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Anschläge 2015

Europa im Visier von Terroristen

von NZZ Neue Zürcher Zeitung / 14.11.2015

Seit dem Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo im Januar hat es eine Reihe islamistischer Terrorangriffe gegen Europäer gegeben. Auf dem Kontinent selbst, aber auch in nordafrikanischen Ferienländern.

2015 ist ein blutiges Jahr. Ein Überblick auf europäische Ziele seit dem Angriff auf das Satiremagazin Charlie Hebdo im Januar.

31. Oktober: Über der ägyptischen Halbinsel Sinai stürzt ein Airbus A321 der russischen Fluggesellschaft Kolavia mit 224 Passagieren, meist russischen Touristen, ab. Großbritannien und andere Länder schließen aufgrund von Geheimdienst-Informationen auf einen Bombenanschlag. Eine Islamistengruppe behauptet, dafür verantwortlich zu sein.

21. August: Ein 25-jähriger marokkanischer Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel–Paris bei einem Anschlagsversuch mit einer Kalaschnikow von Fahrgästen überwältigt. Zwei Passagiere werden verletzt.

26. Juni: An einem Hotelstrand in der Nähe der tunesischen Touristenhochburg Sousse erschießt ein 24-jähriger Einheimischer mit Verbindungen zu radikalen Gruppen 38 ausländische Touristen, vor allem Briten.

18. März: Extremisten erschießen im Bardo-Museum der tunesischen Hauptstadt Tunis 21 Menschen, in der Mehrheit ausländische Touristen. Die Terrormiliz IS bekennt sich zur Tat.

14. Februar: In Kopenhagen feuert ein arabischstämmiger 22-Jähriger auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Der Anschlag gilt vermutlich einem Mohammed-Karikaturisten, der unverletzt bleibt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor er von der Polizei getötet wird.

7. Januar: Beim Attentat auf das Satiremagazin Charlie Hebdo werden in Paris zwölf Menschen getötet. Die beiden Täter kommen zwei Tage später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel. Ein mit ihnen bekannter dritter Täter erschießt in Paris parallel dazu eine Polizistin und nimmt in einem jüdischen Supermarkt Geiseln, von denen er vier erschießt, bevor er selbst von der Polizei getötet wird. Er bekannte sich zuvor zur Terrormiliz IS.

Schwere Terroranschläge gegen den Westen seit 911

Seit dem 11. September 2001 hat es eine Reihe von Terroranschläge auf westliche Ziele gegeben. Ein Überblick über einige der blutigsten Angriffe von Islamisten:

11. September 2001: 19 islamistische Terroristen entführen mehrere Flugzeuge, steuern zwei in die beiden Türme des World Trade Centers in New York und eines in das Pentagon in Washington. Ein viertes Flugzeug stürzt bei Pittsburgh ab. Rund 3.000 Menschen werden getötet.

12. Oktober 2002: Bei Bombenanschlägen auf vor allem von Touristen besuchte Diskotheken der indonesischen Insel Bali sterben 202 Menschen.

11. März 2004: In vier Nahverkehrszügen in Madrid explodieren mitten im Berufsverkehr zehn Bomben. 191 Menschen sterben.

7. Juli 2005: In London zünden vier britische Muslime in drei U-Bahn-Zügen und einem Doppeldeckerbus Sprengsätze: 56 Tote und 700 Verletzte.

28. November 2008: Bei Angriffen mehrerer Terrorkommandos mit Schnellfeuerwaffen und Handgranaten kommen in der westindischen Finanzmetropole Mumbai mindestens 171 Menschen ums Leben. Mehr als 300 werden verletzt.