Denis Balibouse / Reuters

UN-Generalsekretär

Portugiese António Guterres soll Nachfolger von Ban Ki Moon werden

von Christian Weisflog / 06.10.2016

Der Weg für die Wahl von António Guterres ist frei: Der frühere portugiesische Ministerpräsident ist vom Uno-Sicherheitsrat einstimmig als Generalsekretär nominiert worden.

Lange wurde hinter den Kulissen gefeilscht, doch am Ende scheint sich der ehemalige portugiesische Ministerpräsident António Guterres klar durchgesetzt zu haben. Bei der insgesamt sechsten Abstimmung im Uno-Sicherheitsrat erhielt er 13 von 15 Stimmen bei zwei Enthaltungen. Dabei hat sich auch eine der fünf Veto-Mächte enthalten. Ob es sich dabei um die USA, Russland, Grossbritannien, Frankreich oder China gehandelt hat, ist nicht bekannt.

Moskau indes scheint es nicht gewesen zu sein. „Wir wünschen Herrn Guterres bei der Erfüllung seiner Aufgaben als Generalsekretär für die nächsten fünf Jahre alles Gute“, erklärte der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin am Mittwoch in New York. Um Guterres formell zu nominieren, muss der Sicherheitsrat am Donnerstag allerdings noch eine Resolution verabschieden. Tschurkin gab sich zuversichtlich, dass Guterres auch diese prozedurale Hürde meistern wird: „Ich hoffe, wir können dies per Akklamation erledigen.“ Dann braucht es nur noch die Zustimmung der Uno-Generalversammlung.

Guterres war eigentlich als Aussenseiter ins Rennen um die Nachfolge des Südkoreaners Ban Ki Moon gestartet. Gemäss einer unverbindlichen Regel wäre eigentlich ein Kandidat aus Osteuropa an der Reihe gewesen, zudem stand auch der Wunsch nach der erstmaligen Wahl einer Frau im Raum. Guterres empfahl sich jedoch mit einem überzeugenden Auftritt bei den erstmals durchgeführten Hearings vor der Uno-Generalversammlung. Der 67-jährige Portugiese bringt nicht nur Regierungserfahrung mit, der Sozialist kennt auch die Uno. Bis 2015 hatte er während zehn Jahren das Flüchtlingshilfswerk geleitet.

Die Kampagne „1for7billion“ hatte sich für das transparentere Auswahlverfahren des Uno-Generalsekretärs eingesetzt. Ihre Mitbegründerin Natalie Samarasinghe zeigte sich in einem Telefongespräch mit Guterres Wahl zufrieden. Seine Nomination zeige, dass die Selektion nach dem Leistungsprinzip erfolgt sei. Samarasinghe hofft, dass noch eine weitere ihrer Forderungen erfüllt wird: Nur eine einzige, aber dafür längere Amtszeit für Guterres. Das würde den Generalsekretär stärken, weil er so bei seiner ersten Amtszeit nicht immer an seine Wiederwahl denken müsse.