EPA/JUAN CARLOS CARDENAS

Terrorismus

Der Terror in Europa und Österreich in Zahlen

von Bernhard Schinwald / 25.11.2015

Anschläge in Paris, Ausnahmezustand in Brüssel: Sieht Europa also einer nie da gewesenen terroristischen Bedrohung entgegen? Nicht ganz.

Die University of Maryland protokolliert in der „Global Terrorism Database“ die Terroranschläge weltweit. Die Zahl der Menschen, die in Westeuropa Terroranschlägen zum Opfer gefallen sind, ist seit den 1970er Jahren deutlich gesunken.

Dabei gibt es erkennbare Ausreißer: 2011 erschoss der norwegische Rechtsextremist Anders Behring Breivik 69 Menschen. 2004 fielen 172 Menschen einem Anschlag auf einen Zug in Madrid zum Opfer. Der Anschlag mit der höchsten Opferzahl ereignete sich im Dezember 1988, als eine Bombe in einem vollbesetzten Jumbojet über dem schottischen Lockerbie detonierte. 270 Menschen kamen dabei ums Leben. Hinter dem Anschlag stand der libysche Geheimdienst. Libyens langjähriger Machthaber Muammar Gaddafi übernahm 2003 offiziell die Verantwortung und leistete Entschädigungszahlungen.

Die großen Opferzahlen in den 1970er und 1980er Jahren lassen sich vor allem auf separatistische Konflikte, allen voran in Nordirland und im Baskenland, zurückführen. Allein der IRA (Irish Republican Army) und ihren Untergruppen, die für die Vereinigung Nordirlands mit Irland kämpften, fielen in diesem Zeitraum über 2.000 Menschen zum Opfer. Im Baskenland starben bei Anschlägen der ETA und anderen separatistischen Organisationen über 800 Menschen.

Die 1970er Jahre waren zudem die Zeit des Linksterrorismus. Gruppen wie die Rote Armee Fraktion (RAF) in Deutschland, die Roten Brigaden in Italien oder die Action Directe in Frankreich verübten jedoch kleinere Anschläge, wenngleich mit prominenteren Opfern. Über 100 Menschenleben hat der Linksterrorismus dennoch gefordert.

Vergleichsweise verschont vom Terroismus blieb hingegen Österreich.

Zu den schwersten Anschlägen in Österreich zählen das Rohrbomben-Attentat gegen Roma und Sinti in Oberwart, wofür der Rechtsextremist Franz Fuchs 1999 verurteilt wurde, und der Anschlag auf den Check-In-Schalter der israelischen Fluglinie EL AL im Dezember 1985 durch palästinensische Terroristen. Eine genauere Übersicht dazu gibt es hier.

 

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels wurde behauptet, dass im Dezember 1985 in Wien-Schwechat ein Flugzeug von EL AL attackiert wurde. Der Anschlag fand jedoch am Check-In-Schalter der israelischen Fluglinie statt. Wir bedauern den Fehler.