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Flüchtlinge

EU-Flüchtlingsumsiedlungen: Was bisher geschah

von Bernhard Schinwald / 03.11.2015

Mitte September beschlossen die EU-Mitgliedsländer einen Plan zur EU-weiten Verteilung von Flüchtlingen, eine Aufstockung der humanitären Hilfen und gemeinsam organisierte Abschiebungen. Bereits die Einigung konnte nur mit Mühe die Pläne der EU-Kommission erfüllen. Nun verläuft auch die Umsetzung  nur äußerst zögerlich. Was bisher geschah – in Zahlen.

  • 160.000 Flüchtlinge sollen innerhalb von 2 Jahren aus Italien und Griechenland EU-weit umgesiedelt werden. 1.953 Flüchtlinge sollen auf diesem Wege nach Österreich kommen.
  • Italien soll demnach in den kommenden zwei Jahren um 39.600 Flüchtlinge entlastet werden, Griechenland um 66.400.
  • Zum Vergleich: Zwischen Jahresbeginn und 31. Oktober kamen in Italien 140.200 Flüchtlinge an, in Griechenland 601.638.
  • 2 Länder, Schweden und Finnland, haben bisher 86 Flüchtlinge aus Italien aufgenommen. Luxemburg wird am Mittwoch 30 Personen aus Griechenland einfliegen.
  • 14 Länder haben bisher 1.418 Plätze für umzusiedelnde Flüchtlinge geschaffen. Österreich gehört zu jenen Ländern, die noch keine Plätze verfügbar gemacht haben.
  • Von den 374 Experten, die die Europäische Asylagentur (EASO) zur Unterstützung benötigt, haben die Mitgliedsländer bis 157 verfügbar gemacht. Frontex bekam bisher 353 von 743 versprochenen Beamten. Österreich hat bisher 45 Experten an die EASO und 31 Grenzbeamte an Frontex entsendet.
  • Von den 5,6 Milliarden Euro an finanziellen Zusagen für gemeinsame humanitäre Hilfe in Afrika und Syrien sowie das World Food Programme (WFP), UNHCR und andere Hilfsorganisationen wird die Hälfte aus dem EU-Budget kommen. Von den 2,8 Milliarden Euro, die von Mitgliedsländern versprochen wurden, sind bis 518,72 Millionen Euro zugesagt. Österreich hat bisher 36 Millionen Euro versprochen – je 3 Millionen für die Afrika- und Syrien-Fonds und 30 Millionen für WFP, UNHCR und andere Organisationen.
  • 569 Flüchtlinge wurden seit 8. September in gemeinsamen Flügen rückgeführt. Zielländer waren der Kosovo, Albanien, Armenien, Georgien, Ägypten, Tunesien und Nigeria. 41 davon kamen aus Österreich.