Griechenland hält sich an Frist

von Gerd Brüggemann / 10.04.2015

Athen überweist die fällige Tranche zeitgerecht an den IWF und verhindert damit vorübergehend den Staatsbankrott.

Wie angekündigt hat die griechische Regierung am Donnerstag die Rückzahlung einer fälligen Anleihe-Tranche von 460 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) geleistet. Die Zahlung hat an den weltweiten Finanzmärkten und in europäischen Hauptstädten die Hoffnung ausgelöst, dass eine Lösung der griechischen Krise möglich sein könnte. Erst am letzten Sonntag hatte Finanzminister Yanis Varoufakis nach einem Treffen mit IWF-Chefin Christine Lagarde Spekulationen zurückgewiesen, sein Land wolle die Zahlung verzögern.

Allerdings bleibt die Finanzlage des Landes außerordentlich angespannt, denn die finanziellen Reserven werden geringer, und neue Zuflüsse sind erst nach einem Abkommen über griechische Reformen zu erwarten, die aber auf sich warten lassen. Ferner muss Athen am 12. Mai eine weitere Anleihe-Tranche von 770 Millionen Euro an den IWF überweisen. Es ist gegenwärtig unklar, wo die Mittel herkommen sollen. Globale Anleger haben seit geraumer Zeit wenig Neigung gezeigt, griechische Staatsanleihen zu erwerben. Gleichzeitig kommen die Verhandlungen über neue Finanzhilfen durch die EU, die sich seit Jahresanfang hinziehen, nur zäh voran. Für den 24. April ist ein informelles Treffen der europäischen Finanzminister vorgesehen, von dem Fortschritte erhofft werden. Umfangreiche Reformen werden von Athen erwartet.

Hierzu gehört etwa die Kürzung von Staatsausgaben, für die die Griechen kaum Möglichkeiten sehen. Finanzminister Varoufakis sagte, seine Regierung sei nicht länger bereit, Forderungen der EU nach Reformen nachzukommen, nur um neue Kredite zu erhalten.

Die weiteren Zahlungsverpflichtungen Athens für den bis September 2015 gestalten sich folgendermaßen: