AFP / BELGA / David STOCKMAN

Abwehr von Migranten aus Calais

Belgien führt Grenzkontrollen zu Frankreich ein

von Nikos Tzermias / 24.02.2016

Der Südteil des berühmt-berüchtigten Migranten-Slums am Rande der französischen Hafenstadt Calais soll dieser Tage evakuiert werden. Der Plan der französischen Regierung, die den sogenannten Dschungel bis zum Frühling sogar völlig beseitigen will, hat die belgische Regierung am Dienstag zur Wiedereinführung temporärer Kontrollen an der Grenze zu Frankreich bewogen. Laut dem belgischen Innenminister Jan Jambon soll dadurch vermieden werden, dass Migranten nach Belgien ausweichen, um von dort aus nach Großbritannien zu gelangen.

Die Teilräumung des Dschungels hätte bereits am Dienstag beginnen sollen, wurde jedoch durch einen Rekurs von humanitären Nichtregierungsorganisationen bei einem Verwaltungsgericht verzögert. Dabei machten die Vereinigungen geltend, dass die Regierung den Migranten keine ausreichenden Alternativen angeboten habe und die Zahl der betroffenen Slumbewohner unterschätze.

Premierminister Manuel Valls teilte gleichentags mit, dass man sich bei der Evakuierung Zeit nehmen wolle. Ziel der Räumung sei es ja, die unmenschlichen Zustände im Dschungel zu beenden und den Migranten eine akzeptablere Unterkunft anzubieten. Es sei unverständlich, dass sich nun dieselben Vereinigungen, welche die Missstände im Dschungel immer wieder beklagt hätten, nicht kooperativ zeigten.


Mehr zum Thema:

Flüchtlinge in Calais: Elend als Abschreckung→