Armando Babani / EPA

Kosovo

Kampf für Unabhängigkeit

von Andreas Ernst / vor 6 Tagen

Seit neun Jahren ist der Kosovo ein eigener Staat. Der Weg zur Unabhängigkeit war geprägt von politischen Machtkämpfen, Gewalt und Krieg.

Kosovo kämpfte viele Jahre für die Unabhängigkeit und erreichte sie dank der Unterstützung der Nato. Doch auch neun Jahre nach Ausrufung der Unabhängigkeit bleibt diese umstritten, wichtige Länder anerkennen sie nicht. Auch die Beziehungen zum Nachbarn Serbien der Kosovo als abtrünnige Region betrachtet, sind angespannt und jüngst wieder schlechter geworden. Die wichtigsten Daten der Geschichte Kosovos der vergangenen Jahrzehnte.

Autonome Provinz Kosovo

Die jugoslawische Verfassung gewährt der serbischen Provinz Kosovo autonome Rechte.

„Sitzung der jugoslawischen Bundesversammlung“: Ausriss aus der NZZ vom 16. Mai 1974, mit diesem Link gelangen Sie zum PDF der ganzen Seite.

Blutige Proteste

Serbien hebt die Autonomie Kosovos auf und entsendet Truppen. Bei gewalttätigen Demonstrationen kommen über 100 Personen ums Leben.

Die Titelgeschichte der NZZ vom 3. März 1998. Mit diesem Link gelangen Sie zum PDF der ganzen Seite.

Unabhängigkeit ohne Anerkennung

Nach zahlreichen Demonstrationen wird im September die Republik Kosovo ausgerufen, die international nicht anerkannt wird.

„Ausrufung einer neuen Verfassung Kosovos“: Ausriss aus der NZZ vom 14. September 1990, mit diesem Link gelangen Sie zum PDF der ganzen Seite.

Der Kosovokrieg

Die kosovarische UCK-Guerilla tritt in Erscheinung. Serbien verlegt Sicherheitskräfte und Panzer nach Kosovo, wo die Unruhen zum Krieg eskalieren, der 10 000 Tote fordert. Die meisten sind Kosovo-Albaner.

Nicht immer war der Krieg so gemütlich, wie dieses Bild suggeriert. Eine Gruppe der UCK-Guerillakämpfer wartet im Juni 1999 auf einen Fahrer, der sie abholt. (Bild: Staton R. Winter / EPA)

Die Nato greift ein

Die Nato fliegt nach erfolglosen Friedensgesprächen Angriffe auf Serbien und Montenegro. Im Juni stimmt Belgrad dem Abzug seiner Truppen aus Kosovo zu. Dieses wird zum Protektorat, gehört völkerrechtlich aber weiter zu Serbien. Hashim Thaci wird vom Guerillachef zum Politiker.

Der Himmel über Belgrad färbt sich schwarz am 4. April 1999. Die Nato-Bomben trafen ein Erdölreservoir einer Zentralheizungsanlage. (Bild: Sasa Stankovic / EPA)

Ausschreitungen beschleunigen Verhandlungen

Bei Unruhen kommt es zu Angriffen auf Serben und Roma. Kirchen und Klöster werden angezündet. Die Ereignisse beschleunigen die Verhandlungen über den Status Kosovos.

Tag der Unabhängigkeit

Kosovo erklärt sich für unabhängig. Bis heute wird es von 110 der 193 Uno-Mitglieder anerkannt.

Am grossen Tag muss alles passen: Hashim Thaci, damaliger Regierungschef und heutiger Präsident von Kosovo, arrangiert die kosovarische Flagge an einer Konferenz am 17. Februar 2008. Kurz zuvor verkündete das Parlament die Unabhängigkeit von Serbien. (Bild: Armando Babani / EPA)

Serbisch-kosovarisches Abkommen ohne Wirkung

Serbien und Kosovo unterzeichnen ein Normalisierungsabkommen. Dieses sieht unter anderem einen halbautonomen Status der Kosovo-Serben vor. Die Umsetzung stockt bis heute.