AFP PHOTO / ALAIN JOCARD

Randnotiz: Frankreich

Ein Mann harter Worte

Meinung / von Bernhard Schinwald / 14.12.2015

Zwar ist der Front National dank der „republikanischen Sperre“ bei den Regionalwahlen in Frankreich letztlich leer ausgegangen. Sein Sieg in der ersten Wahlrunde gibt den beiden Großparteien allerdings zu denken.

Besonders interessant ist dabei die Ansage des ehemaligen Staatspräsidenten und nunmehrigen Vorsitzenden der Mitte-Rechts-Partei „Les Républicains“ Nicolas Sarkozy, für den das Ergebnis zeige, dass die Franzosen bei der Sicherheit und der („unserer“) französischen Identität nun harte Antworten erwarten.

Le terme ‚nettoyer au Kärcher‘ est le terme qui s’impose, parce qu’il faut nettoyer cela.“ – „Der Ausdruck ‚kärchern‘ ist der Ausdruck, der sich aufdrängt, weil man das reinigen muss.

Interessant ist es deswegen, weil Sarkozy es war, der 2005 als Innenminister im Zuge der Unruhen in die Vorstädte ging und versprach, mit dem Hochdruckreiniger für Ordnung zu sorgen. Und es war Sarkozy, der als Präsident sein Land mit einer großangelegten Kampagne zur Identitätssuche bringen wollte.

Wenn Sarkozy also heute noch immer derartige harte Antworten fordert, gesteht er damit nicht nur ein, dass seine vormaligen Bemühungen ins Leere liefen. Er stellt damit auch unter Beweis, dass er nichts aus seinen eigenen Fehlern gelernt hat und Volkes Stimme, auch drei Jahre nach seiner Abwahl, offenkundig noch nicht richtig zu interpretieren weiß.