Evan Agostini / Keystone

Regierungsbildung in Amerika

Vom Schwiegersohn zum Berater im Weissen Haus

von Marie-Astrid Langer / 10.01.2017

Schon seit längerem war darüber spekuliert worden, nun ist es offiziell: Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bekommt einen einflussreichen Posten im Weissen Haus. Die Personalie ist heikel.

Der künftige amerikanische Präsident Donald Trump macht seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu einem seiner einflussreichsten Berater. Der 36-jährige Ehemann von Trumps Tochter Ivanka soll als „Senior Adviser“ ins Weisse Haus kommen, wie der Stab des designierten Präsidenten am Montagabend bestätigte. Kushner wird den Plänen nach eng mit Trumps Stabschef Reince Priebus und dem Chefstrategen im Weissen Haus, Steve Bannon, zusammenarbeiten. „Jared war eine enorme Bereicherung und vertrauenswürdiger Berater während des Wahlkampfes und der Übergangszeit, und ich bin stolz, ihn in einer Schlüsselrolle in meiner Administration zu haben“, teilte Trump mit.

Kushner war bereits während des Wahlkampfes eine feste Grösse in Trumps Beraterteam. gilt als einflussreicher Einflüsterer des künftigen Präsidenten und hatte seine Amerikanische Medien beschrieben seine Rolle als die des eigentlichen Chefs hinter den gewaltigen Kulissen: entschlossener Antreiber und Verhandler, ruhiger Weichensteller und Entscheider. Er kümmerte sich vor allem um die digitale Strategie.

Kushner ist Spross einer orthodox jüdischen Familie und gilt als einflussreicher Ratgeber Trumps in der Nahostpolitik. So sollen Reden zur Aussenpolitik, die Trump während des Wahlkampfes hielt, seine Handschrift getragen haben. Kushners Vater Charles ist wie Donald Trump eine Grösse in der New Yorker Immobilienszene. Jared Kushner tätigte laut „Wall Street Journal“ Immobiliengeschäfte im Umfang von insgesamt 14 Milliarden Dollar (13,18 Milliarden Euro).

Zahlreiche Interessenkonflikte Kushners

Ein Amt in der Regierung lässt sich mit seinen bisherigen Tätigkeiten nicht vereinbaren. Dafür müsste er eine rechtlich tragfähige Struktur finden und Interessenkonflikte aus dem Weg räumen. Wie die „New York Times“ am Montagabend unter Berufung auf seinen Anwalt berichtete, plant Kushner seinen Besitz in New York zu verkaufen, die Beteiligung an den Immobiliengeschäften seiner Familie und andere Vermögenswerte an seinen Bruder sowie an einen von seiner Mutter verwalteten Treuhandfonds abzugeben.