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Was wurde aus ...

… Ed Miliband?

von Bernhard Schinwald / 29.12.2015

Ed Miliband hatte große Ziele, als er im Jahr 2010 die Führung der britischen Labour Party übernahm. Bei den General Elections 2015 wollte er seine Partei zurück an die Macht führen und selbst als Premierminister in 10 Downing Street einziehen. Umfragen sahen ihn noch am Vorabend der Wahl diesem Ziel nahe. Die britischen Wähler hingegen sahen es anders: Labour stürzte deutlich ab. Miliband trat umgehend zurück.

I take absolute and total responsibility for the result and our defeat at this election.

Ed Miliband nach der Wahlniederlage

Für die Labour Party begann damit die Suche nach einem neuen Chef. Nach zweimonatigem Schaulaufen setzte sich der Vertreter des linken Flügels der Partei, Jeremy Corbyn, durch. Die Chancen, dass Labour unter seiner Führung zurück an die Macht kommt, sind überschaubar.

Die Selbstrelativierung der Opposition wiederum müsste eigentlich die regierenden Konservativen, allen voran Premier David Cameron, freuen. Eigentlich. Tatsächlich aber eint bekanntlich nichts mehr als ein gemeinsamer Feind. Und weil so ein Feind den Tories gerade abhandengekommen ist, findet Cameron seine tatsächliche Opposition nun auf den Hinterbänken der eigenen Partei.

Die Abgeordneten, die auf diesen Bänken sitzen, fordern offen den Austritt aus der EU. Während Premier Cameron noch mühevoll versucht, seine europäischen Partner von einer EU-Reform zu überzeugen, fallen ihm die eigenen Leute in den Rücken und gefährden damit das wichtigste Vorhaben seiner Amtszeit.

Ed Miliband kann es also vielleicht als Trost empfinden, dass weder die gegnerische noch die eigene Partei aus seiner Niederlage im Mai einen nennenswerten Nutzen ziehen konnten, sich stattdessen aber in einer noch verworreneren Lage als zuvor befinden. Mitverfolgen kann er das Ganze jedenfalls ganz nah – und zwar als Hinterbänkler in seiner eigenen Partei. Von dort aus macht er sich nunmehr für Umweltthemen stark.