Moritz Moser

Was ist bei der Bundespräsidentenwahl schiefgelaufen? Der NZZ.at-Clubabend zum Nachhören

von Georg Renner / 14.06.2016

Wenn der Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium, Robert Stein – wahrscheinlich der intimste Kenner der österreichischen Wahlprozesse überhaupt – auf grüner Wiese ein neues Wahlrecht aufstellen dürfte, was würde er ändern? Überraschenderweise nicht viel: „Es würde ungefähr so ausschauen wie jetzt – aber ich hätte mehr Mut bei den Vorzugsstimmen und ich würde mir die Wahlkreiseinteilung anschauen, sodass es keine horizontalen Nullerbänke mehr gibt: Wahlkreise, in denen aufgrund der Volkszählung so wenige Mandate vergeben werden, dass keine Partei ein Grundmandat schaffen kann. Ansonsten würde das so aussehen wie bisher, mit dem zusätzlichen Kanal E-Voting.“

Das war der Schlusspunkt der Diskussion „Die Qual mit der Wahl“ im NZZ.at-Clubabend, die – ausgehend von den angefochtenen Unregelmäßigkeiten rund um die Bundespräsidentenwahl („Ich hätte nie und nimmer damit gerechnet“, sagt Stein über manche Auszählungsmängel, die da zutage getreten sind; das Innenministerium hat bisher sechs Fälle vermuteter Urkundendelikte angezeigt) – das österreichische Wahlrecht und die damit nicht immer hundertprozentig idente Praxis unter die Lupe genommen hat.

Neben dem Podium – Meinungsforscherin Eva Zeglovits vom IFES, Vorzugsstimmen-Vorkämpfer Lukas Mandl (ÖVP) und eben Stein – kamen auch aus dem Publikum zahlreiche kompetente Wortmeldungen, unter anderem von Statistik-Professor Erich Neuwirth, Grün-Abgeordnetem Dieter Brosz, mit Wahlen befassten Journalisten und vielen mehr.

Hier ist die gesamte Diskussion zum Nachhören und Teilen: