Griechische Banken in der Bredouille

von Bernhard Schinwald / 01.04.2015

Die politische Unsicherheit setzt den griechischen Banken zu. Der EZB-Rat, der am Mittwoch tagt, kann in der aktuellen Lage höchstens für Schadensbegrenzung sorgen.

Die Unsicherheit um die Zukunft der Hilfsprogramme Griechenlands führt nicht nur zu ausbleibenden Steuerzahlungen in die griechische Staatskassa. Mit dem Einlagenabzug griechischer Sparer und Anleger kommen vor allem die griechischen Banken zunehmend in die Bredouille.

Die Liquiditätssituation der griechischen Banken wird auch bei der Sitzung des EZB-Rats am Mittwoch auf der Agenda stehen. Die Hauptliquiditätsquelle für griechische Banken ist aktuell die Emergency Lending Assistance (ELA). Dabei handelt es sich um Notkredite, die von der griechischen Zentralbank ausgegeben werden. Die EZB behält aber in der Frage über das Volumen dieser Notkredite die Entscheidungsgewalt. Seit Anfang Februar wurde dieser Umfang wiederholte Male aufgestockt.

Bei der EZB-Sitzung am Mittwoch dürfte eine umfassendere Bestandsaufnahme der Liquiditätssituation der griechischen Banken auf der Tagesordnung stehen. Neben einer weiteren Anhebung des ELA-Volumens hätte die EZB auch die Möglichkeit, jene Sonderregelung wiedereinzuführen, wonach die Zentralbank in Frankfurt wieder Kredite an griechische Banken vergibt und im Gegenzug dafür griechische Staatsanleihen als Sicherheit akzeptiert. Eine entsprechende Regelung hatte bis Anfang Februar gegolten und wurde zuletzt wiederholte Male von der griechischen Regierung gefordert. Aufgrund der Unsicherheit über das weitere Hilfsprogramm gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass die EZB dieser Forderung am Mittwoch Folge leistet.