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Flüchtlingskrise

EU-Flüchtlingsumsiedlungen: Was bisher geschah

von Bernhard Schinwald / 02.12.2015

Nach Italien und Griechenland soll nun auch Schweden mittels des Verteilungsmechanismus Flüchtlinge in der EU umsiedeln. Die Umsetzung des Flüchtlingsprogramms der EU-Kommission, das die Mitgliedsländer im September beschlossen, verläuft weiterhin zögerlich. Was bisher geschah – in Zahlen.

  • 160.000 Flüchtlinge sollen innerhalb von zwei Jahren aus Italien und Griechenland EU-weit umgesiedelt werden. 1.953 Flüchtlinge sollen auf diesem Wege nach Österreich kommen.
  • Italien soll demnach in den kommenden zwei Jahren um 39.600 Flüchtlinge entlastet werden, Griechenland um 66.400.
  • Zum Vergleich: Zwischen Jahresbeginn und 30. November kamen in Italien 144.100 Flüchtlinge an, in Griechenland 738.465.
  • Fünf Länder (Deutschland, Spanien, Luxemburg, Schweden und Finnland) haben bisher 159 Flüchtlinge aus Italien aufgenommen.
  • 14 Länder haben bis dato 3.346 Plätze für umzusiedelnde Flüchtlinge geschaffen. Österreich gehört zu jenen Ländern, die noch keine Plätze zur Verfügung gestellt haben.
  • Von den 374 Experten, die die Europäische Asylagentur (EASO) zur Unterstützung benötigt, haben die Mitgliedsländer bislang 176 verfügbar gemacht. Frontex bekam 442 von 743 versprochenen Beamten. Österreich hat 45 Experten an die EASO und 26 Grenzbeamte an Frontex entsendet.
  • Von den 5,6 Milliarden Euro an finanziellen Zusagen für gemeinsame humanitäre Hilfe in Afrika und Syrien sowie für das World Food Programme (WFP), UNHCR und andere Hilfsorganisationen wird die Hälfte aus dem EU-Budget kommen. Von den 2,8 Milliarden Euro, die von Mitgliedsländern versprochen wurden, sind bis dato 572,34 Millionen Euro zugesagt. Österreich hat bisher 26 Millionen Euro versprochen. Das sind 3 Millionen für die Afrika-Fonds, 11,5 Millionen Euro für den Syrien-Fonds und 11 Millionen für WFP, UNHCR und andere Organisationen.
  • 609 Flüchtlinge wurden seit 8. September in gemeinsamen Flügen rückgeführt. Zielländer waren der Kosovo, Albanien, Armenien, Georgien, Ägypten, Tunesien und Nigeria. 41 davon kamen aus Österreich.