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Anschläge auf Brüssel: Tag 2

Zahl der Verletzten steigt auf 300

von NZZ.at / 23.03.2016

Der zweite Selbstmordattentäter, der sich am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt hat, ist laut belgischen Polizeikreisen identifiziert. Es soll sich um den seit Tagen gesuchten Terrorverdächtigen Najim Laachraoui handeln. Die aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker der NZZ. Die traurigen Entwicklungen des gestrigen Tages können Sie hier nachlesen.


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21:50 Zahl der Verletzten steigt auf 300

Die Zahl der bei den Brüsseler Terroranschlägen verletzten Menschen ist erneut nach oben korrigiert worden. Nach am Mittwochabend veröffentlichten Zahlen erlitten nicht 270, sondern 300 Personen leichte oder schwere Verletzungen. Die Hälfte von ihnen lag am Mittwoch noch in Krankenhäusern, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 61 Menschen mussten demnach auf einer Intensivstation behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer liege unverändert bei 31, hiess es.

21:30 Laachraoui ist Bombenbauer von Paris

Einer der Brüsseler Attentäter, Najim Laachraoui, war nach offiziellen Angaben der Mann, der die Bomben für die Pariser Terrorwelle vom November gebaut haben soll. Dies bestätigten ein europäischer Geheimdienstvertreter und ein französischer Polizist am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Es scheint also eine Verbindung zwischen beiden Terrorwellen zu geben. Laachraoui galt als Komplize des mutmasslichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam, der vorigen Freitag in Brüssel festgenommen worden war.

20:50 Belgien weist Vorwurf der Türkei zurück

Der belgische Justizminister Koen Geens hat den Vorwurf der Türkei zurückgewiesen, den Brüsseler Selbstmordattentäter Ibrahim El Bakraoui fahrlässig auf freiem Fuss gelassen zu haben. El Bakraoui habe in Belgien keine terroristischen Straftaten begangen, sagte Geens am Mittwochabend dem Sender VRT. Als El Bakraoui von der Türkei ausgewiesen wurde, sei er lediglich als normaler Straftäter auf Bewährung bekannt gewesen. Seinem Wissen nach sei El Bakraoui auch nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande abgeschoben worden, ergänzte Geens. Das niederländische Justizministerium teilte am Abend mit, der Vorgang werde geprüft. Weitere Informationen seien nicht vor Donnerstag zu erwarten.

20:36 Netanyahu will globalen Kampf gegen Terrorismus

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat nach den Anschlägen in Brüssel und Istanbul einen globalen Kampf gegen den Terrorismus gefordert. „Die ganze Welt hat mit dem Ansturm des Terrors zu kämpfen, und wir müssen zusammenarbeiten, um ihn zu besiegen“, sagte Netanyahu am Mittwoch vor Journalisten in Jerusalem. Das israelische Volk erfahre seit Jahren am eigenen Leib, was solche Anschläge bedeuteten. „Ich habe Belgien jede Hilfe bei der Terrorbekämpfung angeboten.“ Wurzel des Terrors seien nicht Entbehrung, Frustration oder Besatzung, sondern Hoffnung, meinte Netanyahu: „Die Hoffnung, dass IS ein islamisches Kalifat in Europa errichten kann.“

20:10 Laachraoui stellte Sprengstoffwesten her

Nach Angaben von Beamten stellte Laachraoui vermutlich die Sprengstoffwesten her, die bei den Anschlägen von Paris benutzt wurden. Wie aus französischen Polizeikreisen verlautete, wurde seine DNA an allen Westen sowie in einer Brüsseler Wohnung gefunden, in der sie produziert wurden.

19:00 Gesuchter Terrorverdächtiger Laachraoui ist tot

Der seit Tagen gesuchte Terrorverdächtige Najim Laachraoui ist nach belgischen Medienberichten tot. Er sei einer der Selbstmordattentäter gewesen, die sich am Dienstag auf dem Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt hatten, berichtete der Sender RTBF am Mittwochabend. Dasselbe liessen Polizeikreise in Brüssel verlauten.

18:35 Polen will keine Flüchtlinge mehr aufnehmen

Nach den Anschlägen von Brüssel will Polen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. „Nach dem, was gestern in Brüssel geschehen ist, können wir vorerst nicht sagen, dass wir irgendeine Zahl von Migranten aufnehmen möchten“, sagte Ministerpräsidentin Beata Szydlo am Mittwoch dem Fernsehsender Superstacja.

Die konservative Regierungschefin widerrief damit eine Zusage der Vorgängerregierung aus dem September 2015. Die Vorgängerregierung hatte sich zur Aufnahme von 7000 Flüchtlingen im Rahmen einer europäischen Kontingentierung bereit erklärt.

Die polnische Regierung müsse „in erster Linie auf die Sicherheit unserer Bürger“ achten, sagte Szydlo.

18 Uhr: Attentäter aus Türkei ausgewiesen

Einer der Attentäter von Brüssel ist nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Jahr aus der Türkei ausgewiesen worden. Die belgischen Behörden hätten den Mann nach der Ausweisung im Juli aber trotz der Warnungen der Türkei freigelassen, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara.

16 Uhr 58: Königspaar besucht Anschlagsort

Nach den Terroranschlägen in Belgien hat das belgische Königspaar den internationalen Flughafen von Brüssel besucht. König Philippe und Königin Mathilde trafen an dem Anschlagsort Helfer. Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete, hatte zuvor das Königspaar unter anderem an einer Schweigeminute im Gebäude der EU-Kommission in Brüssel mit Belgiens Premier Charles Michel und Frankreichs Premierminister Manuel Valls teilgenommen. Zudem besuchte das Königspaar ein Spital.

16 Uhr 27: AKW ordern ihr Personal zurück

Nach den Anschlägen in Brüssel haben die belgischen Atomkraftwerke an den Standorten Doel und Tihange ihr Personal wieder aufgestockt. Es sei wieder die übliche Belegschaft im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Betreiberfirma. Demnach gelten aber noch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Am Dienstag war das Personal auf ein Minimum reduziert worden. Damit sollte demnach das Risiko minimiert werden, dass gefährliche Personen auf das Gelände gelangen.

16 Uhr 20: Abdeslam übernachtete in Bayern

Ein mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris, Salah Abdeslam, hat im September im bayerischen Unterfranken übernachtet. Der Mann, der am Freitag in Brüssel festgenommen worden war, sei mit zwei anderen Männern im Landkreis Kitzingen in einem Gasthof gewesen, sagte der bayerische Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. Zuvor hatte unter anderem der Bayerische Rundfunk davon berichtet. Geprüft wird laut Schmidbauer, ob es sich bei einem der beiden anderen Männer um den Terrorverdächtigen Najim Laachraoui gehandelt haben könnte. „Dazu haben wir keine Erkenntnisse“, sagt Schmidbauer. Der 24-jährige Laachraoui wird mit den Attentaten von Paris im November 2015 in Verbindung gebracht und könnte auch an den Anschlägen vom Dienstag in Brüssel beteiligt gewesen sein.

14 Uhr 55: Angeblich lasche Haltung Belgiens kritisiert

Ein weiterer israelischer Minister hat mit harschen Worten den in seinen Augen laschen Umgang Europas mit der Terrorgefahr kritisiert. Israel Katz, Ressortchef für Geheimdienste und Transportwesen, verspottete besonders die bekannte Vorliebe der Belgier für edle Schokolade. „Wenn sie in Belgien weiter ihre Schokolade essen, vom schönen Leben profitieren und sich der Welt als großartige Liberale und Demokraten präsentieren und dabei außer Acht lassen, das ein Teil der dort lebenden Muslime Terrorakte vorbereiten, können sie den Kampf gegen die nicht gewinnen“, sagte der Minister im israelischen Staatsradio.

14 Uhr 35: 15 Kilogramm Sprengstoff gefunden

Bei Wohnungsdurchsuchungen bei Verdächtigen der Brüsseler Anschläge sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft 15 Kilogramm Sprengstoff gefunden worden. Es handele sich um dieselbe Art – TATP –, die bei den Pariser Anschlägen verwendet worden sei.

14 Uhr 15: EU-Kommissar kritisiert Mitgliedsstaaten

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopolous ist mit den EU-Staaten hart ins Gericht gegangen. „Wenn wir alles, was wir im Vorjahr beschlossen haben, voll umgesetzt hätten, hätte wir der Situation effizienter begegnen können“, sagte Avramoulos am Mittwoch in Brüssel. „Wir alle wussten, dass das passieren kann.“ Avramopoulos betonte, man wisse nicht, wann die nächsten Terroranschläge in Europa stattfinden würden. Europa müsse sich „an die Realität anpassen“. Die EU habe bereits Werkzeuge, Europol sei eines der stärksten Instrumente im Kampf gegen den Terrorismus. „Das wichtigste ist, jetzt wirklich gemeinsam zusammenzuarbeiten.“

13 Uhr 26: Computer von Attentäter sichergestellt

Wie die belgischen Behörden bekanntgaben, haben die Ermittler einen Computer mit dem Testament des mutmasslichen Flughafen-Attentäters Ibrahim El Bakraoui sichergestellt. Der Rechner sei in einem Müllbehälter in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek gefunden worden. In Schaerbeek hatte es am Dienstagabend Razzien nach den Anschlägen gegeben. Laut Staatsanwalt habe El Bakraoui in dem Testament angegeben, er wisse nicht mehr, was er tun solle.

13 Uhr 19: Attentäter in der Metro identifiziert

Bei dem Attentäter in der Brüsseler Metro handelt es sich um Khalid El Bakraoui. Er ist der Bruder des Selbstmordattentäters vom Flughafen, Ibrahim El Bakraoui, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw an der Pressekonferenz in Brüssel weiter.

13 Uhr 14: Attentäter auf Fahndungsfoto identifiziert

Einer der Selbstmordattentäter der Brüsseler Anschläge ist als Ibrahim el Bakraoui identifiziert worden. Er sei der Mann in der Mitte des Fahndungsfotos vom Flughafen , sagte der belgische Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Der Mann auf der linken Seite des Fahndungsfotos vom Flughafen sei bisher nicht identifiziert. Ein dritter Mann, der eine weisse Jacke trug, sei flüchtig.

13 Uhr 08: Europol warnt vor weiteren Anschlägen

Etwa 3000 bis 5000 mögliche IS-Terroristen halten sich in Europa auf, schätzt die europäische Polizeibehörde Europol in Den Haag. Genauere Angaben etwa zu den Aufenthaltsländern machte Europol nicht. Die neuesten Terror-Anschläge weisen nach einer Analyse von Europol auf eine neue Strategie des IS. Die Gefahr neuer Anschläge in Europa und vor allem Frankreich sei sehr gross.

13 Uhr 07: Fussballspiel Belgien-Portugal abgesagt

Einen Tag nach den Terroranschlägen in Brüssel mit 34 Toten und über 200 Verletzten wird das Testspiel von Belgien gegen Portugal abgesagt worden..

12 Uhr 38: Schweigeminute für die Opfer

Mit einer Schweigeminute haben die Menschen in Brüssel der Opfer der Terroranschläge gedacht. Auch der belgische Premierminister Charles Michel sowie König Philippe und Königin Mathilde kamen am Mittwoch zur stummen Trauer im Gebäude der EU-Kommission zusammen. Aussenminister Didier Reynders, Innenminister Jan Jambon und Frankreichs Premierminister Manuel Valls waren ebenfalls vertreten.

Der belgische Fussballverband sagt wegen der Anschläge in Brüssel ein für kommenden Dienstag geplantes Freundschaftsspiel mit Portugal ab.

12 Uhr 24: Laachraoui doch nicht festgenommen

11 Uhr 30: Staatsanwaltschaft spricht zur Presse

Die Staatsanwaltschaft will über die aktuellen Erkenntnisse informieren. Die Pressekonferenz sei um 13 Uhr geplant, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Brüssel mit.

10 Uhr 52: Dritter Attentäter offenbar verhaftet

Laut der belgischen Zeitung DH wurde der dritte, flüchtige Attentäter der Anschläge von Dienstag, Najim Laachraoui, verhaftet. Er soll sich im Viertel Anderlecht aufgehalten haben.

10 Uhr 45: Ein Bruder zündete Bombe in U-Bahn

Die Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui sollen laut belgischen Medienberichten sowohl den Anschlag am Brüsseler Flughafen als auch das U-Bahn-Attentat verübt haben. Die belgischen Sender RTBF und VRT meldeten am Mittwoch, nur einer der Brüder sei auf den Bildern einer Überwachungskamera am Flughafen identifiziert worden. Der andere soll kurze Zeit später eine Bombe in einem U-Bahnzug an der Station Maelbeek gezündet haben.

Zunächst hatte RTBF unter Berufung auf Polizeiquellen gemeldet, zwei der drei Terrorverdächtigen auf den Bildern vom Flughafen seien als die beiden Brüsseler Brüder identifiziert worden. Sie hätten sich demnach beide als Selbstmordattentäter am Flughafen in die Luft gesprengt. Einer der drei gefilmten Männer ist noch auf der Flucht.

10 Uhr 40: Nato-Staaten verurteilen Terroranschläge

Die Nato-Staaten haben die tödlichen Terroranschläge von Brüssel verurteilt und den Betroffenen ihr Beileid ausgesprochen. Die belgische Hauptstadt sei nicht nur Sitz des Hauptquartiers des Militärbündnisses, hiess es in der am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. „Es ist auch das Symbol eines unversehrten, freien und friedlichen Europa.“

Die Bündnisstaaten unterstrichen ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus, den sie „als offene Gesellschaften und Demokratien“ führen wollten. „Wir sind solidarisch mit Belgien.“

09:30 Züge aus den Niederlanden fahren wieder

Der Zugverkehr aus den Niederlanden nach Belgien ist wieder aufgenommen worden. Der erste internationale Zug, der Thalys, fuhr um 7 Uhr aus Amsterdam ab, teilte ein Sprecher der niederländischen Bahn am Mittwoch mit. Alle weiteren internationalen Züge würden planmäßig fahren. Sie würden allerdings nicht am Brüsseler Flughafen Zaventem halten. Auf den niederländischen Bahnhöfen, an denen die internationalen Züge halten, wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Schwerbewaffnete Polizei wurde eingesetzt.

09:02 Gesuchter könnte Drahtzieher von Paris sein

Der flüchtige Terrorverdächtige vom Brüsseler Flughafen könnte nach belgischen Medienangaben einer der Drahtzieher der Attentate in Paris mit 130 Toten vom 13. November sein. Bei dem gesuchten Verdächtigen, den eine Überwachungskamera am Brüsseler Flughafen aufnahm, könnte es sich nach Angaben des Radiosenders RTBF um den 24 Jahre alten Dschihadisten Najim Laachraoui handeln, wie die Nachrichtenagentur Belga am Mittwoch meldete. Identifiziert seien die beiden Brüder Khalid und Ibrahim El Bakraoui, berichtete der Sender.

08:47 „Ungefähr 31“ Tote und 260 Verletzte

Die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block hat die Zahl der Brüsseler Anschlagsopfer am Mittwoch mit „ungefähr 31 Toten“ und fast 260 Verletzten angegeben. Zuvor war von 34 Toten und 230 Verletzten die Rede gewesen. Die offiziellen Angaben gingen noch auseinander, weil noch nicht alle Opfer identifiziert seien, meldete die Nachrichtenagentur Belga. Die 31 Toten, die De Block am Morgen im Radio nannte, sind nach Angaben ihrer Mitarbeiter jene Menschen, deren Tod eindeutig festgestellt sei. „Die Zahl kann noch steigen“, hieß es weiter.

08:32 Brüder nach Hausdurchsuchung geflohen

Wie der Sender RTBF am Mittwoch unter Berufung auf Polizeiquellen meldete, hatte Khalid El Bakraoui unter falscher Identität auch eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest angemietet, wo es bereits am Dienstag vergangener Woche bei einer Hausdurchsuchung zu einer Schiesserei mit der Polizei kam. Ein mutmasslicher Terrorist kam dabei ums Leben, zwei Verdächtige flüchteten.

08:21 Flüchtiger Attentäter identifiziert

Der flüchtige mutmassliche Attentäter der Anschläge am Flughafen heißt nach einem Bericht der Zeitung DH Najim Laachraoui und wird schon länger gesucht.

07:58 Brüsseler Flughafen-Attentäter waren Brüder

Die beiden Selbstmordattentäter, die vermutlich mit einem dritten noch flüchtigen Partner am Brüsseler Flughafen am Dienstag einen Bombenanschlag verübten, waren nach einem Bericht des Senders RTBF Brüder. Der Sender gab ihren Nachnamen mit Khalid und Ibrahim El Bakraoui an. Sie seien der Polizei bekannt gewesen.

Laut französischen Medien waren sie 27 und 30 Jahre alt und standen auf der Fahndungsliste der Polizei.

07:57 Noch Ausfälle im Zugverkehr

Im Bahnverkehr von und nach Brüssel sind am Mittwoch nach den tödlichen Terroranschlägen noch Züge ausgefallen. So sei am Morgen ein Thalys-Schnellzug nach Paris gestrichen worden, stellte eine dpa-Reporterin am zentralen Bahnhof Gare du Midi fest. Der Hochgeschwindigkeitszug nach Köln verkehrte hingegen. Reisende hätten viel Geduld aufbringen müssen. Wie an anderen Brüsseler Bahnhöfen war nur ein Eingang geöffnet. Die Polizei war stark präsent. Grundsätzlich sollte der Schienenverkehr am Mittwoch nach Angaben der belgischen Bahngesellschaft SNCB-NMBS wieder weitgehend normal laufen.

06:51 Flughafen bleibt vorerst geschlossen

Reisende müssten mit verstärkten Kontrollen rechnen, teilte die Bahngesellschaft SNCB-NMBS am Mittwoch mit. Nur der Bahnhof Brüssel-Schumann mitten im Europa-Viertel, die Station am Flughafen und einige kleinere Brüsseler Bahnhöfe blieben geschlossen.

Größere Einschränkungen gab es nach wie vor beim öffentlichen Nahverkehr in der EU-Hauptstadt. Die Brüsseler U-Bahnen verkehrten nach Angaben der Betreibergesellschaft STIB-MIVB nur eingeschränkt, auf einigen Linien gar nicht. Unter anderem wird die Station Maelbeek, wo am Dienstagmorgen ein Sprengsatz in einem Metrozug explodierte, bis auf weiteres nicht angefahren.

Der Brüsseler Flughafen bleibt am Mittwoch geschlossen. Die Ermittler untersuchten weiter den abgesperrten Tatort, teilte die Betreibergesellschaft mit.

03:32 EU plant Sondertreffen

Zu den Terroranschlägen von Brüssel soll es in Kürze ein Sondertreffen der für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister geben. Wie die niederländische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte, könnte es bereits an diesem Donnerstag organisiert werden. Belgien habe um ein Treffen gebeten, erklärte der für Sicherheit und Justiz zuständige niederländische Minister Ard van der Steur.

02:21 Polizei sucht Hinweise zu Brüssel-Attentätern

Die belgische Polizei hat die Bevölkerung erneut um Hinweise zu den mutmasslichen Brüsseler Flughafen-Attentätern gebeten. Über Twitter wurden am frühen Mittwochmorgen Bilder von allen drei Verdächtigen verbreitet. Sie waren kurz vor den Explosionen in der Abflughalle von einer Überwachungskamera aufgenommen worden. Über allen Bildern steht hinter dem Schlagwort „Terrorismus“ die Frage: „Wer kennt diesen Mann?“.

Bei den zwei Verdächtigen, die sich den bisherigen Erkenntnissen zufolge selbst in die Luft sprengten, handelt es sich den Bildern zufolge um jüngere dunkelhaarige Männer. Beide trugen bei den Anschlägen eine helle Hose und ein dunkles Oberteil. Einer der Männer ist etwas fülliger als der andere. Beide tragen an jeweils einer Hand einen Handschuh. Darunter hätten sich Experten zufolge Zünder befinden können..

Bei dem vermutlich geflüchteten Attentäter handelt es sich um einen Mann mit Brille und Bart, der eine helle Jacke und eine dunkle Hut-ähnliche Kopfbedeckung trägt. Er wurde einem Regierungsvertreter zufolge dabei beobachtet, wie er aus dem Flughafengebäude rannte. Er trug keine Handschuhe. Später machte die Polizei im Flughafengebäude einen dritten Sprengsatz unschädlich, der zuvor nicht detoniert war.

Bereits am Dienstagabend hatte die belgische Polizei einen Aufruf an die Bevölkerung gestartet. In diesem bat sie um „Amateurbilder (…), auf denen die Urheber sichtbar sind, und die helfen könnten, die Ermittlungen voranzubringen“.

01:58 Der IS droht mit weiteren Angriffen

Nach den Terroranschlägen im belgischen Brüssel hat der sogenannte Islamische Staat weiteren am Anti-IS-Kampf beteiligten Ländern mit Angriffen gedroht. Die Terrormiliz schrieb in einer aktualisierten Verlautbarung, den gegen sie kämpfenden Nationen drohten „dunkle Tage“. „Was kommt, ist schlimmer und bitterer“, hieß es.

Das Communiqué wurde in Arabisch und Französisch veröffentlicht. Die auf die Beobachtung von Extremisten-Webseiten spezialisierte Site Intelligence Group stellte eine englischsprachige Übersetzung bereit.

Der IS veröffentlichte Site zufolge auch Fotos, die ihre Kämpfer in Syrien zeigen sollen, wie sie die Brüsseler Terrorserie feiern und dabei Süßigkeiten an Kinder verteilen.

01:00 USA erhöhen Sicherheitsvorkehrungen

Nach den Terrorangriffen in Brüssel hat die amerikanische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen an wichtigen Umschlagspunkten in den Vereinigten Staaten erhöht. Geheimdienstmitarbeiter warnten vor dem Risiko von Nachahmungstaten in den USA. Präsident Barack Obama versprach, Belgien bei der Fahndung nach den Verantwortlichen behilflich zu sein.

Der Minister für Heimatschutz Jeh Johnson sagte, es gebe keine spezifischen, glaubwürdigen Geheimdienstinformationen, die auf ähnliche Angriffe in den Vereinigten Staaten hindeuteten. Dennoch werde die Transportsicherheitsbehörde zusätzliche Maßnahmen an großen Flughäfen und Bahnstationen in mehreren Städten ergreifen. Regierungsbeamte zogen zudem in Erwägung, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Reisende aus Belgien einzuführen. Belgien zählt zu den mehr als drei Dutzend Ländern, deren Bürger generell kein Visum zur Einreise in die USA benötigen.

Anhaltende Razzien in Schaerbeek

Nach den Anschlägen in Brüssel haben Anti-Terror-Ermittler bis in die Nacht hinein Gebäude in der Gemeinde Schaerbeek durchsucht. Auf Bildern vom Einsatzort waren maskierte und schwer bewaffnete Fahnder zu sehen. Das betroffene Gebiet war weiträumig abgesperrt.

Bereits am frühen Abend hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass bei der Durchsuchung einer Wohnung in Schaerbeek eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat sowie ein Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen gefunden wurden. Laut Medienberichten hatte ein Taxifahrer die Ermittler auf die Spur eines Verstecks der mutmasslichen Attentäter gebracht. Der Mann habe die Verdächtigen mit seinem Wagen von einer Wohnung in Schaerbeek abgeholt und zum Flughafen gefahren, berichtete der Sender VRT am Dienstagabend. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Fahrgäste sich nicht mit dem Gepäck helfen lassen wollten.