Der letzte Tag des Kaisers

Am 21. November 1916 stirbt Kaiser Franz Joseph im Alter von 86 Jahren in Schönbrunn. Sein Reich befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Krieg. NZZ.at beleuchtet in mehreren Akten den Tod des Monarchen aus den Blickwinkeln von Höflingen, Familie, Soldaten, Politikern und des Volkes.

Illustrationen: Lilly Panholzer, Animation: Lukas Wagner, Text: Moritz Moser

Fünfter Akt – Die letzten Worte


Credits: Lilly Panholzer

Am Abend des 21. Novembers 1916 verschlechtert sich der Gesundheitszustand Franz Josephs. Der Kaiser hat eine Lugenentzündung und seit Tagen Fieber, arbeitet aber weiter, bis er am Schreibtisch einschläft. Um sechs Uhr bringt man ihn ins Bett, wo er seinem Kammerdiener aufträgt: „Ich bin mit der Arbeit nicht fertig geworden, morgen um halb vier wecken Sie mich wie gewöhnlich.“ Um den Kaiser versammeln sich die Mitglieder seiner Familie. Noch einmal erwacht er und verlangt zu trinken, dann schläft Franz Joseph ein. Um neun uhr Abends wird sein Tod festgestellt.

Vierter Akt – Die Politik


Credits: Lilly Panholzer

Das Parlament der österreichischen Reichshälfte der Monarchie ist zum Nichtstun verdammt. Der Kaiser hat den Reichsrat sistier, also auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Regierung arbeitet mit Notverordnungen. In dieser Situation erschießt am 21. Oktober 1916 der Sohn des sozialdemokratischen Parteiführers Viktor Adler, Friedrich, den kaiserlich-königlichen Ministerpräsidenten Karl Graf Stürgkh.

Dritter Akt – Der Krieg


Credits: Lilly Panholzer

Franz Conrad von Hötzendorf wird 1906 zum ersten Mal österreichischer Generalstabschef. Er gilt zunächst als Protege von Thronfolger Franz Ferdinand, zerstreitet sich aber mit ihm, da er eine noch radikalere Politik fordert. Conrad von Hötzendorf gehört schon vor Kriegsausbruch zu den Falken in der österreichischen Außenpolitik und befürwortet die Kriegserklärung an Serbien.

Zweiter Akt – Die Nachfolge


Credits: Lilly Panholzer

Franz Joseph hat während seiner beinahe 68-jährigen Regierungszeit drei Thronfolger überlebt. Sowohl sein Sohn Rudolf, als auch sein Neffe Franz Ferdinand hatten politisch andere Ansichten als der Kaiser, der sie daher von den Regierungsgeschäften fernzuhalten versuchte. Mit seinem letzten Thronfolger Karl versteht er sich besser, doch auch er wird nicht systematisch auf seine zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Karl mangelt es an Erfahrung, vielen seiner baldigen Untertanen an Respekt.

Erster Akt – Franz Josephs letzte Audienz


Credits: Lilly Panholzer

Alfred Fürst Montenuovo ist seit 1909 Erster Obersthofmeister des Kaisers. Er organisiert und verwaltet das Leben rund um Franz Joseph. Sein Einfluss auf seinen Herrn ist beträchtlich. Montenuovo gilt als erzkonservativ und war ein Intimfeind des ermordeten Thronfolgers Franz Ferdinand.