Leo Correa / AP

Globaler Klimaschutz: Uno-Vertrag tritt bald in Kraft

von Andreas Rüesch / 30.09.2016

Der Uno-Klimavertrag wird voraussichtlich noch in diesem Herbst in Kraft treten. Das zeichnet sich ab, nachdem mit Indien und der EU zwei wichtige Akteure eine baldige Ratifikation angekündigt haben.

Das im vergangenen Dezember in Paris ausgehandelte Uno-Klimaschutzabkommen wird aller Voraussicht noch in diesem Herbst in Kraft treten. Dies zeichnet sich ab, nachdem mit Indien und der Europäischen Union zwei wichtige Verursacher von Treibhausgasen eine baldige Ratifikation angekündigt haben. Bisher haben 190 Staaten den Pariser Klimavertrag unterzeichnet. In Kraft tritt er jedoch erst dreissig Tage nach der Ratifikation durch 55 Länder, die gesamthaft für mindestens 55 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Nach Angaben der Uno haben bis Ende September 61 Staaten ihre Ratifikationsurkunden hinterlegt, doch kommen sie gemeinsam nur auf 48 Prozent der weltweiten Emissionen. Indien, mit einem Emissionsanteil von 4 Prozent, will den Vertrag am Sonntag ratifizieren, dem Geburtstag Mahatma Gandhis. Die entscheidende Hürde von 55 Prozent wird aber wohl erst überschritten werden, wenn die EU (verantwortlich für 12 Prozent der Emissionen) nachzieht.

Dafür haben die Umweltminister der Union am Freitag den Weg geebnet. Der Ball liegt nun beim Europäischen Parlament, das nächste Woche über den Vertrag abstimmen will; eine breite Mehrheit gilt als sicher. Der Klimavertrag dürfte somit im Laufe des Novembers in Kraft treten, was eher früher ist als ursprünglich erwartet. Beim Abkommen von Paris handelt es sich um den ersten Klimavertrag, der nicht nur die Industriestaaten, sondern sämtliche Verursacher in die Pflicht nimmt. Es setzt in unverbindlicher Form das Ziel, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 2 Grad Celsius zu beschränken, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Die einzelnen Länder können ihre Klimaziele selber bestimmen, doch sollen diese «ambitiös» sein, und ihre Einhaltung wird periodisch überprüft.