppt worden. Die Wucht des Aufpralls hob mehrere Waggons an, diese brachten schließlich das Dach des Bahnhofs zum Einsturz. US-Medien sprechen derzeit von 108 Verletzten und einer Toten. Mittlerweile wurde der Lockführer wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Er soll bei den Ermittlungen helfen.
BBC: Hoboken train station crash: One dead and dozens hurt in New Jersey
NZZ: Den Prellblock überfahren

Neues 9/11-Gesetz stößt auf Missbilligung aus Saudi-Arabien. Nachdem die USA ihren Mitbürgern nun erlaubt, Länder wegen Terrorunterstützung zu klagen, warnte Riad vor „katastrophalen Folgen“. Ein Sprecher des Außenministeriums Saudi-Arabiens forderte umgehende Maßnahmen zur Sicherung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Obama, der das Gesetz durch sein Veto verhindern wollte, wurde am Mittwoch im Senat und Repräsentantenhaus überstimmt. Dabei votierten auch viele Demokraten gegen den US-Präsidenten. In seinen letzten Monaten an der Spitze der USA erfuhr Obama damit eine schwere Demütigung. 15 der 19 Attentäter des Anschlags vom 11. September 2001 kamen aus Saudi-Arabien. Der wichtigste Verbündete der USA im Nahen Osten wies die Anschuldigungen der Terrorunterstützung bisher entschieden zurück.
NZZ: Saudi-Arabien kritisiert neues amerikanisches 9/11-Gesetz

Clinton beschuldigt Trump das Handelsembargo gegen Kuba verletzt zu haben. 1998 soll laut Newsweek-Bericht ein Unternehmen Trumps versucht haben, Geschäfte einzufädeln, die das strikte US-Handelsverbot mit Kuba ignorierten. Demnach soll Trump 68.000 US-Dollar zum Ausloten möglicher Investitionsmöglichkeiten investiert haben. Ein Berater Clintons kritisierte am Donnerstag, dass Trump offensichtlich nicht, wie von ihm behauptet, Angebote für Geschäftsbeziehungen zu Kuba stets abgelehnt habe.
The Guardian: Trump violated Cuba embargo in 1998 business venture, report claims
BBC: US election 2016: Trump accused of Cuba embargo breach
NZZ.at: Ferbsehdebatte in den USA: Wann ist ein Sieg ein Sieg?

Scharfe Kritik an Luftangriffen auf „Schlachthaus“ Aleppo. Nachdem UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon Aleppo mit einem Schlachthaus verglichen hat, kritisieren auch Obama und Merkel die Angriffe auf die syrische Stadt. Dabei sollen sich die beiden Staatsoberhäupter einig gewesen sein, dass Russland und die syrische Regierung der Gewalt Einhalt gebieten müssten. Zudem sollte der UNO Zugang zu den belagerten Gebieten gewährt werden. Der Osten der Stadt wird schwer bombardiert. In den von Rebellen gehaltenen Stadtteilen sollen sich über 250.000 Menschen befinden.
NZZ: Obama und Merkel: Luftangriffe in Aleppo barbarisch
Die Zeit: UN-Chef: Aleppo schlimmer als ein „Schlachthaus“

Sprengsatz-Attrappe in Dresden sichergestellt. Nur wenige Tage vor Beginn der deutschen Einheitsfeier wurde in Dresden, nahe der Marienbrücke, eine Sprengsatz-Attrappe von Sicherheitskräften entdeckt. Diese alarmierten umgehend die Polizei. Unklar ist derzeit, ob es einen Zusammenhang zu den Anschlägen von Montagmorgen gibt. Nach den zahlreichen Terroranschlägen in Europa wird das Einheitsfest dieses Jahr so gut geschützt wie noch nie.
Der Spiegel: Muslimische Einrichtungen in Dresden erhalten Polizeischutz
Die Zeit: Polizei findet Sprengsatz-Attrappe an der Marienbrücke