Reaktionen auf die Gewalttat in München

„Die Willkommenskultur ist tödlich“

von Marie-Astrid Langer / 23.07.2016

Der Massenmord in München hat weltweit Bestürzung und Mitgefühl ausgelöst. Einige Politiker instrumentalisierten die Tat direkt für ihre Botschaften.

Unter Schlagwörtern wie #Muenchen, #OEZ (in Anlehnung an das Olympia-Einkaufszentrum) oder #MunichShooting haben Menschen weltweit am Freitagabend Informationen zu der Gewalttat und ihre Bestürzung darüber geteilt.

Bestürzung im Inland

Vonseiten der deutschen Bundesregierung äußerten sich noch am Freitagabend einige Mitglieder: Der Kanzleramtschef Peter Altmaier teilte seine Einschätzung der Lage im Fernsehen dem heute-journal mit. „Unsere Gedanken sind bei den Familien und auch bei den Polizisten, die unsere Freiheit verteidigen“, sagte Altmaier, „Wir alle müssen in einer Zeit der Globalisierung akzeptieren, dass wir Ort und Stunde von Anschlägen nicht immer kennen können.“

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier bekundete über den Kurznachrichtendienst Twitter sein Entsetzen über die Mordtat und dankte Politikern im Ausland für ihre Unterstützung.

Als Reaktion auf die Gewalttat wird am Samstag deutschlandweit die Trauerbeflaggung gelten, kündigte die Bundesregierung an. Dies hatte der Bundesinnenminister Thomas de Maizière angeordnet.

Die Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland, Frauke Petry, nutzte die Vorfälle in München auch für den eigenen Wahlkampf:

Auch der CDU-Politiker Maximilian Krah aus München, der 2017 in den Bundestag einziehen möchte, nutzte den Anschlag in München, um die Willkommenskultur der Bundesregierung zu kritisieren. Seinen Tweet hat er kurz danach wieder gelöscht. Auch nach der Axt-Attacke bei Würzburg hatte Krah getwittert, dass die „Willkommenskultur tödlich“ sei.

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann nutze die sozialen Medien auch, um dem Sprecher der Münchner Polizei zu danken. Dieser hatte im Verlauf des Abends mehrere Pressekonferenzen abgehalten und sich dabei nie zu Spekulationen hinreißen lassen.

Auch die Polizeidirektion München bedankte sich auf Facebook für den Einsatz der 2.300 Polizistinnen und Polizisten sowie den Anwohnern für ihre Unterstützung.

Beistand aus dem Ausland

Der amerikanische Präsident Barack Obama trat wenige Stunden nach den ersten Schüssen in München in Washington vor die Kameras und bot Deutschland seine Hilfe an. „Deutschland ist einer unserer engsten Partner“, sagte Obama, „wir bieten ihnen alle Unterstützung an, die sie in dieser Situation brauchen.“

Auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump griff die Morde in München auf:

Der Generalsekretär des Verteidigungsbündnisses NATO, Jens Stoltenberg, bekundete über Twitter ebenfalls seine Anteilnahme. Seine Gedanken seien bei den Menschen in Deutschland, schrieb er.

Auch der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras drückte über die sozialen Medien seine Solidarität mit Deutschland aus.